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16.12.2013 - 21:30 Uhr


Papa als Hoffnungsträger

Er ist zurück: Schalke-Verteidiger Kyriakos Papadopoulos (l.) feierte nach über einjähriger Verletzungspause sein Comeback

"Ich habe nie daran gezweifelt, dass ich zurückkomme", sagt der Grieche (v.)

Die Mannschaft von Jens Keller schaffte im letzten Heimspiel des Jahres einen Sieg, nun soll am 17. Spieltag beim 1. FC Nürnberg ein versöhnlicher Abschluss her

Gelsenkirchen - In der 88. Minute entlud sich die ganze Anspannung. Mit dem sicheren 2:0-Vorsprung gegen Freiburg im Rücken feierte ganz Schalke kurz vor Weihnachten schon mal Bescherung und lag sich freudestrahlend in den Armen: Kyriakos Papadopoulos gab nach über einem Jahr sein umjubeltes Comeback - und mit ihm kehrte etwas auf den Rasen zurück, das sportliche Leitung und Fans gleichermaßen so sehr vermissen.

Kyriakos Papadopoulos ist kein Freund vieler Worte. "Ich bin zurück, alles ist wieder gut“, stellte der Grieche nach seinem Einsatz kurz und knapp fest. Für ihn persönlich ist das ein Satz, den man so jederzeit ganz sicher unterschreiben kann. Fast 13 Monate lang fehlte der Grieche, weil ihn ein andauernder Reizzustand im Knie immer wieder zurückgeworfen und außer Gefecht gesetzt hatte. Vergebliche Versuche, ins Team zurückzukehren, Rückschläge und immer wieder die quälende Reha. "Ich habe trotzdem nie daran gezweifelt, dass ich zurückkomme“, meinte der 21-Jährige jetzt.

Heldt: "Wir gehen auf dem Zahnfleisch"

Genau dieser Kampfgeist und Willen, diese Überzeugung und Einstellung sind es, die sie auf Schalke so lieben an ihrem "Papa“. Und die der Club gut gebrauchen kann. Denn was für den Verteidiger gilt, hat für den ambitionierten Verein kaum in Ansätzen Gültigkeit: Bei Schalke ist eben noch lange nicht alles wieder gut.

Auch das Spiel gegen den SC Freiburg offenbarte trotz des Sieges eine Menge Probleme. Vor allem in der ersten Halbzeit lief offensiv fast gar nichts zusammen, was auch Jens Keller hinterher offen eingestand: "Wir haben zwar kompakt gestanden, aber nach vorne nicht gut Fußball gespielt.“ Das war zum einen der langen Verletztenliste geschuldet, meinte Sportvorstand Horst Heldt: "Wir gehen auf dem Zahnfleisch und pfeifen personell sozusagen aus dem letzten Loch." Neben den Langzeitpatienten hatten sich in den letzten Tagen auch noch Höwedes, Draxler und Uchida zu den Ausfällen gesellt.

Zum anderen hatte der Schalker Cheftrainer aber noch einen anderen Grund ausgemacht. Und gab zu, dass die Kritik der letzten Wochen auch an der Mannschaft nicht spurlos vorüber gegangen ist: „In der ersten Halbzeit hat bei uns jedes Bein gezittert. Wir haben schwere Wochen hinter uns. Es ist verständlich, dass die Mannschaft nicht so eine Sicherheit hat.“

Fährmann zeigt Mitgefühl

Erst das Eigentor der Freiburger kurz vor der Pause hatte die Knappen auf Kurs gebracht, danach hatte Keller seinen Spielern vor allem Kampf verordnet. Auf Kreativität und Ideen, Kombinationsfußball und Zug zum Tor warteten die Anhänger in der dieses Mal nicht ausverkauften Arena allerdings vergeblich. "Als Zuschauer wäre man am liebsten zu Hause geblieben", zeigte sogar Torhüter Ralf Fährmann Mitgefühl.

So blieb es dem Comeback von "Papa“ vorbehalten, für den emotionalen Höhepunkt des Tages zu sorgen. Und neue Hoffnung zu machen, die auch der Sportvorstand hegt. "Vor allem hat uns seine Mentalität gefehlt und fehlt uns auch immer noch“, legte Horst Heldt den Finger in die Schalker Wunde. "Papa hat eine enorme Mentalität, das Stadion und die eigenen Spieler mitzureißen.“

Kyriakos Papadopoulos selbst weiß um die Erwartungen, die sich mit seiner Rückkehr auf den grünen Rasen verbinden. Seinem Naturell entsprechend geht er locker und selbstbewusst damit um - und macht nicht viele Worte: "Ich bin fit und glaube, dass ich der Mannschaft wieder helfen kann.“

Aus Gelsenkirchen berichtet Dietmar Nolte

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