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22.08.2013 - 09:57 Uhr


Hoffnungsträger im zweiten Anlauf

In Topform: Hoffenheims Roberto Firmino (© Imago)

Im Spiel gegen den HSV avancierte der Brasilianer (M.) mit zwei Toren und drei Vorlagen zum Matchwinner (© Imago)

Seit Markus Gisdol (l.) die Kraichgauer trainiert, zeigt Firminos Formkurve steil nach oben

München - Spielstark, gnadenlos effektiv, ein Zehner, wie er im Buche steht. "Einfach hervorragend", lobt TSG-Kapitän Andreas Beck. Die bärenstarke Form Roberto Firminos weckt Erinnerungen an die Offensivstärke vergangener Tage, als Carlos Eduardo, Demba Ba, Chinedu Obasi und Vedad Ibisevic die Liga aufmischten. Kein Wunder, dass man im Kraichgau große Hoffnungen in den jungen Brasilianer setzt.
Dass Firmino ein talentierter Fußballer ist, wussten die Verantwortlichen von 1899 Hoffenheim schon bei seiner Verpflichtung im Winter 2010. Dass der Feinschliff des damals 19 Jahre alten Rohdiamants eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen würde, wohl auch. Aber dass der Südamerikaner mit dem Amtsantritt von Trainer Markus Gisdol eine raketenhafte Entwicklung nehmen würde, damit hat im Kraichgau wohl keiner mehr so richtig gerechnet.

Firmino: "Ich fühle mich wie befreit"



Firmino straft alle Kritiker Lügen und zahlt Gisdol jede Unze Vertrauen doppelt und dreifach zurück. Doppelt traf er auch am vergangenen Wochenende beim 5:1-Kantersieg der Kraichgauer in Hamburg und gleich dreifach glänzte er dabei als Vorbereiter. Damit schoss er die Hanseaten quasi im Alleingang aus dem Stadion.

Eintagsfliege? Diesen Verdacht wiederlegte der Spielmacher mit seinen Leistungen im Vorfeld schon zur Genüge. Firmino schnürte saisonübergreifend in den letzten fünf Pflichtspielen drei Doppelpacks, war schon in der Releagtion gegen den 1. FC Kaiserslautern mit zwei Treffern der entscheidende Mann auf Seiten der TSG. "Ich habe das Gefühl, hier jetzt richtig angekommen zu sein. Ich fühle mich wohl und wie befreit", erklärt der Zauberfuß vom Zuckerhut.

Gisdol Ursprung des Leistungsanstiegs?



Laut Gisdol liege "viel an ihm selbst". Ob nun Bescheidenheit oder realistische Einschätzung: Der Aufschwung des derzeitigen Top-Scorers der Liga - fünf Torbeteiligungen hat Firmino nach nur zwei Spieltagen schon auf dem Konto - scheint eng mit dem Trainer verknüpft. Beim 3:0-Erfolg gegen Fortuna Düsseldorf am 28. Spieltag der vergangenen Saison wurde Firmino mit seinem Treffer in der elften Minute zum ersten Torschützen der Ära Gisdol. Seitdem setzt der 44 Jahre alte Fußball-Lehrer konsequent auf den Brasilianer und wurde bisher nicht enttäuscht.

"Der Junge kann fantastisch Fußball spielen. Wenn er noch konstanter wird, werden wir noch viel Freude an ihm haben", sagt Hoffenheims Profifußball-Leiter Alexander Rosen. Firmino, der in der neuen Saison mit der Nummer 10 aufläuft, will sich mit seinen Leistungen im Hinblick auf die WM 2014 im eigenen Land auch für einen Platz im Kader der brasilianischen Nationalmannschaft empfehlen. "Eine Berufung wäre ein Traum", sagt der Dribbelkünstler.

Rosen: "Wir lassen ihn auf keinen Fall gehen"



Firminos Leistungen wecken natürlich Begehrlichkeiten bei der Konkurrenz. Doch Angst vor einem vorzeitigen Abgang des Erfolgsgaranten herrscht in Sinsheim nicht. "Wir lassen ihn auf keinen Fall gehen, das ist amtlich", schiebt Rosen allen Transferangeboten einen Riegel vor. "Wir sind wirklich froh, dass er bei uns geblieben ist und hoffen, dass es so bleibt", macht auch Beck keinen Hehl aus der Wichtigkeit des Südamerikaners.

Für Mannschaft und Fans ist der 21 Jahre alte offensive Mittelfeldspieler in dieser Form ein echter Hoffnungsträger, auch wenn man bei der TSG von alter Stärke noch ein ganzes Stück entfernt ist.

Thomas Aigner
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