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24.12.2013 - 13:28 Uhr


Mittendrin statt nur dabei

Mit 24 Zählern haben Halil Altintop und Co. eine überragende Hinrunde gespielt

Nach der Hinrunde verlängerte der FCA den Vertrag mit Trainer Markus Weinzierl

Zuletzt holten die Augsburger ein 1:1 bei Eintracht Frankfurt

Augsburg - Diese Tabelle sollte sich der FC Augsburg eigentlich einrahmen lassen:  Platz acht zum Abschluss der ersten Halbserie - vor Bundesliga-Granden wie VfB Stuttgart (10.), Werder Bremen (11.) oder Hamburger SV (14.). In der mit Abstand besten Hinrunde seit dem Aufstieg  2011 wurden 24 Punkte gesammelt, also exakt so viele, wie in den beiden davor zusammen. Zur Erinnerung: Im ersten Jahr waren es 15 gewesen, im zweiten sogar nur neun.

Schon in der Rückrunde der vergangenen Saison hatte sich angedeutet, dass in Augsburg etwas heran wächst. Nach der desaströsen Neun-Punkte-Hinserie startete die Mannschaft im zweiten Abschnitt durch, fuhr weitere 24 Zähler ein und erreichte das rettende Ufer auf direktem Weg - vor 1899 Hoffenheim, Fortuna Düsseldorf und SpVgg Greuther Fürth.

Drei Erfolge zum Abschluss

Zunächst allerdings erhielt die Hoffnung, dass der FCA dort würde anknüpfen können, wo er  2012/13 aufgehört hatte, einen Dämpfer. Der Start in die neue Meisterschaftsrunde war holprig. Erst am dritten Spieltag gab es - dank eines 2:1-Heimerfolgs gegen den VfB Stuttgart - die ersten Punkte, und die nächste Durststrecke ließ nicht lange auf sich warten: Aus den fünf Partien von Runde sechs bis zehn war ein einziger Zähler die karge Ausbeute.

Die schwarze Serie beendete ein 2:1-Sieg gegen Mainz 05, dem sich eine 0:3-Klatsche beim FC Bayern München anschloss. Doch war die Niederlage in der Allianz-Arena die letzte, die das Team von Markus Weinzierl, der seinen Vertrag vorzeitig verlängerte, in der Vorrunde kassiert hat. Drei volle Erfolge gegen Hoffenheim (2:0), in Hamburg (1:0) und gegen Braunschweig (4:1) sowie die beiden Unentschieden in Berlin (0:0) und Frankfurt (1:1) bildeten einen klasse Abschluss der ersten Halbserie.

"Marwin hat eine sehr gute Entwicklung genommen"

Dass der FC Augsburg in der Beletage des deutschen Fußballs nicht mehr nur dabei ist, sondern mittendrin, hat mehrere Gründe. Zur hervorragenden Arbeit auf dem Trainingsplatz gesellen sich das ausgeprägte Wir-Gefühl und personalpolitischer Sachverstand. Keeper Marwin Hitz, beim VfL Wolfsburg im Schatten seines Schweizer Landsmannes Diego Benaglio, hat sich in Augsburg zur Nummer eins empor gehangelt und obendrein zum Kandidaten für die WM 2014 in Brasilien.

“Marwin hat eine sehr gute Entwicklung genommen, seine Chance genutzt. Er ist ein Torhüter, der gut mitspielt und Ruhe ausstrahlt”, lobte Ottmar Hitzfeld, der Nationaltrainer der Eidgenossen, in einem Interview mit "Sport Bild" den 26-Jährigen.

Altintop-Verpflichtung als Volltreffer

Ein Volltreffer war auch die Verpflichtung von Halil Altintop. Der vom türkischen Erstligisten Trabzonspor in die Bundesliga zurückgekehrte Mittelfeldmann hat jede Menge Erfahrung und Spielwitz eingebracht, stand in allen 20 Pflichtpartien in der Anfangsformation. Fünf Tore im Kampf um Punkte und eines im Pokalwettbewerb sind außerdem der Nachweis dafür, dass der 31-Jährige weiß, wo der Kasten steht.

