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12.05.2014 - 10:05 Uhr


Furioser Lauf mit Knalleffekt-Finish

Thomas Tuchel (M.) im Fokus: Mit Mainz schaffte der Coach die Europa League, sah seine Mission dort aber dann als beendet an (© Imago)

Durchstarter: Shinji Okazaki (l.) und Johannes Geis waren zwei der Protagonsiten bei den Rheinhessen

Auch im Tor gab es einen Gewinner: Loris Karius beerbte Christian Wetklo und Heinz Müller

Mainz - Dieses 3:2 gegen den Hamburger SV am letzten Spieltag machte die ohnehin schon gute Saison 2013/14 für den FSV Mainz 05 endgültig zu einer besonderen - so wie es Trainer Thomas Tuchel im Vorfeld dieses Endspiels um die Europacup-Teilnahme gefordert hatte. Mit dem Sieg hielt der FSV den FC Augsburg auf Distanz und festigte so den 7. Tabellenrang und somit die Europa League. Diese zweite Qualifikation für das internationale Geschäft in der fünfjährigen Amtszeit von Tuchel war ein Paukenschlag - der allerdings noch am selben Tag von einem zweiten Paukenschlag übertönt wurde.

Tuchel wird den FSV trotz laufenden Vertrages bis Ende Juni 2015 verlassen. Er sieht seine Mission in Mainz beendet. Viel mehr geht vielleicht auch nicht in Mainz, das Wort Abstiegskampf ist ja nur noch ein Fremdwort gewesen für Nullfünf. Mainz hat sich in besonderer Manier als Bundesligist etabliert. Mit Kasper Hjulmand (Portrait) steht auch der neue Coach schon fest.

Okazaki lässt Szalai vergessen

Vor dieser Spielzeit hatten viele Mainzer Fans Bammel, in Torjäger Adam Szalai verließ ja wieder einmal einer der besten Spieler den Club. Der vom VfB Stuttgart gekommene Shinji Okazaki ließ Szalai im Lauf der Saison aber vergessen. Der Japaner überstand auch eine torlose Phase zu Beginn der Runde, nachdem er gleich zum Start ausgerechnet beim 3:2 (Video-Spielbericht) seinen ehemaligen Verein getroffen hatte.

Am Ende stehen stolze 15 Treffer in Okazakis Statistik, mehr hat noch kein Mainzer Profi je in einer Erstligarunde erzielt. Lediglich Andre Schürrle traf in der Saison 2010/11 genau so oft. Kurios bleibt aber die Torstatistik der gesamten Mannschaft nach 34 Spieltagen, sie fällt mit 52:54 negativ aus. Das ist für einen Europapokal-Kandidaten ungewöhnlich. Imposant bleibt in diesem Zusammenhang die Heimtabelle, zehn Spiele gewannen die Mainzer und kassierten in den 17 Heimbegegnungen nur 17 Gegentreffer, erzielten aber 28.

Bell, Geis und Karius überraschen

Die Offensive war vor allem in den Heimspielen ein Trumpf der Mainzer. Eric Choupo-Moting auf der linken und Nicolai Müller auf der rechten Außenbahn spielten eine starke Runde und ergänzten sich mit Okazaki in der Spitze perfekt.

Konnten man die überdurchschnittliche Leistung der beiden etablierten Kräfte erwarten, überraschten besonders Mittelfeldspieler Johannes Geis (20) Innenverteidiger Stefan Bell (22) oder vor allem der in der Rückserie zur endgültigen Nummer 1 aufgestiegene Torwart Loris Karius (20) mit sehr guten Leistungen, die ihnen vor der Runde kaum jemand zugetraut hätte. Konstant stark in seiner zehnten Saison in Mainz agierte Kapitän Nikolce Noveski (35) in der Innenverteidigung.

Ungekrönt stark gegen die Bayern

Die Mainzer ließen sich auch von einer Serie von sechs Spielen ohne Sieg in der Vorrunde nicht aus der Ruhe bringen und schafften wieder die Wende. In der Rückrunde machte sich das Team dann einen so guten Namen, dass ganz Fußball-Deutschland glaubte, nur jene Mainzer könnten diejenigen sein, die den übermächtigen FC Bayern erstmals besiegen könnten.

Nach einem tollen Spiel verloren die Nullfünfer aber am Ende mit 0:2 gegen Bayerns Bestbesetzung. Die erste Niederlage setzte es für den Rekordmeister aus München dann beim FC Augsburg. Dass die Augsburger das Privileg des ersten Bayern-Besiegers zuteil wurde, können die Mainzer aber verschmerzen, schließlich schlossen sie auf dem so wichtigen Rang 7 ab - einen Zähler vor eben jenem FC Augsburg, dem zweiten großen Überraschungsteam dieser Saison.

Tobias Schächter

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