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12.04.2014 - 07:30 Uhr


"Wir haben eine große mentale Stärke"

Mirko Boland spielt seit fünfeinhalb Jahren für Eintracht Braunschweig

Der Mittelfeldspieler (l.) steckt mit den Löwen mitten im Abstiegskampf

"Mit der Rückrunde können wir bisher sehr zufrieden sein", sagt Boland

München - Eintracht Braunschweig ist im Moment die Mannschaft im Tabellenkeller, die am konstantesten punktet. Sieben Zähler holte der Aufsteiger aus den letzten drei Spielen, nur eine Niederlage gab es in den letzten sieben Partien. Trotzdem stehen die Niedersachsen immer noch auf dem letzten Platz. Doch der Relegationsplatz ist nur zwei Punkte entfernt.

Am Samstag gastiert Braunschweig nun zum Kellerduell beim SC Freiburg. Vorher sprach bundesliga.de mit Eintracht-Mittelfeldspieler Mirko Boland.

bundesliga.de: Mirko Boland, die Eintracht blieb in allen vier Derbys gegen Hannover und Wolfsburg unbesiegt. Deshalb vorweg erst einmal Glückwunsch zur Niedersachsen-Meisterschaft.

Mirko Boland: Vielen Dank.

bundesliga.de: Was können Sie damit anfangen? Ist das für die Fans wichtiger als für die Mannschaft?

Boland: Ja, das ist mehr etwas für die Fans. Für uns als Mannschaft hat der Klassenerhalt definitiv Priorität.

bundesliga.de: Im Abstiegskampf sieht es für Eintracht nach den Ergebnissen der letzten Wochen auch wieder besser aus.

Boland: Die letzten Spiele waren nicht nur spielerisch ganz gut, sondern auch punktemäßig. Wir wollen und müssen jetzt so weitermachen.

bundesliga.de: Da haben Sie recht, denn die Eintracht ist trotz sieben Punkten aus den letzten drei Partien immer noch Schlusslicht der Tabelle.

Boland: Wir haben noch nichts erreicht, aber in der Tabelle ist alles viel enger geworden und andere Mannschaften sind auch unten reingerutscht. Es wird noch sehr spannend.

bundesliga.de: Braunschweig war vom 1. Spieltag an auf den Abstiegskampf eingestellt. Die Mannschaft wurde offensichtlich auch nicht nervös, als es nicht so lief.

Boland: Auf keinen Fall. Wir haben vor der Saison nicht damit gerechnet, dass wir im Mittelfeld landen würden. Deshalb waren wir darauf vorbereitet, dass es sehr schwer werden würde. Aber wir wehren uns mit allem, was wir haben. Im Moment sieht es ganz gut aus.

bundesliga.de: Für sieht es so gut aus, dass Sie Ihren Vertrag in Braunschweig verlängert haben. Weil Sie davon überzeugt sind, dass es in Braunschweig weiter aufwärts geht? Was waren die Gründe?

Boland: Die Gründe waren, dass sich der Verein unglaublich um mich bemüht hat. Das hat mir persönlich gezeigt, wie mit mir geplant wird. Ich habe mittlerweile einen Stellenwert in Braunschweig, dass der Verein mich unbedingt halten wollte. Auf der anderen Seite spiele ich schon lange für die Eintracht und fühle mich in dem Verein total wohl. Man muss einfach hier spielen, um dieses Gefühl Eintracht Braunschweig selber erfahren zu können. Das ist etwas Besonders, das ist kein normaler Verein.

bundesliga.de: Was zeichnet die Mannschaft aus?

Boland: Viele Spieler spielen schon seit Jahren für die Eintracht. Wir haben zwei Aufstiege zusammen gefeiert und sind unheimlich zusammengerückt. Der Zusammenhalt ist groß, wir haben eine große mentale Stärke. Wir verstehen uns außerhalb des Platzes gut. Es ist ein besonderes Feeling, wenn man hier spielt.

bundesliga.de: Am Samstag steht für die Eintracht das nächste Endspiel in Freiburg an. Es gibt einige Parallelen zwischen den Vereinen, die beide auf Abstiegskampf eingestellt waren und anders als andere Clubs am Trainer festgehalten haben. Wie schwer wird die Aufgabe?

Boland: Es wird brutal schwer. Die Freiburger sind ähnlich wie wir aufgestellt, haben aber schon einige Jahre Bundesliga mehr auf dem Buckel. Sie kennen die Situation und sind immer ruhig geblieben. Sie hatten sich auch ein bisschen absetzen können, sind aber durch die jüngste Niederlage wieder mit dabei. Der Sport-Club hat eine junge, spielstarke Mannschaft und hält an seinem Konzept fest. Für uns wird es schwer, aber wir werden trotzdem versuchen, das Maximale herauszuholen. Dafür werden wir alles in die Waagschale legen.

bundesliga.de: In den direkten Duellen gegen die Konkurrenten hat die Eintracht in der Rückrunde gut ausgesehen, den HSV geschlagen, in Stuttgart einen Punkt geholt, gegen Hannover gewonnen.

Boland: Dafür haben wir aber das Hinspiel gegen Freiburg verloren. Gegen die Mannschaften, die unten stehen, haben wir eigentlich nicht so viele Punkte geholt.

bundesliga.de: Aber in der Rückrunde präsentiert sich die Eintracht gefestigt und weist mit drei Siegen, fünf Unentschieden und nur vier Niederlagen die Bilanz eines Teams aus, das im Mittelfeld steht.

Boland: Mit der Rückrunde können wir bisher sehr zufrieden sein. Allerdings zählt leider die ganze Saison. Wir müssen derzeit noch ausbaden, was wir in der Hinrunde haben liegen lassen.

bundesliga.de: Wie präsent ist Ihnen Ihr Restprogramm? Oder ist es Ihnen egal?

Boland: Man hat 34 Spieltage Zeit und spielt gegen jede Mannschaft zweimal. Gegen wen man wann spielt, ist eigentlich egal. 

bundesliga.de: Die letzten drei Gegner der Eintracht - Hertha, Augsburg und Hoffenheim - sind Vereine, für die es am Ende um nichts mehr geht. Liegt darin eine große Chance?

Boland: Das kann auch ungemütlich sein, weil die Mannschaften dann total befreit aufspielen können. Für uns ist nur das nächste Spiel wichtig. Darauf richten wir unseren Fokus.

bundesliga.de: Bei der Konkurrenz kommt Panik auf, der Kreis wird größer gerade auch durch Mannschaften, die damit gar nicht gerechnet haben. Wie wichtig ist es für die Eintracht, zu sehen, dass man auch andere Vereine wie Hannover 96 mit in den Abstiegsstrudel gerissen hat? Ist das ein Vorteil für Braunschweig?

Boland: Das wird man sehen. Die Konkurrenz spielt teilweise noch gegeneinander. Uns ist es egal, wer noch alles mitmischt. Für uns ist wichtig, dass wir am 34. Spieltag das Minimalziel Relegationsplatz oder einen Platz darüber erreichen.

bundesliga.de: Wie groß ist die Zuversicht, dass diese Punktlandung klappt?

Boland: Die Zuversicht ist auf jeden Fall da und sehr groß. Wir glauben an uns. Das haben wir immer getan. Wir wussten auch, dass wir wie unser Trainer so schön sagt "einen langen Atem" brauchen. Es könnte auch bis zum letzten Spieltag dauern. Wir hoffen alle, dass er recht hat.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski

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