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20.08.2013 - 17:33 Uhr


Kadlec: Heilsbringer für die Eintracht

Vaclav Kadlec soll das Angriffsspiel von Eintracht Frankfurt beleben

Der 21 Jahre alte Tscheche konnte bei Sparta Prag überzeugen: In 26 Partien gelangen ihm vergangene Saison 14 Tore

Der Stürmer (r.) ist der jüngste Torschütze in der Geschichte der tschechischen Nationalmannschaft

München - Holperstart, Ratlosigkeit und fehlende Durchschlagskraft im Sturm - Vaclav Kadlec heißt die Universal-Lösung für alle Frankfurter Probleme. Mit dem 21 Jahre alten Stürmer-Neuzugang aus der Tschechischen Republik will der Tabellensechste der vergangenen Spielzeit zurück in die Spur finden - und das möglichst schnell. Nach der 1:6-Auftakt-Pleite in Berlin und der knappen 0:1-Niederlage daheim gegen den FC Bayern stehen die Frankfurter schon nach zwei Spieltagen mit dem Rücken zur Wand.
Die Stürmer-Suche der Frankfurter kam in den letzten Wochen einer Posse gleich. Immer wieder forderte Trainer Armin Veh neues Personal für die Offensive und immer wieder wurde verhandelt. Lange kokettierten die Verantwortlichen mit dem dänischen Stürmer Niklas Bendtner - eine Verpflichtung kam letztlich aber nicht zu Stande. Und auch das Ringen um den zweiten Wunsch-Stürmer der Eintracht gestaltete sich nicht weniger zäh.

Offensiv-Baustelle



Nun ist mit Vaclav Kadlec doch noch der erhoffte Transfer-Coup gelungen. Der flexibel einsetzbare Stürmer wechselt von Sparta Prag an den Main und soll der Eintracht schon am 3. Spieltag gegen Braunschweig die Initialzündung zum Neustart geben.

Dass die Adler, obwohl sie im Sommer keine personellen Stützen abgeben mussten, zuletzt teils nur mäßig agierten, wirft eine Menge Fragen auf. Zwar zeigte sich die Elf von Trainer Armin Veh am vergangenen Wochenende bei der 0:1-Heimniederlage gegen Rekordmeister Bayern München in deutlich besserer Verfassung als noch bei der 1:6-Demontage in Berlin, dennoch fehlen das Selbstverständnis und die Leichtigkeit der Aufstiegssaison an allen Ecken und Enden.

Während 16 Tore des etatmäßige Mittelfeldspielers Alexander Meier in der abgelaufenen Spielzeit die Schwächen im Sturm noch kaschieren konnten, gleicht die Offensiv-Reihe der Eintracht mit nur einem Tor aus zwei Spielen - gepaart mit Abstimmungsschwierigkeiten in der Rückwärtsbewegung - einer Baustelle. Weder die Neuzugänge Joselu und Jan Rosenthal noch Srdjan Lakic wussten bisher auf ihrer angestammten Position zu überzeugen. Beim Heimauftakt gegen den FC Bayern ließ Veh sogar Mittelfeldmann Johannes Flum stürmen. Doch auch dieses überraschende Experiment blieb erfolglos.

Kadlec: "Die Mannschaft hat großes Potenzial"



Eben jene Offensiv-Probleme sollen mit der Verpflichtung von Kadlec möglichst schnell der Vergangenheit angehören. "Die Mannschaft hat großes Potenzial", ist sich der junge Tscheche, schon im Vorfeld mit Heilsbringer-Status ausgestattet, sicher. Die nötigen Qualitäten, um den Frankfurter Sturm nachhaltig zu verstärken, scheint Kadlec mitzubringen: In der Vorsaison erzielte er für Sparta Prag in 26 Partien 14 Tore und auch in dieser Spielzeit war er in fünf Partien schon wieder drei Mal erfolgreich.

Ob sich mit Kadlec und dem wohl gesetzten Alexander Meier ein neues Traum-Duo bildet, bleibt abzuwarten. Die Kommunikation mit den neuen Kollegen will der jüngste Torschütze in der Geschichte der tschechischen Nationalmannschaft - bei seinem Debüt in Liechtenstein im Oktober 2010 erzielte Kadlec gleich einen Treffer - allerdings möglichst schnell in den Griff bekommen und plant in den "nächsten sechs Monaten" der deutschen Sprache Herr zu werden.

Ambitionierte Ziele



Seine Ziele formuliert die Sturm-Hoffnung indes durchaus offensiv. Der 6. Platz, der die Eintracht zur Europa-League-Qualifikation berechtigte, sei "eine super Grundlage", bekräftigt Kadlec. "Dieses Ziel will ich mit der Mannschaft wieder erreichen."

An Selbstbewusstsein - in der Mainmetropole eine zuletzt rar gesäte Eigenschaft - fehlt es dem Wunsch-Stürmer also nicht. Ob der junge Tscheche die Talfahrt der Hessen stoppen kann, muss sich dennoch erst zeigen. Bereits am kommenden Sonntag beim Gastspiel in Braunschweig wird die neue Nummer Zehn der Eintracht seinen Worten Taten folgen lassen müssen.

Thomas Aigner
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