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28.05.2014 - 17:15 Uhr


Fachtag "REX": Gemeinsam gegen rechts

Andreas Rettig, DFL-Geschäftsführer Spielbetrieb und Lizenzierung, sagte: "Wir wollen uns gezielt auch externes Know-how einholen. Es geht darum, mit vielen Praktikern zusammenzuarbeiten und Maßnahmen umzusetzen."

Thomas Schneider leitet die Abteilung Fanangelegenheiten der DFL Deutsche Fußball Liga und führte in Frankfurt durch den Fachtag "REX"

Ziel der Veranstaltung war es unter anderem, eine stärkere Vernetzung im gemeinsamen Kampf gegen Extremismus zu forcieren

Frankfurt - Mit dem Thema Rechtsextremismus rund um den Fußball haben sich die Fan- und Sicherheitsbeauftragten der Bundesliga und 2. Bundesliga am Montag in Frankfurt auf dem Fachtag "REX" intensiv beschäftigt.

Ziel war es unter anderem, eine stärkere Vernetzung im gemeinsamen Kampf gegen Extremismus zu forcieren, weshalb die DFL Deutsche Fußball Liga auch diverse externe Organisationen zu der Tagung eingeladen hatte.

Unterstützung der Gesellschaft benötigt

"Wir wollen uns gezielt auch externes Know-how einholen. Es geht darum, mit vielen Praktikern zusammenzuarbeiten und Maßnahmen umzusetzen", sagte Andreas Rettig, DFL-Geschäftsführer Spielbetrieb und Lizenzierung. 

"Mit dem Fachtag wollen wir aufzeigen, welche Partner es für den Fußball im zivilgesellschaftlichen Bereich gibt und was getan werden kann: Mit wem können wir zusammenarbeiten, wie gehen wir mit dem Thema Rechtsextremismus um, und welche Lösungsmöglichkeiten bestehen", ergänzte Thomas Schneider, Leiter Fanangelegenheiten der DFL.

Professor Andreas Zick vom Bielefelder Institut für Konfliktforschung stellte Forschungsergebnisse und Erfahrungen aus der täglichen Arbeit vor. Zick erklärte, dass Vereine, Verbände und Fanprojekte vielerlei Möglichkeiten hätten, gegen Rechtsextremismus vorzugehen, sie dabei aber auf die Unterstützung der Gesellschaft angewiesen seien. "Das bedeutet eine lokale und regionale Vernetzung von zivilgesellschaftlichen und professionellen Akteuren", so Zick.

PFiFF fördert andere Projekte

Zu diesen Akteuren gehören auch die Organisationen Exit-Deutschland und die Amadeu Antonio Stiftung. Seit seiner Gründung im Jahr 2000 hat Exit 500 Menschen, die aus der rechtsradikalen Szene ausgestiegen sind, begleitet. Die Amadeu Antonio Stiftung bietet etwa Internetseiten wie Netz-gegen-Nazis.de oder Fußball-gegen-Nazis.de. Hier setzt auch das Projekt PFiFF an, mit dem unter anderem Projekte gegen rechtsextreme Tendenzen rund um den Fußball gefördert werden. Die DFL will in den kommenden drei Jahren insgesamt 1,5 Millionen Euro in PFiFF investieren.

Zu den Themen "Lifestyle, Symbole und Codes von Neonazis" referierte Michael Weiß vom Antifaschistischen Pressearchiv und Bildungszentrum Apabiz Berlin. Er zeigte unter anderem auf, wie sich rechtsradikale Codes als solche erkennen lassen. Denn erst die Kenntnis dieser Zeichen macht ein Eingreifen vor Ort möglich.

"Wir wollen ein soziales Menschenbild vermitteln"

Einige Fan- und Sicherheitsbeauftragte sowie Mitarbeiter von Fanprojekten stellten anschließend Beispiele für gezielte Maßnahmen im Kampf gegen Rechtextremismus vor. So beschrieb Ronald Beć vom Fanprojekt Dresden konkret die Unterstützung toleranter Kräfte in der Kurve: "Auch in Dresden gab es in den vergangenen 25 Jahren immer wieder rassistische Zwischenfälle. Dem wurde unter anderem durch die Gründung der Faninitiative 1953international entgegengewirkt. Die SG Dynamo Dresden hat eine klare Haltung eingenommen und setzt sich intensiv mit Themen wie Ausgrenzung und Diskriminierung auseinander."

Eine klare Positionierung über Leitlinien, die wiederum Eingang in die Stadionordnung fänden, nannte Sven Bux, Sicherheitsbeauftragter des FC St. Pauli. Thomas Beckmann vom Fanprojekt Mainz unterstrich die kontinuierliche Zusammenarbeit der Vereinsverantwortlichen mit der Fanszene: "Wir haben 1994 unser Fanprojekt ins Leben gerufen, und der Verein war von Anfang an ein großer Unterstützer. Antirassismus ist bei Mainz ein Vorstandsthema."

Thomas Schneider forderte zum Abschluss der Tagung eine gemeinsame strategische Allianz gegen den Rassismus und erklärte: "Wir wollen undemokratisches Verhalten unattraktiv machen und ein soziales Menschenbild vermitteln."

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