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19.10.2013 - 22:22 Uhr


Guardiola mit Scharfsinn, Götze mit Esprit

Bayerns Mario Götze (r.) war gegen Mainz an drei Toren beteiligt. Nach der Partie war sein Trainer Pep Guardiola (l.) voll des Lobes für seinen Schützling (© Imago)

"Mario ist ein unglaublicher Spieler", sagte der 42 Jahre alte Übungsleiter

Götze (v.) war im Sommer von Borussia Dortmund an die Isar gewechselt

München - Thomas Tuchel wusste es bereits vorher, den Gang der Dinge konnte er aber letztlich nicht verhindern. "Guardiola ist in der Lage, das Spiel spontan zu verändern. Dann ist in Sekundenbruchteilen alles anders", hatte der 40-Jährige der "Süddeutschen Zeitung" vor der 1:4-Niederlage seiner Mainzer beim FC Bayern gesagt. Wie Recht er hatte.
Eine Halbzeit lang verlief aus Sicht der Rheinhessen alles nach Plan. Die 05er verbarrikadierten sich in ihrer Hälfte und gingen obendrein durch den pfeilschnellen Shawn Parker in Führung, der die einzige klare Torchance der Gäste eiskalt zur Führung versenkte. Den großen Bayern fehlten die Mittel gegen die Tuchelsche Fünferkette, die von den fleißigen Sechsern Julian Baumgartlinger und Johannes Geis noch stabilisiert wurde.

Guardiola: "Wir wechseln ein bisschen das System"



Doch nach der Pause war alles anders. Guardiolas Änderungen fruchteten prompt und innerhalb von 112 Sekunden drehten furios aufspielende Münchner die Partie gegen plötzlich nicht mehr geordnete und völlig überforderte Mainzer. "Wir wechseln ein bisschen das System", hatte Guardiola seinen Akteuren in der Halbzeit gesagt.

Der Spanier brachte Mario Götze für Rafinha und stellte mehrfach um. Lahm und Alaba rückten auf ihre angestammten Außenverteidigerpositionen, Schweinsteiger rotierte auf die Sechs und Mario Götze fand sich neben Toni Kroos im offensiven Zentrum hinter der einzigen Spitze Mario Mandzukic ein.

Mehr Spielwitz nach der Pause



Peps taktische Flexibilität machte sich sofort bezahlt. Lahm und Alaba belebten die in der ersten Halbzeit lahmenden Außenbahnen und in Götze war nun ein Spieler auf dem Feld, der es verstand, Löcher in eine vielbeinige Abwehr zu reißen. "Wir haben mit Mario mehr Spielwitz vorne drin gehabt und auf einmal Räume gefunden", meinte Thomas Müller, der einen Doppelpack schnürte und wie Außenbahnkollege Arjen Robben von der Hereinnahme Götzes profitierte.

"Mario kommt langsam wieder in seinen Rhythmus. Er braucht einfach Spiele. Du kannst noch so viel trainieren, am Ende geht es um die Spiele", machte der Niederländer deutlich. Götze bereitete sowohl den Ausgleich als auch das 3:1 mit zwei feinen Pässen und viel Auge vor. Obendrein leitete er das das 2:1 ein.

Götze schweigt



Ein rundum gelungener Nachmittag eben für den ehemaligen BVB-Spieler, der es nach seiner besten Leistung im Bayern-Dress aber vorzog, nichts zu sagen. Götze spazierte an der Seite von Bastian Schweinsteiger aus der Allianz Arena, auf den Lippen sein Zeigefinger. Lobhudeleien auf seine Person überließ der Nationalspieler anderen, zum Beispiel seinem Trainer, der Götze als "unglaublichen" Spieler beschrieb, der im "Sechzehner intelligent und clever" agiere, aber "noch Zeit brauche".

Götze und Guardiola, Bayerns Matchwinner gegen Mainz. Guardiola, der Strippenzieher. Der Guru, der an der Seitenlinie auf und ab wanderte, wild gestikulierend, nicht die Augen vom Spielgeschehen weg richtend. Der den Spielverlauf der ersten Halbzeit gelesen und daraus die richtigen Schlüsse gezogen hat. Götze, der Techniker. Der die Vorstellungen seines Trainers eins zu eins in die Tat umsetzte und dem Offensivspiel des Rekordmeisters mit seiner individuellen Klasse den fehlenden Esprit verlieh.

Aus München berichtet David Schmidt
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