offizielle Webseite

Liveticker

Bundesliga

23.01.2014 - 11:30 Uhr


Liga im Check: Plätze 7 bis 9

München - Problemzonen, Ziele, Hoffnungsträger: bundesliga.de nimmt die Clubs vor dem Rückrundenstart im großen Liga-Check unter die Lupe. In diesem Teil: die Teams auf den Plätzen 7 bis 9.

FC Schalke 04

keller_testspiel_920.jpg

Die Hinrunde verlief für die Schalker mit Platz 7 sicher nicht optimal. Die Leistungen schwankten sehr. "Wir haben viele gute Spiele gemacht, aber auch Siege eingefahren, bei denen die Art und Weise trotzdem nicht zufriedenstellend war", resümierte Manager Horst Heldt. 28 Gegentore kassierten die Gelsenkirchener in den ersten 17 Spielen - der Grund, warum sie ihren eigenen Ansprüchen weit hinterherhinken. "Wir wollen uns mehr auf die Defensive konzentrieren", versprach Kevin-Prince Boateng. Nach einem mühevollen 2:1-Testspielsieg gegen Al-Gharafa mühte man sich gegen Eintracht Frankfurt zu einem knappen Erfolg (3:2). Gegen Zweitligatabellenführer Köln und den Regionalligisten Rot-Weiß Oberhausen mussten die Königsblauen allerdings enttäuschende Niederlagen einstecken (alle Testspiele). Unterm Strich kassierte S04 in vier Testspielen sechs Gegentore. In der Defensive gibt es also nach wie vor großen Nachholbedarf.

Personal: Großer Verlierer der Vorbereitung ist Jan Kirchhoff. Kurz nachdem das Leihgeschäft mit dem FC Bayern über die Bühne ging, machte sich der Defensivmann auf ins Trainingslager nach Doha. Gleich in der ersten Einheit verletzte sich der Neuzugang schwer und fällt lange aus. Kyriakos Papadopolous, Kapitän Benedikt Höwedes und Chinedu Obasi sind dagegen wieder vollkommen fit. Jüngst stieg der sehenlichst vermisste Torjäger Klaas-Jan Huntelaar nach fünf Monaten Verletzungspause wieder ins Training ein. In Top-Form präsentierte sich Jefferson Farfan. Der Peruaner erzielte in zwei Partien drei Treffer und ist so etwas wie die Schalker Lebensversicherung. 

Problemzone: Mit dem wahrscheinlichen Abgang von Jermaine Jones und der unerwarteten Verletzung von Kirchhoff bleibt das defensive Mittelfeld ein großes Sorgenkind. Grund genug also für Coach Keller über ein paar Alternativen nachzudenken. So wurde Max Meyer in den Partien gegen Frankfurt und Köln auf die Acht zurückgezogen. Ob das eine Lösung auf Dauer sein wird, bleibt abzuwarten. Der Coach fordert frische Kräfte: "Klar würde ich mir noch einen Spieler wünschen. Aber es ist nicht einfach, das zu finanzieren." Eine Rückholaktion vom Ex-Schalker Lewis Holtby ist angedacht, wird aber schwierig zu stemmen sein. Eine weitere Problemzone ist die linke Außenbahn. Für den Ausfall von Julian Draxler hat S04 keinen ädaquaten Eratz. Christian Fuchs fehlt die Schnelligkeit und die Technik, um die Lücke zu schließen. Auch defensiv sind die Blau-Weißen auf dieser Seite mit dem unbeständigen Sead Kolasinac nicht optimal besetzt.

