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Bundesliga

13.03.2014 - 21:22 Uhr


Runde frei für Europa

Wolfsburg mit Ricardo Rodriguez (r.) und Mainz mit Stürmer Shinji Okazaki streiten sich um die Europa-League-Plätze

Augsburgs Überraschungsteam um Nationalspieler Andre Hahn (r.) kann ohne Druck aufspielen

Die Formkrise von Max Kruse kommt Borussia Mönchengladbach teuer zu stehen

München - Ärmel hoch, Ellenbogen raus und los! Die Bundesliga biegt allmählich auf die Zielgerade ein. Die Meisterschaft ist so gut wie entschieden, spannend ist es trotzdem. Sowohl im Abstiegskampf als auch im oberen Tabellendrittel ist Spannung garantiert. Gleich fünf Clubs lechzen nach den begehrten Europa-League-Plätzen (Tabelle).  

Der FC Bayern hat mit diesem Wettbewerb naturgemäß wenig zu tun, spielt aber bei der Vergabe der internationalen Plätze in diesem Jahr eine entscheidende Rolle. Von den fünf Teams, die derzeit die Ränge 5 bis 9 belegen, werden sich aller Voraussicht nach statt zwei sogar drei über die Bundesliga für die Europa League qualifizieren können.

Da der FCB im DFB-Pokal-Halbfinale Heimrecht gegen Zweitligist Kaiserslautern hat, werden die möglichen Pokalfinalisten (außer Bayern und dem FCK noch Dortmund und Wolfsburg) mit hoher Wahrscheinlichkeit einen der ersten sechs Plätze der Bundesliga belegen und sich so über die Liga für Europa qualifizieren. Das hieße, dass die Bundesliga einen weiteren Europa-League-Platz bekäme.

Wolfsburg, Mainz und Augsburg haben aktuell die größten Chancen auf das internationale Geschäft. Aber auch Borussia Mönchengladbach und Hertha BSC sind noch nicht abzuschreiben. bundesliga.de nimmt die Europa-League-Aspiranten genau unter die Lupe.

Favorit Wolfsburg - Augsburger Überraschung

Der VfL Wolfsburg rangiert aktuell auf dem 5. Tabellenplatz, will auf lange Sicht jedoch höher hinaus. Allerdings mussten die Wölfe nach der 1:6-Pleite gegen den FC Bayern feststellen, dass es noch ein etwas weiterer Weg ist nach ganz vorne. "Wir sind noch keine Champions-League-Mannschaft", sagte Sportdirektor Klaus Allofs. Die Chancen für die "kleinere" Königsklasse stehen aber gut. Die Elf von Coach Dieter Hecking empfängt von den Konkurrenten um die begehrten Europa-League-Tickets noch Mönchengladbach und den FC Augsburg. Auswärts erwartet den VfL also kein klassisches "Sechs-Punkte-Spiel" mehr.

Die Niedersachsen hat man vor der Saison im oberen Drittel verortet, den FC Augsburg dagegen wohl genau in die entgegensetzte Tabellenhälfte. Doch die Schwaben mischen die Liga auf, rangieren nur einen Punkt hinter Wolfsburg. Mit 38 Zählern hat der FCA schon jetzt nach nur 24 Spieltagen seine Bestmarke für eine komplette Bundesliga-Spielzeit eingestellt (2011/12 waren es nach 34 Spieltagen genau so viele).

Durch den Erfolg in Mönchengladbach sprang Augsburg in der Tabelle an der Borussia, Mainz und Hertha vorbei und steht nun auf dem 6. Rang. Nie zuvor in einer Rückrunde war der FCA so gut platziert wie aktuell. Das eigentliche Ziel Klassenerhalt ist längst erreicht.

Trainer Markus Weinzierl kann sich entspannt zurücklehnen, gegen das internationale Geschäft hätte aber auch er nichts einzuwenden: "Wenn am Ende ein Europa-League-Platz 'rauspringt, nehmen wir den natürlich gerne an." Druck ist in der Fuggerstadt nicht zu spüren, alles was jetzt noch kommt, ist reine Zugabe.

FSV ist heißer Europacup-Aspirant

Gleiches Bild beim 1. FSV Mainz 05. Auch die Rheinhessen haben mit der Abstiegszone schon lange nichts mehr zu tun. Von einer internationalen Zielvorgabe möchte man in der Karnevalshochburg aber nichts wissen. "Luftschlösser zu bauen, ist einfach nicht zielführend! Groß denken, das wollen wir, ja - aber Europa ist weit, weit weg", bremst Coach Thomas Tuchel.

Mainz ist in Form. Nach sieben Spieltagen hatten die Nullfünfer neun Punkte, gegen die gleichen Gegner gab es in der Rückrunde 14 Zähler. Hält diese Entwicklung an, ist der FSV ein heißer Europacup-Aspirant.

In Gladbach hängt alles an Kruse

Erfahrung mit der Europa League hat auch Borussia Mönchengladbach. Letztes Jahr schieden die Fohlen unglücklich in der Vorrunde aus. Lange sah es in der aktuellen Saison auch nicht nach der Europa League aus. Vielmehr steuerte die Favre-Elf mit Volldampf auf die Königklasse zu. Aktuell sind die Gladbacher jedoch überhaupt nicht in Tritt. So paradox es klingt - das größte Argument für Mönchengladbach ist die aktuelle Krise. Die Borussia ist seit neun Spielen sieglos. Aber irgendwann reißt jede (Negativ)Serie. Allerdings wären die Fohlen, die aktuell nur noch auf dem 8. Rang liegen, mit einem Europa-League-Platz am Ende der Saison wohl mehr als zufrieden.

Im Rennen um Europa ruhen alle Hoffnungen des VfL auf Max Kruse. Der Nationalspieler war nach der Hinrunde der Topscorer der Bundesliga. An 16 Toren war Kruse in der ersten Saisonhälfte beteiligt, 2014 ist er noch ohne Tor und Torvorlage. Platzt bei ihm der Knoten, ist auch mit Gladbach wieder zu rechnen.

Hertha glänzt mit Auswärtsstärke

Einer der kommenden Gegner ist Konkurrent Hertha BSC. Die Berliner präsentieren sich stabil und gehören zum festen Kandidatenkreis. Der Aufsteiger muss in dieser Saison noch bei zwei Konkurrenten im Kampf um einen Europacup-Platz antreten (Augsburg und Gladbach) - ein Nachteil ist das aber nicht. Die Berliner sind auswärts die dritte Kraft, nur Bayern und Dortmund punkteten in der Fremde öfter. Zuhause hat Hertha fünf Mal verloren, auswärts nur drei Mal.

Es bleibt also spannend. Kurioserweise ist in diesem Jahr wahrscheinlich also nicht der Pokal, sondern die Liga der kürzeste Weg nach Europa.

Yannik Schmidt

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