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07.05.2014 - 14:53 Uhr


FCN: Vorbild Hoffenheim

Mit dem Rücken zur Wand: FCN-Innenverteidiger Per Nilsson geht dennoch in die Offensive und glaubt an ein Wunder

Nach dem letzten Heimspiel der Saison applaudierten die Nürnberger Spieler den Fans - um den direkten Abstieg zu vermeiden, benötigt der "Club" nun Schützenhilfe

Nilsson blieb bei seinem Comeback die Verunsicherung in der Mannschaft nicht verborgen

Nürnberg - Zehn Niederlagen in den vergangenen elf Spielen - bei Nostalgikern könnte Mitleid aufkommen mit dem 1. FC Nürnberg, einem von 16 Gründungsmitgliedern der Bundesliga 1963. Irgendwie, aber dann doch nicht so wirklich. Jedenfalls nicht bei Branchenkollegen. "Mitgefühl, wieso?" fragte Hannovers Torhüter Ron-Robert Zieler nach dem 2:0-Sieg der 96er vergangenen Samstag beim "Club". Denn: "In der Bundesliga kriegst du nichts geschenkt. Insofern ist jeder auf sich selbst angewiesen." Wie wahr.

Das wissen sie auch in der Frankenmetropole nur zu gut. Allerdings haben die Cluberer ihr sportliches Schicksal seit Samstag nicht mehr in eigenen Händen. Chancen waren zuvor zuhauf vorhanden, um wenigstens ein Ausrufezeichen an die Nebenbuhler aus Hamburg oder Braunschweig im äußerst zähen Kampf gegen den Abstieg zu senden. "Wenn man so schlecht ist wie wir", gesteht Innenverteidiger Per Nilsson ein, "wir mit nur 26 Punkten noch am Leben sind, dann ist das fast ein Wunder." Eines, das tatsächlich noch ein Happy End finden wird?

Gelbsperren erschweren das Wunder

Dass die "Club"-Fans angesichts des drohenden achten Abstiegs desillusioniert wirken, dafür zeigten die FCN-Profis nach einem erneut ernüchternden Auftritt Verständnis. Ihrem Kampfgeist, dem Willen, das Unmögliche doch noch möglich zu machen, hat dies jedoch keinen Abbruch getan. "Es liegt allein an uns", weiß Nilsson - und erklärt seinen ehemaligen Arbeitgeber, die TSG Hoffenheim, zum großen Vorbild.

In der abgelaufenen Saison war den Kraichgauern eben dieses Wunder, dass sie sich in Nürnberg hartnäckig einreden, mit Bravour gelungen. Die TSG, 17. und vermeintlich sicherer Absteiger neben Schlusslicht Greuther Fürth, musste am letzten Spieltag 2012/13 bei Champions-League-Finalist Borussia Dortmund ran. Den Gästen, streckenweise von den Borussen schwindlig gespielt, gelang im Schlussspurt dank zwei von Sejad Salihovic verwandelten Elfmetern noch die Wende (zum Videospielbericht). "Daran hat doch auch keiner geglaubt", erklärt Nilsson trotzig. Letztlich konnte Hoffenheim dank des 2:1-Erfolgs in Dortmund, auch weil Düsseldorf in Hannover verlor und direkt abstieg, den Umweg über die Relegation gegen Kaiserslautern zum Klassenverbleib nutzen.

Wie dem "Club" ein solcher Husarenstreich, womöglich gegen den Erzrivalen aus Fürth (derzeit noch Dritter im Unterhaus), gelingen soll, gleicht beinahe der Quadratur des Kreises. Und wird zusätzlich erschwert durch die Gelbsperren von dreiviertel der Viererabwehrkette: Die Außen Timothy Chandler (rechts) und Marvin Plattenhardt werden auf Schalke ebenso fehlen wie der vom Links- zum Innenverteidiger umfunktionierte Javier Pinola. "Die, die gesperrt sind", beteuert der Argentinier, "müssen denen auf dem Platz helfen, um Erfolg zu haben."

Nilsson: "Wir werden alles geben"

Personell geht Nürnberg seit Monaten auf dem Zahnfleisch. Demzufolge fehlt es an den spielerischen Mitteln und den individuellen Möglichkeiten: vorne wie hinten, links wie rechts.  "Wir mussten aufgrund von Verletzungen und Sperren die ganze Rückrunde über viel rotieren", hadert Nilsson, der weiß, dass deshalb "Qualität fehlt". Auch er selbst war nach Rot gegen Braunschweig und einem Muskelfaserriss zehn Wochen zum Zuschauen verurteilt. Bei seinem Comeback gegen Hannover blieb dem schwedischen Nationalspieler zudem die allgemeine Verunsicherung im Team nicht verborgen.

"Wir werden alles geben. Jeder muss bereit sein, etwas Besonderes zu machen", verspricht Nilsson, "um dieses Wunder am Samstag zu schaffen." Chancen auf die Relegation gegen den Zweitliga-Dritten eröffnen sich aber nur, wenn die Spieler endlich selbst abliefern. Schützenhilfe der bis dato ebenfalls auf Stillstand programmierten Braunschweiger (ein Punkt Rückstand) und des HSV (ein Punkt Vorsprung) wäre die zweite Voraussetzung.

Markus Löser

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