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10.03.2014 - 20:03 Uhr


Glanzlos, glücklich, aber nicht unverdient

Durch den 1:0-Sieg in Freiburg baute Borussia Dortmund den Vorsprung auf den Tabellendritten Bayer Leverkusen auf vier Punkte aus

"Unser Sieg war glücklich, aber nicht unverdient", findet BVB-Trainer Jürgen Klopp

Kapitän Sebastian Kehl (M.) sicherte den Schwarz-Gelben den Dreier mit einem klassischen Sonntagsschuss. Am kommenden Samstag empfängt Dortmund Borussia Mönchengladbach

Freiburg - Dem BVB genügt eine durchwachsene Partie zum Sieg gegen Freiburg. Ohne Reus und Lewandowski fehlte ein wenig der Glanz, doch vor dem wichtigen Spiel gegen Mönchengladbach zeigt die Tendenz nach oben.

Jürgen Klopp klatschte nach dem 1:0-Sieg seiner Elf fast zwei Dutzend Spieler ab - seine eigenen und die des Gegners. "Ich habe versucht, die Freiburger Spieler zu trösten", erklärte er die faire Geste. Er habe schließlich großen Respekt vor Mannschaften, die versuchen, mit spielerischen Mitteln zum Erfolg zu kommen, auch wenn ihnen das Wasser bis zum Halse stehe.

"Unser Sieg war glücklich, aber nicht unverdient. Jeder, der für Freiburg hält, fragt sich jetzt aber, warum wir 48 Punkte haben und die nur 19", sagte BVB-Coach Jürgen Klopp dann noch. Ein paar Minuten später umarmte er seinen Kollegen Christian Streich und ging gut gelaunt zum Mannschaftsbus, nicht ohne vorher noch seinen Kapitän für dessen Sonntagsschuss zum spielentscheidenden 0:1 zu loben: "Auch wenn ich ihn erst einmal fragen muss, ob er den wirklich so treffen wollte."

Kehls Sonntagsschuss

Davon ist allerdings auszugehen, die Bogenlampe, die Sebastian Kehl zentimetergenau über SC-Keeper Oliver Baumann hob, war zu gut getimt, um ein Produkt des Zufalls zu sein. "Es ist bekannt, dass Oliver Baumann oft weit vor dem Tor steht, weil er am Spiel teilnimmt", erläuterte Kehl. "Das habe ich auch vorher schon beobachtet. Dann habe ich einfach drauf gehalten. Natürlich ist auch immer etwas Glück dabei." So oder so: Das Tor reichte zu wichtigen drei Punkten. Vier Zähler Vorsprung hat der BVB nun wieder vor Bayer Leverkusen - kein Wunder, dass Mats Hummels von drei Bigpoints und einem "Riesenschritt zur Festigung von Platz 2" sprach. Mit seiner eigenen Leistung war der lange Zeit verletzte Nationalspieler nicht unzufrieden. "Das war ganz okay, ich brauche aber sicher noch ein bisschen Zeit."

So unverdient, wie es mancher Freiburger Fan empfand, war der Sieg einer Dortmunder Mannschaft tatsächlich nicht, die ohne Marco Reus (muskuläre Probleme) und Robert Lewandowski (Dehnung des Kreuzbandes) auskommen musste. Das fand auch Nuri Sahin: "Wir haben gewonnen, das ist das einzige, was zählt."

Wieder im Soll

Zum einen hatten die Freiburger nicht eine einzige Torchance, und zum anderen zeigte die gesamte BVB-Elf eine kämpferisch vorbildliche Leistung und zeigte vor allem in der Viererkette ein hohes Niveau. Das fand auch Klopp, der um Verständnis für den nicht unbedingt berauschenden Vortrag seiner Elf warb: "Bei uns war die halbe Mannschaft auf Länderspielreise, aber wir haben das getan, was man tun muss, wenn es spielerisch nicht so läuft und man auf eine Mannschaft trifft, die kicken kann: Wir haben gut gearbeitet." Das gelte besonders für den Abwehrverbund: "Die hintere Linie hat bestens funktioniert."

Der BVB hat fünf der letzten sechs Partien in der Liga gewonnen, die peinliche 0:3-Niederlage beim HSV bleibt also eine Eintagsfliege. Am nächsten Samstag erwartet die Borussia den Namensvetter aus Mönchengladbach. Der positive Trend der letzten Wochen soll dann bestätigt werden. Zumal aller Voraussicht nach dann sowohl Reus als auch Lewandowski wieder mitwirken können.

Aus Freiburg berichtet Christoph Ruf

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