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07.03.2014 - 13:03 Uhr


Bayrische Drachen in London

Im Stammlokal der Red Dragons London herrscht bei jedem Bayern-Spiel eine überragende Stimmung

Stolz präsentieren die Londoner Drachen ihre Freundschaftsfahne, die sie gemeinsam mit dem Bayern-Fanclub "White Tower Thessaloniki" gestaltet haben

London - Am Fuße des Londoner Tower Hills lodert ein Feuer in einem tiefen, leuchtenden Rot. Entfacht hat es Thorsten Lamberty, ein Fußball-Fan mit Leib und Seele und Vorsitzender des einzigen offiziellen Fanclubs des FC Bayern München in Großbritannien, den "Red Dragons London".

Gemeinsam mit 50 weiteren "Roten Drachen" sowie 200 weiteren Gästen verfolgte der Bayern-Anhänger den 2:0-Erfolg des Rekordmeisters beim FC Arsenal im Achtelfinale der Champions League. Lamberty investiert viel Zeit, um die Münchner in der englischen Hauptstadt populärer zu machen.

"Der Anfang war schwer"

"Ich habe die Spiele immer in bayrischen Brauhäusern oder zuhause geschaut", erinnert sich Lamberty. "Dabei habe ich festgestellt, wie viele Leute die Spiele alleine verfolgen. Warum also keinen Fanclub gründen und die Partien der Bayern mit Gleichgesinnten verfolgen, fragte ich mich damals. Kurz nach dem Champions League Finale gegen Borussia Dortmund traf ich Ilja Hauerhof (heute ebenfalls im Vorstand des Clubs, d. Red.) und wir beschlossen, einen offiziellen Fanclub zu gründen."

Während die Bayern nach ihrem Triumph von Wembley in aller Munde waren, konnte Lamberty mit Erol Uray und Arno Bussmann zwei weitere Anhänger der Münchner für seine Sache gewinnen. "Zuerst war es schwer, die Leute zu überzeugen. Wir mussten kämpfen, um die Marke von 25 Mitgliedern zu erreichen, die nötig sind, um als offizieller Fanclub anerkannt zu werden. Im Juli hatten wir es geschafft und konnten den offiziellen Antrag ausfüllen. Die Bearbeitung dauerte zehn Wochen, aber Mitte September war es dann endlich so weit: Die Red Dragons waren geboren", erklärt Ober-Drache Lamberty.

"Man muss viel Leidenschaft einbringen"

Seitdem geht es für den Club stetig bergauf. "Es läuft wirklich sehr gut", führt Lamberty aus. "Mittlerweile haben wir 50 Mitglieder und viel mediale Aufmerksamkeit erzeugt. Die Red Dragons wurden schon im ZDF, Sport1 und der Münchner Abendzeitung vorgestellt. Man muss viel Leidenschaft einbringen, um einen solchen Club ins Leben zu rufen."

Neben den regelmäßigen Clubtreffen in ihrem Stammlokal legen die Red Dragons London viel Wert auf gute Verbindungen mit anderen Fanclubs. Das Londoner "mia san mia"-Gefühl soll so oft wie möglich verbreitet werden. "Unsere Mitglieder fahren regelmäßig zu Bayern-Spielen", berichtet Lamberty lächelnd. "Meistens nehmen sie unsere Fahne mit. Unser Banner war unter anderem schon im Signal Iduna Park, der Imtech Arena und sogar in Khimki, Ukraine, zu sehen."

"Bundesliga-Fans sind lauter"

Diese Leidenschaft dürfte Fans in Deutschland kaum überraschen, aber für Lamberty ist die engagierte Fanszene der Bundesliga einer der Hauptgründe, warum Deutschlands Eliteklasse im Ausland so populär geworden ist. "Die Bundesliga-Fans sind wesentlich lautstärker als die Anhänger in England", stellt er begeistert fest. "Als wir in Manchester waren, konnte man nur die Südkurve hören. Im europäischen Supercup gegen Chelsea musste Mourinho in die Kurve gehen, um die eigenen Anhänger anzufeuern."

Es ist gar nicht so unwahrscheinlich, dass Arsene Wenger beim Rückspiel in der Allianz Arena Mourinhos Vorbild folgen wird. Wer solche legendäre Szenen nicht live im Stadion verfolgen kann, dem bleibt immer ein warmes Plätzchen am Stammtisch der Red Dragons London - egal, für welchen Club das Herz schlägt.

Christopher Mayer-Lodge

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