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13.04.2014 - 16:04 Uhr


Streich warnt, Lieberknecht zweifelt

Christian Streich im Gespräch mit Admir Mehmedi: "Das war ein kleiner Schritt"

Enttäuschter Coach: Torsten Lieberknechts Eintracht ist seit elf Auswärtsspielen sieglos

Freiburgs Julian Schuster erzielte sein drittes Tor in den vergangenen fünf Partien

Freiburg - Sie klatschten ab, applaudierten höflich in Richtung Fankurve und zogen von dannen - ekstatischer Jubel herrschte nun wirklich nicht im Freiburger Lager, nachdem Eintracht Braunschweig mit 2:0 besiegt war. Dabei bedeuteten die drei Punkte gegen einen Abstiegskonkurrenten doch einen "großen Schritt" auf dem Weg in Richtung Klassenerhalt, wie SC-Keeper Oliver Baumann zugab. "Aber wenn wir uns jetzt zurücklehnen, verlieren wir die restlichen Spiele und steigen ab."

Das Wort "Endspiel" hatten beide Trainer im Vorfeld bewusst vermieden. Doch für beide Mannschaften bedeutete die Partie eine Art Vorentscheidung im Abstiegskampf.

Streich lobt Braunschweig

Dementsprechend deprimiert äußerte sich dann auch Eintracht-Coach Torsten Lieberknecht: "Uns fällt es nach dem heutigen Tag schwer, noch an den Klassenerhalt zu glauben." Eine Aussage, die dem Frust geschuldet war? Ein Psychotrick, um dem nächsten Gegner, dem FC Bayern, vorzugaukeln, man hätte sich bereits aufgegeben? Tatsächlich sind es ja nur zwei Punkte auf den Relegationsrang, drei zum rettenden Ufer.

So oder so - Lieberknechts Kollege Christian Streich war jedenfalls des Lobes voll über die Eintracht: "Braunschweig hat sich toll entwickelt. Das haben einige Mannschaften am eigenen Leib erfahren, die besser sind als wir." Es sei ein Fehler, den Tabellenletzten jetzt schon abzuschreiben. "Bei denen wird nächste Woche wieder 100 Prozent abgerufen, die Moral stimmt, die werden alles geben, die sind auf keinen Fall schon abgestiegen." Eine taktische Aussage war auch das nicht, Streich hat auch auf fast allen Pressekonferenzen der vergangenen Wochen immer wieder betont, wie er die "Moral" und die "mannschaftliche Geschlossenheit" der Konkurrenz aus Niedersachsen schätzt.

Beide Trainer schätzen sich

Lieberknecht und Streich verabschiedeten sich dann auch ausgesprochen herzlich voneinander - zuvor hatte auch der Braunschweiger Trainer die Arbeit des Kollegen gelobt und nachdenkliche Worte über die Leistung der eigenen Mannschaft gefunden: "Wir haben es nicht geschafft, einen Spannungsbogen zu erzeugen." Den aber hätte es gebraucht, weil die Eintracht eben in jedem Spiel "an ihre Grenzen gehen" müsse.

Tatsächlich wirkte die Eintracht im ersten Durchgang nicht wie eine Mannschaft, die auf der Zielgeraden der Saison unbedingt einen Sieg bei einem Konkurrenten landen will. Fehlende Einsatzbereitschaft konnte man den Gästen zu keinem Zeitpunkt vorwerfen, aber insgesamt überließ man den Freiburgern zu sehr die Initiative und beschränkte sich auf Konter-Versuche.

Baumann: "... für meinen Geschmack zu offensiv"

Letztlich konnte die Eintracht allerdings von Glück sagen, dass es beim Eigentor von Damir Vrancic (8.) blieb, der SC hatte ein halbes Dutzend bester Möglichkeiten, musste gegen Ende der Partie aber mitansehen, wie die Eintracht das Spiel fast noch gedreht hätte. "Da waren wir für meinen Geschmack zu offensiv", ärgerte sich SC-Keeper Oliver Baumann. "Da haben wir riskiert, dass sie ein Tor schießen und dann noch mal anrollen." Aber auch Baumann war natürlich zufrieden über die drei Punkte auf dem Weg zum Erreichen des Saisonziels: dem Klassenerhalt.

Ob der Sieg denn ein großer Schritt gewesen sei, wurde Christian Streich dann noch gefragt - eigentlich naheliegend angesichts von fünf Punkten Vorsprung auf den Relegationsrang. Doch Streich sah das anders: "Nein, das war ein kleiner Schritt. Und ich würde alles tun, wenn ich den Eindruck hätte, dass auch nur einer bei uns so tut, als ob wir schon gerettet wären."

Aus Freiburg berichtet Christoph Ruf

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