Abschlussstärke wurde auch Raul Bobadilla nachgesagt. Doch konnte lange Zeit nur gemutmaßt werden, ob der argentinische Angreifer halten würde, was man sich von seiner Verpflichtung versprochen hat. Bei seinem ersten Einsatz am zweiten Spieltag in Bremen erlitt das Kraftpaket einen Innenbandriss im Knie - eine fast dreimonatige Zwangspause war die Folge. In den letzten drei Vorrundenspielen durfte der 26-Jährige jeweils in der Startelf ran - und rechtfertigte das Vertrauen mit zwei wichtigen Toren. Das goldene beim 1:0-Sieg in Hamburg war drei Zähler wert, die 1:0-Führung beim 1:1 in Frankfurt einen.

Der Star ist das Team

Bliebe noch Andre Hahn (23) zu erwähnen. Im Januar dieses Jahres vom seinerzeitigen Drittligisten Kickers Offenbach nach Augsburg gewechselt, schaffte der Rechtsaußen ungewöhnlich schnell den Sprung zur Stammkraft in Liga eins. Und in dieser Saison platzte obendrein der Tore-Knoten. Sechs Treffer weisen ihn als den aktuell erfolgreichsten FCA-Schützen aus.

Dennoch: Der Star ist weder der, noch jener - sondern das Team. Als bekennender Anhänger einer vom Kollektiv geprägten Spielphilosophie outet sich unter anderem Halil Altintop. “Wichtig ist nur der Erfolg der Mannschaft”, sagt der Deutsch-Türke, der gleichzeitig mahnt, “dass wir nicht auch nur ein Prozent nachlassen dürfen”. Das Geschäft sei brutal, “und es kann schell in die andere Richtung gehen”.

Fortuna Düsseldorf lässt grüßen. Die hatte zur Halbzeit der vergangenen Saison 21 Punkte auf dem Konto - und musste dennoch absteigen. Einen Absturz des FC Augsburg hält Altintop gleichwohl für ausgeschlossen: “Wir sind selbstbewusst genug, dass uns das nicht passiert.”

Reinhart Kruse

TOPS

  • Recht wenig zugelassen: Nur gegen den FC Bayern und Dortmund kamen die Gegner seltener zum Torschuss als gegen Augsburg (185-mal).

  • Starke Hinrunde: Augsburg holte in der Hinrunde 24 Punkte – so viele wie 11/12 (15 Punkte in der Hinrunde) und 12/13 (neun) zusammen.

  • Stürmer gut im Griff: Nur der FC Bayern und Leverkusen ließen weniger Gegentore durch Angreifer zu als Augsburg (sieben).

  • Offensivfreudig: Augsburg hatte 97 Ecken – nur Bayern und Frankfurt mehr. 246 Flanken sind auch die drittmeisten (nach Wolfsburg und Bayern).

  • Zu Spielbeginn konzentriert: Nur Leverkusen kassierte weniger Gegentore in der Anfangsviertelstunde (keins) als Augsburg (eins).

FLOPS

  • Fast ohne Sturm: Augsburg stellt die harmlosesten Stürmer der Liga, nur drei Stürmertore stehen zu Buche (wie bei Braunschweig).

  • Sehr harmlose Standardsituationen: Kein Team erzielte weniger Tore nach ruhenden Bällen als Augsburg (drei).

  • Noch ohne Tor nach Ecke: Augsburg wartet noch auf das erste Saisontor nach einem Eckball.

  • Tollpatischig im eigenen Strafraum: Augsburg verursachte die meisten Strafstöße (sechs).
  • Schlechtes Durchsetzungsvermögen: Augsburg ist das zweikampfschwächste Team der Liga (47,3 Prozent gewonnen).

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