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Bundesliga

24.12.2013 - 09:30 Uhr


Entwicklung in kleinen Schritten

Torsten Lieberknecht und seine Eintracht holten elf Punkte in der Hinrunde

Den ersten Sieg holte Braunschweig beim 2:0 in Wolfsburg

Auch zum Ende der Hinrunde gelang beim 1:0 gegen Hoffenheim ein Dreier

Braunschweig - 28 Jahre lang mussten die Fans von Eintracht Braunschweig ausharren, bis sie wieder einmal das sprichwörtlich erstklassige Gefühl der Bundesligazugehörigkeit auskosten durften. Am 10. August 2013 war es dann soweit, und auch wenn der Auftakt gegen Werder Bremen mit der 0:1-Heimniederlage misslang, so hatten Spieler, Trainer und Anhänger gleichermaßen leuchtende Augen.

Bis zum ersten Punt der Saison dauerte es ein Weilchen, denn erst am 5. Spieltag erzwang der Aufsteiger beim 1:1 gegen Nürnberg den ersten Zähler. Und als der erste Sieg ausgerechnet beim VfL Wolfsburg, also einem niedersächsischen Konkurrenten gelang, war die Eintracht endgültig in der Bundesliga angekommen.

"Man sollte uns nicht abschreiben"

"Die Niederlagen haben uns noch mehr zusammengeschweißt. Einige sind sechs, acht Jahre dabei. Es war unser Traum, in der Bundesliga zu spielen. Und den wollen wir genießen", freute sich Norman Theuerkauf nach dem Coup beim VfL. Fortan mauserte dich der Außenseiter und schaffte es am 11. Spieltag sogar, Bayer Leverkusen die erste Saisonniederlage beizubringen. "Wir haben viel Selbstvertrauen getankt. Man sollte uns nicht abschreiben", sagte Domi Kumbela anschließend - ein Motto, dass auch nach dem Abschluss der Hinrunde noch gilt.

Denn obwohl die Eintracht mit elf Punkten das Tabellenende ziert, sind die rettenden Plätze nicht weit entfernt: Drei Zähler sind es auf den Relegationsplatz, vier auf Rang 15, da sollte man auch weiterhin mit einer intakten Moral des Aufsteigers rechnen. Zudem kehren zur Rückrunde die Langzeitverletzten Jan Hochscheidt, Dennis Kruppke, Ken Reichel und Marco Caligiuri zurück, so dass Cheftrainer Torsten Lieberknecht mehr Alternativen zur Verfügung hat. 

A propos Lieberknecht: Der Braunschweiger Coach hatte seinen ersten bemerkenswerten Auftritt, als er in einem Rundumschlag über die vermeintliche Benachteiligung seiner Elf wütete. "Es gab immer wieder Momente, wo du merkst: Du bist dieser kleine Piss-Verein. Du bist dieser Piss-Verein, der auch bei den 
Schiedsrichtern nicht die Wahrnehmung hat", sagte Lieberknecht im Anschluss an die 0:4-Niederlage gegen den Hamburger SV. Auch wenn der Coach damit übers Ziel hinausschoss, so zeigte der Wutanfall doch, mit wieviel Herz er bei der Sache ist.  

"Man sieht, dass wir uns entwickeln"

Dass die Eintracht mit einem guten Gefühl in die Winterpause geht, liegt auch am letzten Hinrundenspieltag, an dem man mit dem 1:0-Erfolg gegen Hoffenheim den dritten Saisonsieg holte. "Im Januar geht es weiter, und wir haben noch alle Chancen", sagte Torschütze Oehrl und atmete dabei hörbar auf. 

Doch der Weg zum Klassenerhalt bleibt für die Norddeutschen steinig und schwer. Spielerische Mängel wurden ungeachtet des verdienten Sieges auch gegen Hoffenheim immer wieder offenkundig, Einsatzwillen und Kampfkraft hingegen haben und hatten Champions-League-Niveau. Diese Diskrepanz war Lieberknecht auch gegen Hoffenheim nicht entgangen. "Man sieht, dass wir uns entwickeln, allerdings in ganz, ganz kleinen Schritten. Ob das am Ende reicht, um in der Liga zu bleiben, wird man sehen." 

Johannes Fischer

TOPS

  • Bei Fernschüssen passiert nicht viel: Nur Bayern ließ weniger Weitschuss-Gegentore zu (keins) als Braunschweig (zwei).
  • Bei Standards recht sicher: Die sechs Gegentore nach ruhenden Bällen sind der viertbeste Wert der Bundesliga.
  • Stürmer recht gut im Griff: Die Stürmer der Gegner trafen nur acht Mal gegen die Eintracht - hier liegen die Braunschweiger gleichauf mit Borussia Dortmund.
  • Geschickt in den Duellen: Kein Team wurde öfter gefoult als Braunschweig (296 Mal, wie Hoffenheim).
  • Noch ist nichts verloren: Trotz der recht schwachen Ausbeute von nur elf Punkten ist das Saisonziel der Braunschweiger (Relegationsplatz 16) nur drei Punkte entfernt.

 

FLOPS

  • Die schwächste Offensive der Liga: Braunschweig ist die Mannschaft mit den wenigsten Toren, nur zehn Mal traf man ins Tor.
  • Viel zu wenige "Hundertprozentige“: Kein Team erspielte sich weniger Großchancen als Braunschweig (elf).
  • Schlechte Trefferquote: Im Schnitt nur jeder 21. Braunschweiger Torschuss war drin - kein anderes Team war hier so uneffektiv.
  • Ungenau: Nur Bremen hat eine höhere Fehlpassquote (31,7 Prozent) als Braunschweig (29,7 Prozent).
  • Sehr passive Spielweise: Braunschweig hat den geringsten Ballbesitz der Liga (44,0 Prozent).
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