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27.01.2014 - 20:36 Uhr


FCB-Dominanz: Erdrückend, aber nicht von ungefähr

Die Bayern um Mario Götze (l.) und David Alaba (M.) dominieren die Bundesliga derzeit nach Belieben (© Imago)

Für Trainer Pep Guardiola (l.) ist Kapitän Philipp Lahm der Fixpunkt im Spiel der Münchner (© Imago)

Selbst den Ausfall mehrerer Stammspieler kann der Ligaprimus kompensieren - in Gladbach standen neben Bastian Schweinsteiger (Bild) auch Franck Ribery und Javier Martinez verletzungsbedingt nicht im Kader

München - Die Dominanz des FC Bayern war selten so erdrückend wie dieser Tage. Sie spiegelt sich nicht nur in der Tabelle wider, die die Münchner mit zehn Punkten Vorsprung anführen, sondern auch im Verhalten der Gegner auf dem Rasen. Der Rekordmeister verschafft sich bei seinen Widersachern Respekt durch brutale Qualität.

Vor dem Auftaktspiel zur Rückrunde (Spielbericht) hallten nicht wenige Stimmen durch den Kosmos Bundesliga, die den heimstarken Borussen einen Coup gegen die übermächtigen Bayern zutrauten. Nichts da. Favres Fohlen wirkten einigermaßen scheu und ließen sich von den bayerischen Dompteuren durch die Manege jagen (Topdaten zum Spiel). "Das eine bedingt ja das andere", erklärt Sportdirektor Max Eberl im "kicker". "Die Mannschaft hat Bayerns Klasse auf dem Platz gespürt. Wie es ist, wenn du nicht in die Zweikämpfe kommst. Dann bekommst du Respekt, ganz logisch."

Geschlagen wird nur im Notfall

Thomas Müller und Co. machen ihre Gegner mit viel Ballbesitz mürbe. Hinterherlaufen ist angesagt, wenn der Ligaprimus seine Passstafetten aufzieht. Und es ist beinahe erschreckend, wie ballsicher die Bayern sind. Dass Spieler vom Format eines Philipp Lahm, Thiago oder Toni Kroos quasi nicht vom Spielgerät zu trennen sind, mutet noch wenig überraschend an. Aber selbst die Innenverteidiger Dante und Boateng sind darauf geimpft, das Gros der Situationen spielerisch zu lösen. Geschlagen wird nur im Notfall. Das spielerische Übergewicht verleiht allen Mannschaftsteilen Sicherheit und ist insbesondere bei eigener Führung für den Gegner kaum zu ertragen.

Doch was unterscheidet die Guardiola-Bayern von heute von den van-Gaal-Bayern, die vor drei Jahren ihr Unwesen trieben? Ballbesitz-Fanatiker sind sie definitiv beide, den Unterschied machen die Geschwindigkeit und die Frequenz im Passspiel. Dauert die Ballverarbeitung und der Pass zum Mitspieler zu lange, bleibt dem Gegner Zeit, sich zu sortieren und die entscheidenden Räume dichtzumachen.

So verkommt der hohe Ballanteil zum wenig lukrativen Passgeschiebe und die Torgefahr geht gegen null. Die Bayern von heute überzeugen dagegen durch die Bank mit hoher Ballfertigkeit und beängstigender Kombinationssicherheit. Die Zeit zwischen Annahme und Abspiel ist sehr gering, Kombinationen sind schwer auszurechnen und fast nicht zu verteidigen.

Breiter Kader, breite Bank

Das Pep-System tut sein übriges. Guardiola versucht ganz banal, im Mittelfeld eine spielerische Dominanz heraufzubeschwören. Deshalb beorderte der Spanier auch Lahm auf die Sechs, weil er dessen Spielintelligenz und Ballsicherheit auf der Außenverteidigerposition als nicht vollkommen ausgeschöpft betrachtete. Der Kapitän glänzt regelmäßig in der Zentrale mit technisch ebenfalls Hochbegabten wie Thiago oder Kroos. "Große Trainer haben die Eigenschaft, bei Spielern Stärken aufzudecken, die die selbst bei sich noch gar nicht kannten", sagte Oliver Kahn im "kicker". "Wusste Philipp Lahm, dass er im Mittelfeld spielen kann?" Das vermutlich schon. Aber er wusste wahrscheinlich nicht, wie gut er es kann.

Und sollte Lahm einmal nicht können, hat Guardiola ja noch einige Alternativen in der Hinterhand. Die Bayern gönnten sich in Gladbach den Luxus, Arjen Robben auf der Bank und Stürmer Mario Mandzukic gar zuhause zu lassen. Nicht zu sprechen von Bastian Schweinsteiger und Javier Martinez, dem defensiven Mittelfeld der Triple-Saison. Wie Superstar Franck Ribery fehlte das Duo verletzt. Die Münchner können die Ausfälle von vier bis fünf Stammspielern so mir nichts dir nichts kompensieren - im Gegensatz zur Konkurrenz.

Bayern brillieren mit Effektivität

Sind Ribery und Robben nicht dabei, brillieren eben Mario Götze und Thomas Müller. Mit Qualitäten, die den Gegnern zuweilen abgehen. Während Götze den Rückpass von Müller eiskalt im Tor versenkte, drosch Gladbachs Patrick Herrmann das Zuspiel Raffaels am Kasten vorbei. Gleiche Situation, anderer Ausgang, großer Unterschied. Etwas mehr als vier Torschüsse benötigen die Bayern-Angreifer für einen Treffer - Bestwert in der Liga.

Der Respekt der Konkurrenz kommt also nicht von ungefähr. Gnadenlose Effektivität ist ein weiteres Qualitätssiegel des Rekordmeisters. "Bayern wird souverän den Titel holen", meint Kahn. Die Dominanz dieser Tage spricht dafür.

David Schmidt

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