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09.04.2014 - 10:35 Uhr


Frankfurts Lebensversicherung

Joselu steht bei acht Saisontoren (© Imago)

Auch im Derby gegen Mainz brachte die Nummer 9 (l.) die Hessen auf den Weg (© Imago)

Bis Saisonende ist Joselu von 1899 Hoffenheim ausgeliehen. Wo sein Weg dann hingeht, ist offen

München - Stellen Sie sich den perfekten Stürmer vor. Welches Bild haben Sie im Kopf? Denken Sie an einen eiskalten Knipser wie Robert Lewandowski, der Spiele aus dem Nichts entscheiden kann? Schwebt Ihnen ein Arbeiter wie Stefan Kießling vor, der sich in jeden Zweikampf wirft und seinem Team mit jeder Aktion Selbstvertrauen einimpft? Oder visualisieren Sie ein Schlitzohr wie Claudio Pizarro, der geschickt seinen Körper einsetzt und mit feiner Technik glänzt? Machen Sie es sich doch einfach: Denken Sie nur an Joselu.

Der Spanier, der die Eintracht mit seinen Toren fast im Alleingang vor dem Abstieg rettet und auch gegen Mainz (Spiel-Matrix) wieder traf, weist imposante Quoten auf. So kommt er beispielsweise auf eine Trefferquote (152 Minuten für ein Tor), die selbst Dortmunds Superstar Lewandowski (142) nur hauchdünn unterlegen ist. Kein Wunder, dass die Frage nach der Zukunft immer öfter aufkommt. "Es gibt keine Tendenz. Ich mache mir keine Gedanken, was nach der Saison ist. Ich habe auch meinem Berater gesagt, dass ich mir aktuell kein Angebot anhöre", sagte Joselu, der bis zum Saisonende von 1899 Hoffenheim ausgeliehen ist.

Veh: "Er hat die Kurve gekriegt"

Dabei lief es an den ersten zwölf Spieltagen gar nicht gut für Joselu. Sein Trainer Armin Veh ließ ihn nur einmal starten und wechselte ihn drei weitere Male ein. Erst als Konkurrent Vaclav Kadlec nicht mehr regelmäßig traf, durfte Joselu wieder öfter von Beginn an ran. "Er ist für uns ein ganz wichtiger Spieler geworden. Das war er lange Zeit nicht, jetzt hat er die Kurve gekriegt", lobte Veh. Mittlerweile ist er aus Frankfurts Startelf nicht mehr wegzudenken.

Und Joselu hat nicht nur eine Quote wie Lewandowski - der im Gegensatz zu Joselu bei einem Top-Club stürmen darf. Der BVB erspielte sich in dieser Saison immerhin 145 Torschüsse mehr als Frankfurt. Defensiv ist der ehemalige Real-Profi den Top-Stürmern der Liga gar ein Stück voraus.

Zweikampfstärkster Stürmer der letzten Jahre

Alle zehn Minuten führt er einen Defensivzweikampf, bei Leverkusens Arbeitstier Stefan Kießling (13) dauert es ebenso länger wie bei Lewandowski (15) oder Bayerns Mario Mandzukic (21). Vielleicht am beeindrucktesten ist Joselus Zweikampfquote: Mit 47 Prozent gewonnener Duelle ist er im Zeitraum von 2012 bis heute nach Claudio Pizarro (49) in dieser Kategorie der beste Bundesliga-Stürmer. Vorne wie hinten gilt: Joselu ist eminent wertvoll für sein Team. "Die Verhandlungen werden zäh", sagt Sportdirektor Bruno Hübner schon jetzt.

Stellen Sie sich jetzt noch einmal den perfekten Stürmer vor. Trägt er vielleicht ein Frankfurter Trikot?

Christoph Gschoßmann

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