Ausblick: Die Schalker haben weiter Platz 4 als Ziel ausgegeben. "Wir wollen noch einige Plätze klettern. Gladbach und Wolfsburg sind harte Brocken als direkte Konkurrenten. Wir haben jedoch die Qualität, beide noch zu überholen und noch einmal anzugreifen", so Höwedes. Wichtig für die Blau-Weißen ist der Start. Nach dem Rückrundenauftakt gegen Hamburg, empfangen die Königsblauen Konkurrent Wolfsburg. "In dieser Partie zu punkten, wäre doppelt gut", sagt der Kapitän. Erwischen die Schalker einen guten Auftakt, ist die Champions-League durchaus in Reichweite. Gelingt das nicht, dürfte es schnell ungemütlich werden im Pott.

Wussten Sie, dass ... Schalke vor allem in der Schlussviertelstunde seine Stärken hat? Kein Team traf in den letzten 15 Minuten häufiger (neun Mal) und kassierte dabei weniger Treffer (zwei).

 

FC Augsburg

i_fca_weinzierl_geste_920.jpgMit 24 Punkten hat der FC Augsburg exakt so viele Zähler gesammelt wie in den beiden vorherigen Hinrunden zusammen. Der Abstand auf den Relegationsplatz beträgt bereits zehn Punkte. Für Trainer Markus Weinzierl (Foto ©imago) dennoch kein Grund abzuheben: "In der Rückrunde geht's weiter mit dem Abstiegskampf", sagte Weinzierl nach dem letzten Spiel der Hinserie bei Eintracht Frankfurt (1:1). Akribisch arbeitete der 39-Jährige im Trainingslager auf Gran Canaria mit seiner Mannschaft. Zum Abschluss sorgten die Fuggerstädter mit einem 1:0-Sieg über die PSV Eindhoven für Aufsehen (Testspiele im Überblick).

Personal: Auch Sportdirektor Stefan Reuter nutzte die Winterpause, um den ohnehin schon gut zusammengestellten Kader noch ein wenig umzubauen. Mit der Rückholaktion von Dong-Won Ji gelang den Verantwortlichen der spektakulärste Coup, auch die weiteren Winter-Neuzugänge Dominik Kohr und Alexander Esswein passen ins Profil. "In Nürnberg war er unglücklich, aber wir sind von seinem Potenzial überzeugt. Mit seiner Schnelligkeit können wir noch besser werden", sagte Weinzierl über Esswein. Gleichzeitig verließen mit Mathias Fetsch, Panagiotis Vlachodimos und Michael Parkhurst drei Spieler den FCA, die zuletzt ohnehin nicht mehr zum Zug kamen. Ein weiteres Plus ist die leere Verletztenliste, so kann Weinzierl vor dem Rückrundenauftakt gegen Dortmund auf die volle Breite seines Kaders zurückgreifen.

Problemzone: Statt Offensivpower war bei den bayerischen Schwaben in der Hinrunde eher Minimalismus Trumpf. Mit nur 21 Toren haben die Augsburger die wenigsten Tore aller Teams in der oberen Tabellenhälfte erzielt - die mageren drei Stürmertore sind zusammen mit Schlusslicht Braunschweig der Minuswert der Liga. Rückkehrer Ji soll Abhilfe schaffen, schließlich traf der Südkoreaner bei seinem letzten Gastspiel beim FCA in 17 Spielen fünf Mal. "Wir wünschen ihm und uns, dass er an seine Leistungen aus der letzten Rückrunde anknüpfen kann, denn da hat er uns viel Freude bereitet", sagt Weinzierl.

Ausblick: Trotz der guten Tabellenplatzierung nach der ersten Saisonhälfte hat der Klassenerhalt oberste Priorität. "Wir wissen, wie schnell es auch in die andere Richtung gehen kann“, warnt Reuter. Zum Rückrundenstart kommt mit Borussia Dortmund auch gleich ein dicker Brocken auf die Weinzierl-Elf zu, gegen die Schwarz-Gelben ist Augsburg in der Bundesliga übrigens noch ohne Sieg. 

