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10.04.2014 - 15:14 Uhr


Zu früh gefreut? Historische Bundesliga-Abstürze

München - Eigentlich war Hannover 96 schon gerettet. Eigentlich hatten die Roten nichts mehr mit dem Abstieg zu tun - so schien es immerhin nach dem 25. Spieltag und sieben Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz. Doch spätestens seit der 0:3-Niederlage im Derby bei Eintracht Braunschweig ist Abstiegskampf wieder das Wort der Stunde an der Leine. Nach zuletzt vier Niederlagen in Folge ist der Puffer auf Platz 16 auf zwei magere Pünktchen zusammengeschrumpft.

"So dicht dran an den gefährdeten Plätzen wie jetzt, waren wir diese Saison noch nicht", ist sich 96-Trainer Tayfun Korkut der prekären Situation bewusst. Der Vorletzte Nürnberg liegt nur drei Punkte hinter Hannover, Schlusslicht Braunschweig nur vier (Tippen Sie das Saisonfinale im Tabellenrechner). Hannover steckt also wieder mittendrin im Abstiegskampf, wäre im Falle eines Abstiegs aber nicht der erste Club, der sich zu früh in Sicherheit wähnte.

bundesliga.de zeigt, welche Teams trotz eines zwischenzeitlich beruhigenden Polsters am Ende doch absteigen mussten.

Zur falschen Zeit auf Platz 17

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Erst in der vergangenen Saison stieg mit Fortuna Düsseldorf eine Mannschaft aus der Bundesliga ab, die lange Zeit nichts mit dem Abstiegskampf zu tun hatte. Nach dem 24. Spieltag lag der Aufsteiger auf dem 12. Platz, hatte zwölf Punkte Vorsprung auf Rang 17. Auch fünf Runden vor Schluss sah die Situation dank eines Sechs-Punkte-Polsters gut aus. Doch die Fortuna holte in den letzten fünf Partien keinen einzigen Punkt und rutschte durch die eigene 0:3-Niederlage in Hannover und den 2:1-Sieg von Hoffenheim in Dortmund ausgerechnet am letzten Spieltag auf einen direkten Abstiegsplatz - und das zum ersten Mal in der Saison überhaupt. Besonders bitter für Düsseldorf: Der Siegtreffer für Hoffenheim fiel erst in der 82. Minute. Mit einem Remis gegen den BVB wäre die TSG abgestiegen.

Von Rang 5 in die 2. Bundesliga

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Den spektakulärsten Rückrunden-Absturz legte Eintracht Frankfurt in der Saison 2010/11 hin. Nach der Hinrunde belegten die von Michael Skibbe trainierten Hessen mit 29 Punkten den 7. Platz, nur drei Zähler hinter Rang 5. Der Vorsprung auf die Abstiegsränge betrug sagenhafte 14 Zähler. Doch in der Rückrunde holten die Hessen nur magere acht Pünktchen und stürzten bis auf den vorletzten Platz ab. Auch der zum 28. Spieltag verpflichtete Feuerwehrmann Christoph Daum konnte die Eintracht nicht mehr retten, die so der fünfte Club wurde, der nach einem einstelligen Tabellenplatz in der Hinrunde noch abgestiegen ist (Duisburg 1991/92, Mannheim 1989/90, Essen 1970/71 und Hertha 1964/65)

Hertha scheitert in der Relegation

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Aufsteiger Hertha BSC war in der Saison 2011/12 nach einer ordentlichen Hinrunde Elfter. Doch in der Winterpause trennte sich Hertha von Aufstiegstrainer Markus Babbel und holte Michael Skibbe, der einen Katastrophen-Start erlebte, die ersten vier Rückrundenspiele verlor und nach nur sechs Wochen wieder entlassen wurde. Auf Platz 16 liegend übernahm Otto Rehhagel und schaffte mit der Alten Dame immerhin noch den Sprung auf den Relegationsplatz. Dort zog der Hauptstadt-Club aber gegen Fortuna Düsseldorf den Kürzeren und stieg wieder direkt in die 2. Bundesliga ab (Video: Rehhagel nach dem Abstieg).

Abstieg trotz Platz 11

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Es gab bislang vier Vereine, die, wie Hannover in dieser Spielzeit, nach 25 Spieltagen mindestens auf dem 11. Rang gelegen hatten und trotzdem am Saisonende absteigen mussten. 2006/07 erwischte es mit Aachen und Mainz gleich zwei Clubs. Der FSV war Zehnter, die Alemannia belegte nach 25 Spieltagen sogar Rang 9, allerdings mit je nur drei Punkten Vorsprung auf die Gefahrenzone. Am Ende der Saison stiegen beide ab - und zwar als Sechzehnter und Siebzehnter. Auch Arminia Bielefeld musste am Ende der Saison 2002/03 in die 2. Bundesliga, obwohl der DSC am 25. Spieltag noch auf dem sicheren 11. Platz gestanden hatte. Richtig bitter verlief die Saison 1989/90 für Mannheim. Nach 25 Runden rangierte der SV Waldhof auf Platz 9. Fünf Zähler Vorsprung auf Rang 16 waren im Zeitalter der Zwei-Punkte-Regel ein komfortables Ruhekissen. Nach nur zwei Pünktchen in den ausstehenden neun Partien musste Mannheim doch noch als Vorletzter absteigen (alle Bundesliga-Spielzeiten in der Spieltagsübersicht).

Frankfurt jubelt, Nürnberg stürzt

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In 50 Jahren Bundesliga mussten sieben Mannschaften den Gang in die 2. Bundesliga antreten, die erst am letzten Spieltag in die Abstiegsränge gerutscht waren. Am dramatischsten war dabei sicherlich das Saisonfinale 1998/99, als der 1. FC Nürnberg vor dem 34. Spieltag als Zwölfter mit drei Punkten und fünf Toren Vorsprung auf Eintracht Frankfurt und Platz 16 gerettet schien. Ein Zähler im letzten Saisonspiel gegen Freiburg hätte den sicheren Klassenerhalt bedeutet, doch am Ende stand der fünfte Abstieg der Vereinsgeschichte, während die Fans in Frankfurt Zeugen eines Fußball-Wunders wurden.

Die Eintracht musste gegen den Viertplatzierten 1. FC Kaiserslautern drei Punkte und fünf Tore auf Nürnberg aufholen. In der 85. Minute verkürzte Marek Nikl für Nürnberg zum 1:2, in Frankfurt führte die Eintracht 4:1 gegen den FCK - bei dieser Konstellation wäre der "Club" erstklassig geblieben. Doch dazu sollte es nicht kommen. In der 89. Minute tauchte Frankfurts Jan Aage Fjörtoft frei vor dem Lauterer Tor auf und verwandelte eiskalt zum 5:1-Endstand (Bildergalerie). Die Eintracht hielt sensationell die Klasse, Nürnberg rutschte am letzten Spieltag um vier Plätze ab und musste doch noch in die 2. Bundesliga absteigen.

Michael Sapper/Gregor Nentwig

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