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09.02.2014 - 14:02 Uhr


Mainzer Aufwärtstrend vorerst gestoppt

Johannes Geis (l.) erklärte sich die 0:3-Niederlage beim VfL Wolfsburg mit den verpassten Chancen in der Anfangsphase: "Wir hätten in Führung gehen müssen" (© Imago)

Winter-Neuzugang Ja-Cheol Koo (v.) konnte seine Leistungspotenzial nicht abrufen: "Ich wollte besonders gut spielen, bin aber sehr unglücklich. Ich war nicht gut" (© Imago)

Stefan Bell (r.) verursachte in der 2. Halbzeit einen Elfmeter, der zum 0:1-Rückstand führte. Die Pleite sah er nicht so tragisch: "Ich verliere lieber einmal 0:3 als dreimal 0:1" (© Imago)

Wolfsburg - Der Konjunktiv gewinnt keine Spiele, das wissen auch die Fußballer des 1. FSV Mainz 05. Trotzdem haderten die "05er" mit zwei spielentscheidenden Szenen. In Wolfsburg musste sich das Team von Trainer Thomas Tuchel nach zuletzt fünf ungeschlagenen Spielen seit November erstmals wieder mit 0:3 geschlagen geben. Auch der Winterneuzugang Ja-Cheol Koo hatte sich das Wiedersehen mit seinen alten Kollegen anders vorgestellt.

Koch und Bungert mit Saisondebüt

In Wolfsburg waren die Mainzer seit April 2007 unbesiegt und auch deshalb stellte Tuchel seine Mannschaft sehr offensiv auf. Er ließ Eric Choupo-Moting neben Shinji Okazaki in vorderster Front stürmen. In der Mittelfeldraute feierte Julian Koch sein Startelfdebüt für die Mainzer und in der Innenverteidigung ersetzte Niko Bungert den gesperrten Kapitän Nikolce Noveski. Für Bungert war es ebenfalls das erste Saisonspiel von Beginn an.

Nach nur fünf Minuten war das taktische Konzept von Trainer Tuchel bereits über den Haufen geworfen. Der dieses Mal auf der ungewohnten linken Mittelfeldseite aufgebotene Christoph Moritz wurde nach einem Kung-Fu-Kick des Wolfsburgers Luiz Gustavo böse am Kopf erwischt und musste ausgewechselt werden. "Das hat schrecklich ausgesehen, überall auf dem Rasen war Blut", erklärte ein geschockter Niko Bungert. "Doch in der Halbzeit", so Bungert, "habe Moritz schon wieder gelacht, das hat uns dann schon beruhigt." Der Mainzer Kapitän wollte dem Brasilianer im Trikot der Wolfsburger keine Absicht unterstellen, "aber man kann da schon über eine Rote Karte diskutieren", fand Bungert.

Wolfsburger Offensive zunächst fest im Griff

Nachdem die Mainzer den Schock von Moritz´ schwerer Verletzung verdaut hatten, sah es zu Beginn der Partie noch nicht nach der höchsten Saisonniederlage aus. Die Gäste störten den Spielaufbau der Wolfsburger bereits in deren Hälfte und ließen nur wenig Freiräume für Wolfsburgs kreative Offensivleute wie Kevin de Bruyne, Ivan Perisic und Marc Arnold. VfL-Stürmer Bas Dost war bei den Mainzer Bungert und Stefan Bell sehr gut aufgehoben. "Wir haben so angefangen, wie wir uns es vorgenommen hatten und dann hätten wir in Führung gehen müssen", erklärte Mittelfeldspieler Johannes Geis frustriert.

Fast hätte Ja-Cheol Koo bei seiner Rückkehr nach Wolfsburg für die Mainzer Führung gesorgt, doch sein Schuss landete knapp neben dem Gehäuse von Keeper Diego Benaglio. "Ich wollte heute besonders gut spielen, auch wenn die Partie gegen den VfL nichts Besonderes für mich war", gestand der koreanische Nationalspieler. Schon während seiner Ausleihe in der vergangenen Saison hatte er mit dem FC Augsburg in der VW-Arena gespielt. Mit seiner Leistung war Koo aber nicht zufrieden. "Ich bin sehr unglücklich, weil ich heute nicht so gut war. Nächste Woche muss ich wieder besser spielen. Generell gefällt es mir bei meinem neuen Verein aber sehr gut, auch weil ich mit Joo-Ho Park einen Landsmann im Team habe."

Pech für Pospech - Bas Dost bestraft Mainzer Duo

Eine noch hochprozentigere Torchance als sein Teamkollege Koo hatte der Mainzer Dauerbrenner Zdenek Pospech. Der Tscheche hatte nur zwei Minuten nach Koo die Gelegenheit, für das Mainzer 1:0 zu sorgen, doch er schoss aus kurzer Distanz über den Kasten der Wolfsburger. "Gehen wir hier in Führung, geht das Spiel ganz anders aus", wusste Teamkamerad Geis. Nach der Pause wurde der VfL Wolfsburg dann stärker und ging nach einem sicher verwandelten Foulelfmeter in Führung. "Das war ein klassisches Missverständnis zwischen mir und Loris. Bas Dost hat das clever gemacht im Gegensatz zu uns beiden. Jeder hat sich auf den anderen verlassen", ärgerte sich Bell, der bei dem Foul an Dost auch noch eine Gelbe Karte sah. "Die Verletzung von Moritz und diese unglücklich Situation vor dem Elfmeter waren entscheidend", so Bell weiter.

"Trotz der Niederlage stehen wir in der Tabelle immer noch weit oben. Das war heute von uns nur Durchschnitt, aber diese Niederlage wirft uns nicht um", bekräftigte Bungert.  Auch Mannschaftskamerad Geis ist weiterhin optimistisch, was den Rest der Saison angeht. "Unsere Fehler sind eiskalt von den Wolfsburgern bestraft worden, aber wir haben auch gesehen, dass wir gegen eine so individuell starke Mannschaft mithalten können." Und Stefan Bell bringt es mit einer alten Fußballweisheit auf den Punkt: "Ich verliere lieber einmal 0:3 als dreimal 0:1." Bereits am Freitagabend im Heimspiel gegen Hannover 96 wollen die Mainzer wieder zurück auf die Siegerstraße.

Aus Wolfsburg berichtet Alexander Barklage

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