Wussten Sie, dass ... die Augsburger die Könige der Rückrunden-Steigerung sind? In seinen bisherigen beiden Bundesliga-Spielzeiten legte der FCA in der Rückrunde jeweils deutlich zu, im Schnitt gelangen 11,5 Punkte mehr als in der Hinrunde. Das dürfte allerdings nach dieser starken ersten Saisonhälfte kaum noch zu toppen sein.

 

1. FSV Mainz 05

i_m05_nedelev_testspiel.jpgZum Ende der Hinserie präsentierte sich der 1. FSV Mainz 05 als unangenehmer Gegner, verlor von den letzten sechs Spielen nur ein einziges und verabschiedete sich mit 24 Zählern in die Winterpause. Dennoch kam die Pause für Trainer Thomas Tuchel zur rechten Zeit: "Wir wissen, was wir für diese 24 Punkte leisten mussten, wie schwer es sich für uns angefühlt hat, diese trotzdem zu holen." Das achttägige Trainingslager in Marbella nutzten die Nullfünfer, um ihre Akkus für die Rückrunde wieder aufzuladen. In den Testspielen hinterließen die Rheinhessen mit einem Remis und vier Siegen einen positiven Eindruck (Testspiele im Überblick).

Personal: Auch drei neue Gesichter laufen ab der Rückrunde im Dress der Mainzer auf: Torwart Dario Kresic heizt den Konkurrenzkampf zwischen den Pfosten an, Todor Nedelev (Foto ©imago) verstärkt die Offensive und mit Ja-Cheol Koo wurde ein Mann fürs Zentrum geholt (alle Transfers im Überblick). Kresic und Nedelev mussten jedoch zuletzt wegen kleinerer Blessuren im Training kürzer treten. Schmerzhaft vermisst wird auch der Langzeitverletzte Julian Baumgartlinger, dessen Comeback wegen einer Meniskusverletzung weiterhin ungewiss ist. "Persönlichkeiten wie ihn oder Niko Bungert können wir nicht ersetzen", sagt Tuchel, der in der Winterpause zumindest den ebenfalls lange verletzten Bungert wieder auf dem Trainingsplatz begrüßen durfte.

Problemzone: Die Treffsicherheit des Offensivtrios um Nicolai Müller, Shinji Okazaki und Eric Maxim Choupo-Moting (zusammen 21 Treffer) ist zugleich ein Manko der Mainzer. Die Nullfünfer stellen die wenigsten unterschiedlichen Torschützen der Liga (sechs). Zudem vermisste Thomas Tuchel bislang einen richtigen Zehner als Spielgestalter in seinen Reihen. Mit Ja-Cheol Koo hat der Mainzer Coach nun seinen Wunschspieler bekommen. "In seiner gesamten Art, Fußball zu spielen und als Charakter passt er sehr gut in unsere Mannschaft", sagt der Tuchel über den Südkoreaner.

Ausblick: Bei zehn Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz und nur vier Zählern Rückstand auf die Europapokalränge würde eine offensive Zielsetzung nicht überraschen. Doch die Erinnerungen an die vergangene Rückrunde sind noch allgegenwärtig. Vor einem Jahr holten die Mainzer nach 26 Punkten in der Hinrunde, nur 16 weitere in der Rückrunde. "Wir werden unseren Spielern sehr genau sagen, was sie dafür tun können, damit wir eine bessere Rückrunde spielen", hofft Tuchel diesmal auf einen erfolgreicheren Verlauf der zweiten Saisonhälfte.

Wussten Sie, dass ... nur die Bayern (sieben) mehr Jokertore erzielten als die Mainzer (sechs)? 

 

Hier geht's zum Check der Teams auf Platz 1 -3 

Hier geht's zum Check der Teams auf Platz 4 -6

Hier geht's zum Check der Teams auf Platz 10 -12

Hier geht's zum Check der Teams auf Platz 13 - 15

Hier geht's zum Check der Teams auf Platz 16 - 18

Verwandte Artikel
Bundesliga
Service

© 2014 DFL Deutsche Fußball Liga GmbH