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28.06.2014 - 17:00 Uhr


Kacar kehrt "mit neuer Seele" aus Japan zurück

Gojko Kacar hat in Japan eine wundersame Wandlung durchlebt. Vom verletzungsgeplagten Sorgenkind wurde er in Osaka zum Stammspieler - und das als Innenverteidiger

Die Japaner wollten ihn behalten. Doch auch wegen des neuen HSV-Trainers entschied sich Kacar für eine Rückkehr: Mirko Slomka wollte Kacar einst nach Hannover holen

In Hamburg musste der Mittelfeldspieler (M.) wegen Verletzungen immer wieder pausieren - die schlimmste war ein Knöchelbruch

München - "300 Fans kamen vor meiner Abreise an den Flughafen, viele weinten. Ein sehr emotionaler Abschied." So beschreibt Gojko Kacar im "Hamburger Abendblatt" seinen Abschied von Cerezo Osaka. Die Japaner wollten Kacar unbedingt behalten - vergeblich. Er will beim Hamburger SV eine neue Chance. Unter dem Trainer, der ihn einstmals - ebenfalls unbedingt und ebenfalls vergeblich - verpflichten wollte.

Ende 2012 hätte der aktuelle HSV-Trainer Mirko Slomka den Sechser nur zu gerne nach Hannover geholt. Doch der Wechsel platzte und beim HSV warf ihn eine schwere Verletzung zurück. "Bis zu meinem Knöchelbruch habe ich immer gespielt, wenn ich gesund war."

47 Mal stand er bisher für Hamburg in der Bundesliga auf dem Platz. Nach der gravierenden Verletzung, bei der vor 15 Jahren die Diagnose noch "Sportinvalide" geheißen hätte, musste er knapp neun Monate pausieren. "Der angedachte Wechsel nach Hannover klappte nicht. Und für meine Position wurden viele Spieler geholt. So wurde es schwer für mich."

Als Innenverteidiger Herr der Lüfte Japans

In Hamburg hatte Kacar noch nie einen leichten Stand. Er musste in der Reserve ran, Verletzungen warfen ihn ständig zurück, wie schon bei seiner vorherigen Station Hertha BSC. Erst während seiner Ausleihe nach Japan fand er wieder zu seinem sportlichen Glück. Und das in ungewohnter Position, als Innenverteidiger.

Vor allem die Kopfballstärke des 1,85 Meter-Manns imponierte den Asiaten. Ein Tor markierte er in 13 Spielen und erreichte das Achtelfinale der dortigen Champions League. In Fernost fand der Serbe zu neuem Selbstvertrauen. "Ich habe in dieser ganz anderen Welt gelernt, immer positiv zu bleiben und weiterzumachen. Kann man das sagen? Ich kehre mit neuer Seele zurück."

Kreuzer: "Gojko ist sehr auffällig"

Im HSV-Trainingslager in Glücksburg zählt Kacar schon jetzt zu den ersten positiven Überraschungen der Vorbereitung: "Gojko ist sehr präsent, physisch gut drauf, mit einer guten Ausstrahlung", lobt Sportchef Oliver Kreuzer, "insgesamt sehr auffällig."

Es grenzt an ein kleines Fußballwunder, dass Gojko Kacar jetzt wieder mittendrin ist beim HSV. Und damit soll es nicht enden. "Der Trainer sagte mir, dass er mir vertraut und ich eine Chance habe, wie alle anderen Spieler auch. Ich würde gerne das von mir gezeichnete Bild verändern." In Hamburg will Kacar für große Gefühle sorgen - wie am Flughafen von Osaka.

Christoph Gschoßmann

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