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01.02.2014 - 22:02 Uhr


Dreckige Siege und Grüße vom Murmeltier

Endlich wieder gewonnen: Vizemeister Borussia Dortmund um Abwehrchef Mats Hummels (r.) holte in Braunschweig den ersten Dreier seit Ende November

Der VfB Stuttgart (mit Moritz Leitner, M.) dagegen gab wieder einmal eine Führung aus der Hand

Beim HSV spitzt sich die Lage zu. Die Elf von Bert van Marwijk sitzt mehr denn je im Tabellenkeller fest

München - Im Kampf um die besten Plätze hinter dem FC Bayern haben sich Leverkusen und Dortmund aus dem Leistungsloch gezittert. Weil die Fohlen in Hannover stolpern, feiert Schalke nach einem glücklichen Sieg gegen Wolfsburg den Sprung auf Platz 4. Derweil scheint es für den Bundesliga-Dino langsam eng zu werden (Tabelle). Die Highlights des 19. Spieltags.

Für Leverkusens Stürmer Stefan Kießling kam der VfB Stuttgart mal wieder gerade recht. Nach vier torlosen Partien beendete der Torschützenkönig "natürlich" gegen seinen Lieblingsgegner die persönliche Durststrecke. Nun hat er in sieben Heimspielen in Folge gegen die Schwaben getroffen (insgesamt zehn Mal) und damit einen historischen Rekord eingestellt (Topdaten). Gleiches war bisher nur Gerd Müller (gegen Mönchengladbach) und Klaus Fischer (gegen Stuttgart) gelungen.

Während die Werkself nach zuletzt drei Pleiten in Serie wieder einen Sieg feiern durfte, kassierte der VfB Stuttgart zum dritten Mal innerhalb einer Woche einen späten Knockout. "Ich komme mir langsam vor wie bei täglich grüßt das Murmeltier", sagte VfB-Coach Thomas Schneider nach der erneuten Schlappe trotz jeweiliger 1:0-Führung (zuvor je 1:2 gegen Mainz und Bayern). Bayer-Teamchef Sami Hyypiä hingegen freute sich darüber, dass seine Mannschaft nach dem 2:3 in Freiburg endlich "klug und mit Kopf" gespielt habe (Trainerstimmen).

Klopp: "Ein dreckiger Sieg"

In der laufintensivsten Partie des Spieltags quälte sich Borussia Dortmund beim Schlusslicht zum ersten Sieg seit Ende November. "Wir sind Borussia Dortmund und wir sind bereit, für drei Punkte zu arbeiten, egal wo, egal gegen wen, das haben wir unter Beweis gestellt. Es war diesmal ein dreckiger Sieg", sagte BVB-Coach Jürgen Klopp nach dem 2:1 bei aufopferungsvoll kämpfenden Braunschweigern, die mit 123,8 Kilometern einen Kilometer mehr abspulten als die Gäste, deren individuelle Klasse jedoch am Ende den Unterschied machte.

Doppeltorschütze und Salto-Künstler Pierre-Emerick Aubameyang erzielte bereits zum fünften Mal in dieser Saison (Liga-Spitze) das 1:0 für den BVB. Und Mats Hummels legte in seinem ersten Spiel nach überstandener Verletzung mit 34,7 Stundenkilometern mal eben wieder den schnellsten Spurt aller Profis hin. Sein Team lieferte mit insgesamt 262 Sprints zudem den Top-Wert des Spieltags ab (Analyse).

Korkut macht Hannover Beine

Schalke hat mit dem 2:1 gegen Wolfsburg einen direkten Konkurrenten um die Champions-League-Qualifikation auf Distanz gehalten. Auch im Revier ging es "schmutzig" zu. "Dreckige Siege zählen auch", meinte Klaas-Jan Huntelaar nach dem kuriosen Spielverlauf. "Es kann aber nicht sein, dass wir in Überzahl schlechter sind. Da kam Panik dazu." Nachdem die Wölfe  mit einem Mann weniger den Ausgleich erzielt hatten, sorgte Kevin-Prince Boateng (Interview) mit seinem sechsten Saisontor für die königsblaue Erlösung.

Schalke übernimmt damit Platz 4 von Borussia Mönchengladbach, das gegen laufstarke Hannoveraner keine Mittel fand. Offenbar hat der neue Trainer Tayfun Korkut den Niedersachsen so richtig Beine gemacht - mit 125,9 Kilometern lieferte sein Team die beste Laufleistung aller Mannschaften ab.

Sorge um den "Dino"

Ganz anders der Hamburger SV, der in Hoffenheim mit 114,1 Kilometern fast neun Kilometer weniger zustande brachte als die Gastgeber (122,7) und es schaffte, trotz 67 Prozent Ballbesitz mit 0:3 (fünfte Pleite in Folge - Vereinsnegativrekord) unterzugehen (Bilder des Spieltags). Damit lösen die Hamburger mit 44 Gegentoren nicht nur die Kraichgauer als Schießbude der Liga ab, der ruhmreiche HSV droht am Sonntag gar auf einen direkten Abstiegsplatz abzurutschen. "Das ist eine Katastrophe! Alles geht schief. Wir versuchen alles, aber es geht nichts. So macht Fußball keinen Spaß", polterte Rafael van der Vaart.

Spaß haben dafür momentan andere. So pirschen sich die Überraschungsteams aus Augsburg und Mainz langsam an die besten Plätze der Liga heran und lassen ihre Fans vom Europapokal träumen, während sich der arme "Dino" mitten im Überlebenskampf gegen den Abstieg wiederfindet.  

Markus Hoffmann

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