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15.01.2014 - 10:00 Uhr


Konkurrenzkampf im Tor: Es kann nur einen geben - Teil 1

München - Ein Fehler kann Spiele entscheiden, Sicherheit und Ruhe sind elementar und es kann eben nur einen geben. Die Position des Torhüters ist eine ganz besondere. Zwischen gefeiertem Helden und Buhmann liegt nicht viel. Ob Nummer 1 oder Nummer 2 - darüber entscheiden Kleinigkeiten. Bei einigen Bundesligisten steht deshalb in der Winterpause der Torhüter-Konkurrenzkampf im Vordergrund.

Neuverpflichtung, Wachablösung, Degradierung. In Mainz, Hoffenheim und Bremen läuft der Konkurrenzkampf auf der Torwart-Position. Die Rheinhessen haben sich in der Winterpause mit einem kroatischen Nationalspieler verstärkt. Bei Hoffenheim geht der Kampf um die Nummer 1 in die entscheidende Phase. An der Weser liegen zwei Keeper gleich auf. Im Trainingslager werden die Karten neu gemischt. bundesliga.de zeigt, bei welchen Mannschaften im Kasten noch alles offen ist.

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Loris Karius (l.) und Dario Kresic

Mainz 05

Beim Team von Thomas Tuchel hat der Konkurrenzkampf im Tor nochmal mächtig Fahrt aufgenommen. Nachdem in der Hinrunde schon drei verschiedene Keeper zwischen den Pfosten standen, kam im Winter ein weiterer dazu. Dario Kresic, der von Lokomotive Moskau zu den Rheinhessen wechselte, hofft auf den Zuspruch des Trainers. "Klar will ich spielen, ich trainiere hart und gebe alles“, sagt der kroatische Nationalspieler.

Mit Heinz Müller als Nummer 1 waren die Mainzer in die Saison gestartet. Aufgrund von Verletzungsproblemen des Stammkeepers stand am 8. Spieltag erstmals Christian Wetklo zwischen den Pfosten. Nach einer Roten Karte für den 34-Jährigen bekam der junge Loris Karius dann seine Chance - und nutzte sie. Bis zum 12. Spieltag stand der 20-Jährige meist nicht mal im Kader, seit dem hütet er als Nummer 1 den Kasten der Nullfünfer. Um diesen Platz muss er jetzt kämpfen.

"Konkurrenz ist doch völlig normal und selbstverständlich. Niemand hat heute einen garantierten Platz, jeder Spieler muss hart arbeiten und trainieren. Am Ende entscheidet dann der Trainer, wer spielt“, schätzt Kresic die Situation ein. Tuchel hat zumindest einen Favoriten: "Durch seine Einsätze am Ende der Vorrunde sind die Chancen für Loris im Moment am größten. Wer aber zum Rückrunden-Start in Stuttgart wirklich im Tor steht, ist offen.“

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Koen Casteels (l.) und Jens Grahl

1899 Hoffenheim

Auch in Hoffenheim gibt es auf der Torwart-Position alles andere als Beständigkeit. Koen Casteels hütete von Beginn der Saison an das Tor der TSG. Nachdem der Stammkeeper aber einige Schwächen zeigte, entschied sich Trainer Markus Gisdol für einen Wechsel im Kasten. So stand Jens Grahl in den letzten drei Partien der Hinrunde zwischen den Pfosten. Auch der 25-Jährige leistete sich einige Fehler, überzeugte nicht voll.

In der Winterpause ist der Kampf um die eine freie Stelle nun eröffnet. Im Trainingslager in Murcia erklärte Gisdol, dass er im Hinblick auf die Torwart-Position noch keine Entscheidung getroffen habe. Es ist ein Konkurrenzkampf zwischen zwei Schlussmännern, die Freunde sind. "Seit wir beide in Hoffenheim spielen, sind wir zusammen auf einem Zimmer. Dadurch hat sich gar nichts geändert, jeder schaut auf sich selber", sagt Jens Grahl im Interview mit dem "kicker". "Ich glaube, dass jeder von sich denkt, dass er der Bessere ist, es wäre auch fatal, wenn es nicht so wäre. Aber wir sind auf Augenhöhe", findet Grahl.

Die Chance als Nummer 1 in der Bundesliga aufzulaufen, wollen beide Keeper nutzen. Casteels ist aber noch jung und weiß, dass die Zeit für ihn spricht. "Ich bin erst 21 Jahre. Wenn alles gutgeht, kann ein Torhüter länger spielen als ein Feldspieler. Also heißt es für mich nicht, jetzt oder nie. Aber natürlich wäre mir jetzt lieber." "Wir müssen dem Jungen Zeit geben, sich zu stabilisieren", meinte Gisdol schon Ende des Jahres. Ob er die als Stammtorwart erhält, ist fraglich, denn gerade dort ist Stabilität gefragt.

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Raphael Wolf (l.) und Sebastian Mielitz

Werder Bremen

Im Trainingslager der Bremer stehen besonders Raphael Wolf und Sebastian Mielitz im Fokus. Die beiden Torhüter streiten sich in einem Kopf-an-Kopf-Rennen um den Platz im Kasten. Mielitz war als Nummer 1 gestartet, nach einiger Kritik aber degradiert und durch Wolf ersetzt worden.

"Ich denke, dass ich auf dem Platz eine gewisse Ruhe ausstrahle und der Mannschaft Sicherheit geben kann", sagt Wolf selbstbewusst. Seine Bundesliga-Statistik liest sich derzeit aber noch nicht so gut. Während Mielitz in 13 Begegnungen 23 Gegentore bekam, sind es bei Wolf in vier Einsätzen im Oberhaus schon 14 Gegentreffer. Davon lässt sich der 25-Jährige aber nicht beirren. "Ich beschäftige mich nicht damit, die Nummer zwei zu werden." Das selbe klare Ziel hat auch sein Konkurrent Mielitz vor Augen: "Ich bin topfit. Ich werde voll angreifen, ich will zurück ins Tor", äußert der 24 Jahre alte Keeper gegenüber der "Kreiszeitung Syke" seine eigenen Ansprüche.

Diese entschlossene Haltung fordert auch Trainer Robin Dutt, der den beiden Keepern ordentlich einheizt. "Es ist ein Konkurrenzkampf, das wissen beide. Den versuche ich mit verbalen Ansagen zu schüren. Damit jeder versucht, seinen Konkurrenten hinter sich zu lassen", stellte Dutt gegenüber "bild.de" klar. "Der Wunsch ist, sich nicht wieder neu entscheiden zu müssen." Es kann also nur einen geben. Wer beim Rückrundenstart das Tor hütet, wird wohl den Rest der Saison den Vorzug erhalten.

Sebastian Blome

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