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30.09.2013 - 09:49 Uhr


Mentalitätsfrage in der Erlebnis-Arena

Köpfe des Spieltags: enttäuschte Freiburger, Klopp, feiernde Hoffenheimer, Keller (von oben links im Uhrzeigersinn)

Köpfe des Spieltags: enttäuschte Freiburger, Klopp, feiernde Hoffenheimer, Keller (von oben links im Uhrzeigersinn)

München - Die Rhein-Neckar-Erlebnis-Arena in Sinsheim lieferte auch am 7. Spieltag wie gewohnt Spektakel, das aber wiederum Schalke-Trainer Jens Keller auf den Magen und aufs Gemüt schlug.
BVB-Trainer Jürgen Klopp überrascht mit ungeahnten Fähigkeiten, die ihm in der Champions League helfen sollen - und im Tabellenkeller wird allseits viel gehadert. Darüber spricht die Liga am 7. Spieltag...
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Rhein-Neckar-Erlebnis-Arena

Im Erlebnispark Tripsdrill kann man im Wildgehege Braunbären bestaunen, mit wilden Achterbahnen Loopings schlagen oder sich die Wildwasserbahn hinunterstürzen. Der Park bietet Unterhaltung für die ganze Familie. Etwa 40 Kilometer nordwestlich davon liegt die Rhein-Neckar-Arena, in der 1899 Hoffenheim seine Heimspiele austrägt. Dort macht man Tripsdrill mittlerweile Konkurrenz, denn hier gehen im zweiwöchigen Rhythmus Spektakel über die Bühne, die die Zuschauer von den Sitzen reißen. Jüngstes Beispiel ist das 3:3-Unentschieden der Kraichgauer gegen den FC Schalke 04, bei dem die TSG einen Zwei-Tore-Rückstand egalisierte und kurz vor Schluss noch zwei Riesenchancen liegen ließ. "Wir müssen für unsere Spiele bald einen Erlebniszuschlag erheben", findet Coach Markus Gisdol. Recht hat er. Hoffenheim steht in der laufenden Saison in jeder Hinsicht für Unterhaltung. 36 Tore fielen in den Spielen mit Beteiligung der Kraichgauer, nur vier Mal waren es in der Bundesliga-Historie zu diesem Zeitpunkt einer Saison bei einem Team mehr (Topdaten).

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Keller und die Mentalitätsfrage

Schalkes Trainer Jens Keller ist die Rhein-Neckar-Erlebnis-Arena offenbar so gar nicht bekommen. Die emotionale Achterbahnfahrt, die der 42-Jährige während der 90 Minuten in Sinsheim durchmachen musste (Analyse), schlugen ihm auf den Magen und aufs Gemüt. "Hören sie mir auf mit der scheiß Mentalitätsfrage", wetterte Keller nach dem Spiel. "Wir haben individuell wahnsinnige Fehler gemacht, das hat aber nichts mit der Mentalität zu tun. Das hat bei dem ein oder anderen mit der Birne zu tun." Das Wort "mental" definiert der Duden mit dem Halbsatz "den Bereich des Verstandes betreffend" und weil die Birne in diesem Fall nichts mit der gleichnamigen Frucht zu tun hat, sondern als Umschreibung für den Kopf und den Verstand dient, wirft die Aussage Kellers gewisse Fragen auf. Manager Horst Heldt jedenfalls behielt in dem ganzen Tohuwabohu den Durchblick und machte seinem Ärger nach der Partie Luft: "Es geht um Schalke 04, da muss man klar bei Sinnen sein. In der zweiten Hälfte waren viele teilweise nicht bei Sinnen."

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Klopps ungeahnte Fähigkeiten

Im DFB-Pokal bei 1860 München hatte Borussia Dortmund noch ordentlich zu kämpfen, gegen den SC Freiburg lief es wie von alleine. Die Schwarz-Gelben spielten den Sport-Club vom Anpfiff weg an die Gelbe Wand, siegten am Ende mit 5:0 und durften eine gelungene Generalprobe für die Champions League bejubeln (Nachbericht). Schon am Dienstag empfängt die Borussia Olympique Marseille. Angesichts der Auftaktniederlage beim SSC Neapel muss die Elf von Trainer Jürgen Klopp die Partie gegen den französischen Vizemeister unbedingt gewinnen. Allerdings ohne Klopp an der Seitenlinie, der während des Neapel-Spiels ein intensives Vieraugengespräch mit einem der zahlreichen UEFA-Offiziellen führte und sich nun auf der Tribüne wiederfindet. "Ich darf mit der Mannschaft ins Stadion fahren, dann muss ich mich von ihr trennen. Ungewohnt wird das sein", erklärte Klopp. "Zeljko Buvac und ich arbeiten eh meistens telepathisch zusammen, da brauchen wir keine Leitung darüber hinaus." Sollte die Partie ähnlich emotional verlaufen wie die in Neapel, kann Klopp immer noch auf das Hausmeisterzimmer ausweichen.

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Drei ohne Dreier

Während Dortmund, Bayern und Leverkusen an der Spitze einsam ihre Kreise ziehen und teilweise vereinsinterne Startrekorde aufstellen, wird es im Tabellenkeller immer düsterer. Braunschweig, Freiburg und Nürnberg blieben bislang sogar ohne jeden Sieg. Drei Mannschaften ohne einen einzigen Dreier nach sieben Spieltagen gab es in der Bundesliga noch nie. "Wenn wir die beiden Sonntagsschüsse nicht kassiert hätten, wäre vielleicht ein Sieg möglich gewesen", konstatierte Club-Trainer Michael Wiesinger nach dem 3:3 in Bremen (Stimmen). An einem Sonntag ist so etwas eben immer möglich. Auch SC-Trainer Christian Streich haderte ob des Platzverweises und der anschließenden 0:5-Klatsche in Dortmund mit dem Schicksal: "Wenn du in der 45. Minute so eine Rote Karte kriegst, wirst du hier natürlich seziert." Ähnliches ereilte Aufsteiger Braunschweig zuhause gegen den VfB Stuttgart. Die Löwen zogen mit 0:4 den Kürzeren. "Die vielen Lösungen, die man versucht zu finden, fruchten nicht. Es ist eine Niederlage, die schwer zu verkraften ist", sagte ein maßlos enttäuschter Trainer Torsten Lieberknecht.


David Schmidt

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