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22.12.2013 - 20:36 Uhr


Gersbeck: "Ein geiles Gefühl"

18 Jahre und überglücklich - Marius Gersbeck (v.) freut sich über sein fast komplett gelungenes Bundesliga-Debüt

Anfangs ist Gersbeck wackelig und verursacht durch ungestümes Herauslaufen das 1:0 durch Dortmunds Reus

Doch Gersbeck stabilisiert sich ebenso wie seine Mannschaft. Am Ende siegt die Hertha mit 2:1 in Dortmund und der junge Torwart feiert mit den Fans in der Kurve

Dortmund - Gestatten, Gersbeck. Marius Gersbeck. Seit Samstag kennt die ganze Bundesliga den erst 18-jährigen Torhüterdebütanten von Hertha BSC Berlin. Sonst kickt er in der Regionalliga und steht bei den Profis in der Fankurve, jetzt bestand er seine Feuertaufe vor über 80.000 Fans in Dortmund auf dem Platz mit Bravour.

Nach dem 2:1-Sieg der Hertha beim BVB hatte Gersbeck allen Grund zum Strahlen. Den Interviewmarathon nach dem Spiel absolvierte er zwar noch etwas schüchtern, aber letztlich fast so souverän wie zuvor die 90 Minuten auf dem Platz.Dabei war die Anfangsphase der Partie für den Vertreter des verletzten Stammkeepers Thomas Kraft gar nicht so optimal gelaufen. Mit bundesliga.de sprach Marius Gersbeck über Vorfreude, Druck und Fehler, den Schlüssel zum Erfolg und die Perspektiven der Hertha im neuen Jahr.

bundesliga.de: Marius Gersbeck, für Sie ging es quasi aus der Fankurve auf den Platz. Wie haben Sie Ihr Debüt erlebt?

Marius Gersbeck: Es war überragend. Man rechnet natürlich nicht mit einer solchen Nachricht, plötzlich in der Startelf zu stehen. Aber wenn man es dann erfährt, ist es nur noch pure Freude. Die Vorfreude hat ganz klar überwogen. Natürlich ist man auch ein bisschen nervös, aber das hat sich dann doch recht schnell gelegt. Ich habe mich einfach nur auf mein Debüt in der Bundesliga gefreut. Und wir haben eine gute Mannschaft, das sind alles coole Kollegen. Die haben mich vorher aufgebaut.

bundesliga.de: Wie war es, das erste Spiel ausgerechnet direkt in Dortmund vor der imposanten Südtribüne zu absolvieren?

Gersbeck: Das ist schon ein geiles Gefühl, gar keine Frage. Aber irgendwann blendet man das aus und schaltet es fast ab. Da ist dann nur noch die Freude über das Spiel. Allerdings versteht man kaum sein eigenes Wort, wenn man so nah vor einer solchen Kulisse spielt.

bundesliga.de: Dabei sind die ersten Minuten für Sie gar nicht so optimal gelaufen.

Gersbeck: Das stimmt, mir ist schon früh der Fehler unterlaufen, als ich unnötiger Weise zu weit aus dem Tor gekommen bin und Reus den Ball an mir vorbei ins Tor spitzeln konnte. In dem Moment dachte ich nur: Scheiße! Aber es ist ja noch gut gegangen. So etwas muss man dann auch schnell abhaken. Die Mannschaftskollegen haben es ausgebügelt und mir den Hintern gerettet, wir sind gut zurück ins Spiel gekommen - perfekt.

bundesliga.de: Sie haben den Patzer tatsächlich ganz cool weggesteckt und in der Folge sicher gehalten. Woher nehmen Sie mit 18 Jahren diese Gelassenheit?

Gersbeck: Es war ja nicht der erste Fehler meiner Karriere, auch wenn sie noch sehr jung ist. Aber man macht nun einmal Fehler, auch im Leben. Das passiert jedem. Und als Torwart stehst du sowieso immer unter Druck. Machst du einen Fehler, ist der Ball meistens drin. Aber Fehler muss man auch abhaken können. Es bringt nicht, deswegen lange herum zu jammern. Einem 35-Jährigen fällt das sicher leichter als einem 18-Jährigen. Aber in diesem Fall hat es gut geklappt und ich bin danach richtig gut ins Spiel gekommen. Je länger das Spiel lief, desto sicherer bin ich geworden.

bundesliga.de: Was war aus Ihrer Sicht der Schlüssel zum Sieg in Dortmund?

Gersbeck: Wir haben als Mannschaft insgesamt sensationell gespielt. Wir haben gut gestanden und kaum etwas zugelassen. Dortmund hatte wohl selten so wenige klare Möglichkeiten wie in diesem Spiel. Auf der anderen Seite haben wir unsere Chancen genutzt und die Dinger dann auch gemacht.

bundesliga.de: Sind der Erfolg bei Borussia Dortmund und der 6. Tabellenplatz ein Indiz für die momentane Stärke der Hertha?

Gersbeck: Das kann man schon so sagen! Wir haben in der Hinrunde auch keines unserer Spiele unverdient gewonnen. Im Moment ist es für Hertha nahezu perfekt, wir stehen in der Tabelle sehr gut da. Aber wir dürfen jetzt nicht überheblich werden. Wir müssen in der Rückrunde an unsere Leistungen anknüpfen. Für uns geht es in erster Linie weiterhin darum, nicht abzusteigen. Das ist das Wichtigste!

bundesliga.de: Für Sie selbst könnten Weihnachten und Winterpause wohl auch ausfallen?

Gersbeck: Auf jeden Fall! Urlaub ist zwar auch mal ganz schön, aber von mir aus könnte die Saison jetzt direkt weitergehen.

Das Gespräch führte Dietmar Nolte

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