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17.09.2013 - 09:39 Uhr


Frankfurts Außenseiter als Assistkönige

Sebastian Jung (l.) ist nach seiner Rückkehr ins Team schon wieder der Mittelpunkt

Beim 3:0-Sieg in Bremen geht der Ersatz-Kapitän (v.) für den verletzten Pirmin Schwegler auch zum Jubeln in die Kurve vorneweg

Jungs Pendant auf der linken Abwehrseite, Bastian Oczipka (M.), macht in Bremen unliebsame Bekanntschaft mit den Stollen von Werders Franco Di Santo (© Imago)

Der Argentinier sieht für seinen Tritt Rot und auch Oczipka wird in den kommenden Tagen ausfallen...

...allerdings wegen eines Muskelfaserrisses, den sich der Linksfuß in der Schlussphase zuzieht (© Imago)

Bremen - Die Bremer Spieler konnten einem schon Leid tun. Angriff auf Angriff mussten sie vor heimischem Publikum über sich ergehen lassen. Und sie konnten rein gar nichts dagegen tun. Vielleicht war der Wille da, aber gegen das dynamische, aggressive Flügelspiel von Eintracht Frankfurt war einfach kein Kraut gewachsen. Am Ende feierten die Hessen an der Weser einen 3:0-Erfolg.
Herausragend im Weser-Stadion waren die beiden Außenverteidiger der Hessen: Bastian Oczipka und Aushilfs-Kapitän Sebastian Jung.

Sie hielten sich fast über die gesamten 90 Minuten mehr in der gegnerischen Hälfte auf, als in der eigenen. Kein Wunder, waren die Angriffsbemühungen Werders - vor allem nach dem Platzverweis - doch eher harmlos und selten.

Reif fürs Lehrbuch



"Wir haben sehr, sehr gut ins Spiel gefunden und sind richtig gut draufgegangen. Damit ist Werder überhaupt nicht klargekommen", erklärte Jung, der das 2:0 und 3:0 mustergültig vorbereitete. Die Führung legte Oczipka auf.

Und das 1:0 hätte besser nicht im Fußballlehrbuch stehen können. Von Jung aus auf der rechten Seite startend wurde der Ball rasant über Rode auf die linke Seite verlagert. Inui wartete clever auf Oczipka, der mit Sieben-Meilen-Stiefeln den Japaner hinterlief. Der Pass kam, der direkte Querpass von Oczipka auch und Vaclav Kadlec musste nur noch den Fuß hinhalten.

Assist-Asse unter sich



Beim 2:0 war es erneut Rode, der gekonnt das Spiel öffnete. Jung hatte dann viel, viel Zeit zum Flanken, tat das butterweich und Kadlec wuchtete das Leder per Kopf aus elf Metern in die Maschen. Das 3:0 dann fast eine Kopie in der Entstehung. Flankenwechsel Rode, Jung nahm den Ball Volley mit der Innenseite, um Aigner zu bedienen. Der verpasste und Sebastian Prödl traf ins eigene Netz.

Mit der Ausbeute vom Samstag hat Jung in dieser Saison nun schon drei Tore vorbereitet. Für Oczipka war es der erste Assist 2013/14, aber in der vergangenen Spielzeit führte er diese Wertung teamintern mit acht Einträgen an.

Rückkehrer Jung gibt den Takt vor



Jung merkte man in Bremen deutlich an, dass er nach seinem Muskelfaserriss, der ihm unfreiwillig drei Spiele Pause verschaffte, wieder richtig heiß auf Fußball war. 101 Mal hatte er den Ball, so oft wie kein anderer Spieler auf dem Rasen.

Der 23-jährige hessische Bub, der mit acht Jahren zur Eintracht kam und dort alle Jugendmannschaften durchlief, übernahm in Abwesenheit der Verletzten Pirmin Schwegler und Alexander Meier sogar die Kapitänsbinde.

Auch Oczipka trug nach dem Schlusspfiff eine Binde. Die aber um den rechten Oberschenkel. Beim 24-Jährigen sah man nach dem Spiel die Spuren seiner 16 gewonnenen Zweikämpfe. In der 24. Minute traf ihn Bremens Neuzugang Franco Di Santo mit einer Art Kung-Fu-Tritt mitten ins Gesicht. Gebrochen war zum Glück nichts, aber die Stollenabdrücke dürften Oczipka noch ein paar Tage länger "verschönern".

Oczipka: Diagnose Muskelfaserriss



Viel schwerwiegender waren aber die Folgen eines Spurts in der 85. Minute, als Oczipka diesen ohne Einwirkung vom Gegner abbrach und sofort seine Auswechslung anzeigte. Am Sonntag gab es die Diagnose: Muskelfaserriss. Damit fällt der Linksverteidiger für die Europa-League-Partie am Donnerstag gegen Bordeaux (ab 18:45 Uhr im Live-Ticker) und den 6. Bundesliga-Spieltag gegen Stuttgart aus.

Bleibt für die Eintracht zu hoffen, dass sie den erneuten Ausfall einer Stammkraft genauso gut kompensieren wird, wie sie es in Bremen getan hat. Denn dann dürften auch die Franzosen von Girondins gegen die Frankfurter nicht viel zu lachen haben.

Aus Bremen berichtet Michael Reis
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