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03.06.2014 - 14:00 Uhr


Immobile: Eiskalt, emotional - und entwicklungsfähig

Ciro Immobile geht ab der neuen Saison für Borussia Dortmund auf Torejagd

Für den FC Turin erzielte der Stürmer in der abgelaufenen Serie-A-Saison in 33 Einsätzen starke 22 Treffer

Die Belohnung: Immobile steht im vorläufigen Kader Italiens für die WM in Brasilien

München - Ciro Immobile sorgte schon für Verwirrung, bevor sein Wechsel zu Borussia Dortmund überhaupt feststand. Mehrfach hieß es, der Transfer des Stürmers vom FC Turin sei perfekt, in regelmäßigen Abständen wurde wieder dementiert. Und dann waren da noch die Probleme mit dem Namen des Torjägers.

Selbst auf einschlägigen Sportseiten war in den vergangenen Wochen das eine oder andere Mal von "Ciro Immobilie" zu lesen. Ein Missverständnis, das bald beseitigt sein sollte, wenn der amtierende Torschützenkönig der Serie A an seine starke Vorsaison anknüpfen kann. Genauso wie die Unkenrufe, die den 24-Jährigen auf die wörtliche Bedeutung seines Nachnamens reduzieren wollen.

22 Tore in 33 Spielen

Auf dem Platz präsentiert sich Immobile nämlich alles andere als unbeweglich: In 33 Ligaspielen netzte er 22 Mal ein, traf dabei meist mit rechts (15 Mal), aber auch vier Mal mit dem schwächeren linken Fuß und drei Mal per Kopf. "Ich bin ehrgeizig und nach einer so guten Saison ist es normal, dass man nach Höherem strebt", erklärte Immobile zuletzt.

Beim BVB ist der italienische Nationalspieler die zweite Neuverpflichtung für die Offensive nach Adrian Ramos von Hertha BSC. Gemeinsam sollen sie den Abgang von Robert Lewandowski zum FC Bayern München auffangen. "Borussia Dortmund ist ein großer Verein und die Vorstellung, Lewandowski ersetzen zu können, reizt mich sehr", sagte Immobile über seine neue Aufgabe.

Abseits und Disziplin als Baustellen

Rein von der Torquote her hatte Immobile (0,67 Tore pro Ligaspiel) gegenüber seinem Vorgänger im schwarz-gelben Dress (0,61) in der vergangenen Saison bereits die Nase vorn. Auch die Passquote des Italieners (71,4 Prozent) ist ähnlich stark wie die von Lewandowski (72,3).

In Sachen Auge für den Mitspieler und Spielsituationen hat Immobile aber noch Luft nach oben. Auffällig ist vor allem, dass er in 33 Ligaspielen satte 47 Mal wegen Abseits zurückgepfiffen wurde. Zum Vergleich: Lewandowski passierte das in ebenso vielen Partien nur 17 Mal.

Auch sein Temperament muss der in der Nähe von Neapel geborene Süditaliener besser in den Griff bekommen. Zehn Verwarnungen und eine Gelb-Rote Karte bedeuteten in der abgelaufenen Serie-A-Saison gleich drei Spiele Sperre. Die Dortmunder mussten als fairstes Bundesliga-Team dagegen insgesamt nur vier Sperren hinnehmen.

Kaum internationale Erfahrung

Abzuwarten bleibt außerdem, wie sich Immobile auf internationalem Terrain schlagen wird. Die vergangene Saison war erst seine zweite komplette in der höchsten italienischen Spielklasse, zuvor tingelte er zwei Spielzeiten lang als Leihspieler für US Grosseto, AC Siena und Delfino Pescara durch die Serie B (Immobiles bewegte Karriere). Sein einziger Einsatz in der Champions League datiert aus den Anfangszeiten seiner Profilaufbahn bei Juventus Turin. Im November 2009 wurde er bei einem 0:2 bei Girondins Bordeaux für 22 Minuten eingewechselt.

An Selbstvertrauen mangelt es Immobile dennoch nicht. "Ich muss neue Erfahrungen machen. Ich will in der Champions League spielen, um meine Qualitäten unter Beweis zu stellen", erklärte er. Über die Bundesliga habe er sich bereits bei seinen ehemaligen U-21-Nationalmannschaftskollegen Luca Caldirola von Werder Bremen und Giulio Donati von Bayer Leverkusen informiert: "Sie haben mir gesagt, dass die Bundesliga eine wundervolle Liga ist, eine der besten der Welt."

Mit Italien zur WM

Bevor er seine Fähigkeiten in Deutschland unter Beweis stellen kann, wird sich Immobile noch auf der größten Bühne des Weltfußballs präsentieren dürfen. Der italienische Nationaltrainer Cesare Prandelli nominierte den Torjäger trotz gerade einmal eines Länderspieleinsatzes bis zur WM-Vorbereitung für den WM-Kader der Squadra Azzurra.

Stellt Immobile seine Qualitäten auch am Zuckerhut unter Beweis, werden die Verantwortlichen in Dortmund froh sein, den Transfer schon vor der WM unter Dach und Fach gebracht zu haben. Und spätestens wenn er ab Anfang August für die Borussia auf Torejagd geht, sollten auch die letzten Fragezeichen rund um Ciro Immobile Geschichte sein.

Jonas Nohe

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