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Bundesliga

02.08.2013 - 16:40 Uhr


Guardiola und die Lösung der M&M-Frage

Dante (r.) und Javier Martinez (l.) haben im Audi-Cup-Finale gegen Manchester City nicht immer das optimale Timing

Mario Mandzukic (M.) trifft auch gegen Manchester City, muss aber wohl wieder auf die Bank

Bastian Schweinsteiger (r.) spielt in Zukunft wohl alleine vor der Abwehr, kommt mit der neuen Situation aber schon gut zurecht

München - Am Ende waren sich beim FC Bayern alle Beteiligten einig. Der Tenor: Es war ein guter Test, ein willkommenes Kräftemessen gegen Manchester City im Audi-Cup-Finale. Zum zweiten Mal in der Geschichte bleibt der Pokal in München, weil der Rekordmeister gegen die Engländer einen Rückstand doch noch dreht und einen 2:1-Sieg feiert. "In den ersten 30, 40 Minuten haben wir sehr gut gespielt - nur das Tor hat gefehlt. Defensiv haben wir nichts zugelassen", sagte der formstarke Toni Kroos.
Doch in der zweiten Halbzeit wurden die aktuellen Bayern-Probleme offenkundig, obwohl der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge im Anschluss des Spiels von einer "guten Vorbereitung" sprach.

Die Stabilität der Innenverteidigung sowie die Besetzung des Sturmzentrums sind die dringlichsten Schlüsselbegriffe, die es möglichst schon vorm Pokalauftakt gegen den Viertligisten Schwarz-Weiß Rehden zu klären gilt. Doch Coach Pep Guardiola scheint ohnehin schon seine ersten Elf gefunden zu haben.

Martinez mit Stotterstart



"Jetzt geht es richtig los. Wir sind bereit", sagte der Ex-Barca-Trainer voller Vorfreude. Guardiola ist wenige Tage vorm Pokalspiel am Montag in Osnabrück jedoch sicherlich nicht entgangen, welche Abstimmungsprobleme die von ihm neuformierte Innenverteidigung mit Javier Martinez und Dante noch offenbart. Besonders der Spanier, im vergangenen Jahr als Sechser neben Bastian Schweinsteiger eine Bank, tut sich schwer in seiner neuen Rolle, die so neu doch eigentlich gar nicht ist. Denn: In Bilbao hat der Nationalspieler zwischenzeitlich auch als Innenverteidiger gespielt.

Doch der Welt- und Europameister bekommt nach seiner durchwachsenen Leistung gegen City Rückendeckung von höchster Stelle. "Javier Martinez ist gerade erst wieder ins Training eingestiegen. Es dauert eben noch ein bisschen, bis einige Spieler ihre beste körperliche Verfassung erreicht haben", sagte Rummenigge nach dem Finale.

Die Abstimmungsprobleme mit Dante waren indes nicht wegzudiskutieren. Beim Gegentor ließ sich Martinez von Landsmann Alvaro Negredo zu einfach überlaufen und kam anschließend nicht mehr richtig in den Zweikampf. Dante kam auch nicht mehr hinterher. Sollte der 24-jährige Martinez weiterhin schwächeln, stünden Jerome Boateng und Daniel van Buyten als Alternativen parat.

Pep-Elf wohl schon fix



Während die Innenverteidigung noch Sorgen bereitet, sind die Außenspieler in der Viererkette, Philipp Lahm und David Alaba, über jeden Zweifel erhaben, ebenso Keeper Manuel Neuer. Vor der Abwehr spielt mit Bastian Schweinsteiger künftig nur noch ein Sechser. Der Routinier scheint mit der Umstellung deutlich besser umgehen zu können, als sein früherer Nebenmann Martinez.

Neuzugang Thiago soll zusammen mit Toni Kroos im zentral offensiven Mittelfeld das Angriffspiel diktieren. Auf den offensiven Außenpositionen ließ Guardiola alles beim Alten, Arjen Robben und Franck Ribery sind Fixstarter. Besonders der Franzose präsentierte sich im Härtetest gegen das Premier-League-Team bissig und lauffreudig, war so für Gegenspieler Pablo Zabaleta eindeutig eine Nummer zu groß.

Mandzukic: Torjäger ohne Jagdgebiet



Nach den Erkenntnissen vom Audi Cup dürfte Thomas Müller im Angriffszentrum den Vorzug vor Mario Mandzukic erhalten. Damit geht die Philosophie-Diskussion weiter. Guardiola formierte zwischen 2008 und 2012 aus Barcelona die beste Mannschaft der Welt - ohne Mittelstürmer. Die Münchner feierten in der Vorsaison das Triple im klassischen Sytem - mit Mittelstürmer Mandzukic. Der Kroate muss nun trotz zweier Jokertore auf die Bank. Guardiola ließ gegen ManCity Thomas Müller als Stoßstürmer ran - mit mäßigem Erfolg.

Der Nationalspieler biss sich in der ersten Halbzeit oft an den robusten Engländern die Zähne aus, war oft zu fahrig und unkonzentriert in der Ballannahme. Müller kam erst nach dem Seitenwechsel besser ins Spiel, als ausgerechnet Mandzukic ein körperliches Duell auf Augenhöhe mit den City-Verteidigern führte. Der WM-Torschützenkönig von 2010 wechselte hingegen auf seine angestammte Position hinter den Kroaten zurück - und glänzte. Den Elfmeter zum Ausgleich verwandelte Müller souverän, das 2:1 durch Mandzukic bereitete er mustergültig vor.

Obwohl der Kroate dadurch erneut Argumente für einen Stammplatz lieferte, dürften diese von Guardiola vorerst ungehört bleiben. Kapitän Philipp Lahm äußert sich dazu diplomatisch. "Es ist wichtig, dass wir variabel sind. Wir müssen mit oder ohne echter Sturmspitze spielen können."

Christoph Gailer
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