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03.07.2013 - 16:40 Uhr


Jan Kirchhoff: Der Schattenmann sucht seinen Platz

Ganz schön groß! Pep Guardiola (r.) hat sichtlich Freude an Neuzugang Jan Kirchhoff (©Imago)

Lächeln mit dem neuen Trikot: Jan Kirchhoff (l., mit Matthias Sammer) trägt die Rückennummer 15

Bei den ersten Vorbereitungsspielen testete der Abwehrspieler das neue Dress bereits aus

München - Der Vergleich musste kommen, das war unausweichlich für Jan Kirchhoff. Die Position ist die gleiche, die Statur ähnlich, sogar der Dreitagebart passt. Doch Kirchhoff lächelte die Frage einfach weg, als er auf optische Ähnlichkeiten mit Barca-Star und Shakira-Lover Gerard Pique angesprochen wurde.
Auf solche Parallelen wollte der Bayern-Neuzugang gar nicht erst eingehen, als er am Dienstag bei seinem neuen Arbeitgeber vorgestellt wurde. Eingewöhnen wolle er sich erst mal, seinen Platz in der Mannschaft finden. Die ersten Tage seien "ein kleines Abenteuer" für ihn, sagt der 22-Jährige. Der 1,94 Meter große Defensiv-Recke soll beim FC Bayern den etablierten Stars Konkurrenz machen - in der Innenverteidigung und im defensiven Mittelfeld.

FC Bayern "eine andere Hausnummer"



"Eine andere Hausnummer" sei der FC Bayern, sagt Kirchhoff, das habe er schnell gemerkt. Die Bedingungen sind andere als in Mainz, aber auch der Konkurrenzkampf ist härter. Das bekam Kirchhoff bereits zu spüren in den ersten Trainingseinheiten und Testspielen. "Ich merke, dass ich lange nicht gespielt habe und ein wenig hinten dran bin", berichtet er. Aufgrund einer Leisten-Operation im Frühjahr hatte er in Mainz die Saisonendphase verpasst. Im April bestritt er sein letztes Pflichtspiel.

Er muss aufholen im Trainingslager am Gardasee, sich an das Niveau anpassen. Sport-Vorstand Matthias Sammer versucht, ihm den Druck zu nehmen. "Es ist klar, dass er nicht von heute auf morgen Wunder vollbringt", sagt Sammer. Von Kirchhoff erwartet er, dass er sich langfristig weiterentwickelt im neuen Umfeld. "Das Potenzial, das wir bei ihm sehen, ist herausragend", betont Sammer.

Für Kirchhoff spricht, dass er in der Defensive variabel einsetzbar ist. Er kann Innenverteidiger spielen, hat aber auch die Sechser-Rolle im Repertoire. Sollte sich einer der Stammspieler verletzen oder sich gar eine Schwächephase erlauben, könnte Kirchhoff in die Bresche springen. "Auf welcher Position ist zweitrangig", meint Kirchhoff.

Kampfansagen spart sich Kirchhoff



Kampfansagen sparte er sich bei seinem ersten Auftritt vor der Münchner Presse, er gab sich höflich und besonnen: "Ich kann entspannt rangehen und bin froh, dass mir ein gewisser Zeitraum eingeräumt wird." Die ersten Erfahrungen mit "Herrn Guardiola", wie Kirchhoff seinen Trainer respektvoll nennt, hat er bereits gesammelt. Positiv waren sie - und im ersten Training sogar erheiternd.

Der 1,80 Meter große Guardiola schnappte sich den Neuzugang zum Fototermin und blickte grinsend zum 1,94-Schlaks auf. Selbst als sich der Coach auf die Zehenspitzen stellte, änderte sich wenig an den Verhältnissen. Ob sich Guardiola dabei an Pique erinnerte, ist nicht überliefert. Eindruck hat Kirchhoff auf jeden Fall hinterlassen.

Aus München berichtet Andreas Messmer
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