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15.10.2013 - 10:32 Uhr


Europas Ballermänner

Torreiche Bundesliga: Bis zum 8. Spieltag gab es noch kein torloses Remis

Hoffenheims Anthony Modeste (M.) steht mit sechs Treffern an der Spitze der Torjägerliste

Auch BVB-Stürmer Robert Lewandowski hat bereits sechs Mal ins Schwarze getroffen

München - Seit der Saison 2010/11 fliegt die "Torfabrik" durch alle Bundesligastadien - und der Name ist Programm. In keiner anderen europäischen Top-Liga landet der Ball so oft im Netz wie in den deutschen Arenen. bundesliga.de nennt die Gründe für die Torfreude in der Bundesliga.
Für Lucien Favre ist es keine Frage - die Bundesliga steht seit jeher für attraktiven Offensivfußball. "Es war schon immer so, dass innerhalb Europas in der Bundesliga die meisten Tore geschossen werden. Das ist Teil der deutschen Kultur", sagt der Gladbach-Trainer bei bundesliga.de

Petersen: "Die Bundesliga ist ein geiles Geschäft"



Dabei sind die Unterschiede in der laufenden Saison besonders eklatant. Vergleicht man die großen fünf europäischen Ligen, dann ragt die Bundesliga mit einem Schnitt von 3,3 Toren pro Spiel heraus. Während in der italienischen Serie A immerhin noch knapp 3 und in Spanien 2,8 Tore pro Spiel fallen, sind es in England und Frankreich nur noch 2,3 Tore. Heißt: Der deutsche Anhänger sieht im Durchschnitt einen Treffer mehr als der Fan in der Premier League.

"Das ist doch das, was die Leute sehen wollen", sagt Werder-Stürmer Nils Petersen. "Die Bundesliga ist ein geiles Geschäft, da kann jeder jeden schlagen." Gladbachs Linksverteidiger Oscar Wendt äußert angesichts der stürmischen Zeiten sogar leichte Bedenken - als Verteidiger kein Wunder: "Manchmal ist das Tempo sogar zu hoch. Wenn du erfolgreich bist, sieht es fantastisch aus und du machst fünf Tore. Verlierst du aber den Ball, gibt's direkt ein Gegentor."

Nullnummer? Fehlanzeige!



Was für manchen Abwehrspieler zum Alptraum mutiert, erfreut Stürmer und Fan gleichermaßen. Besonders bemerkenswert: Auch nach acht Spieltagen, also in 72 gespielten Partien, endete noch keine einzige Partie torlos - das gab es in 50 Jahren Bundesliga noch nie. Zum Vergleich: In Italien gingen bereits sieben Spiele torlos aus, in Spanien elf, in England zwölf und in Frankreich sogar 14.

Den Grund für die deutsche Abschlussstärke sieht Cedrick Makiadi in der taktischen Weiterentwicklung. "Wenn man modernen Fußball spielt, steht die Abwehr etwas weiter vorne. Wenn du hoch stehst, steigt das Risiko für Gegentore." Werder-Coach Robin Dutt pflichtet seinem Schützling bei: "Der deutsche Fußball hat sich in den letzten Jahren ganz klar in eine andere Richtung entwickelt. Weg von dem rein defensiv orientierten, hin zu technisch gut ausgeblideten Spielern, die auch mutig sind. Das sieht man in allen Stadien."

Hoffenheim als Musterbeispiel



Auch für "Sky"-Kommentator Wolff-Christoph Fuss ist die forsche Spielweise vieler Clubs Teil einer Weiterentwicklung. "Musterbeispiel ist 1899 Hoffenheim: Die haben nach acht Spieltagen ein Torverhältnis von 20:20. Da muss ein italienischer Trainer erst einmal auf die Couch. Alle Bundesliga-Clubs haben Interesse an Ballbesitz und können damit umgehen. Dadurch steigen Niveau und Unterhaltungswert", sagt Fuss im bundesliga.de-Interview.

Spektakel verspricht nicht nur der berauschende Offensivfußball, sondern auch der Kampf um die Torjägerkanone. Während in der Bundesliga zwischen fünf Spielern, die bislang sechs Mal trafen, ein Kopf-an-Kopf-Rennen tobt (hier geht's zur Torjägerliste), sieht es in den anderen Top-Ligen anders aus. In Spanien thront Diego Costa (Atletico Madrid) mit zehn Treffern vor Barcelona-Star Lionel Messi (acht), in Frankreich steht mit Radamel Falcao (AS Monaco/7) ebenfalls ein Spieler alleine an der Spitze. Genauso verhält es sich in der Premier League, wo Daniel Sturridge (Liverpoool/6) führt, und in der Serie A, in der Alessio Cerci (AC Turin/6) an der Spitze steht.

Herrliche Zeiten also für deutsche Fußball-Fans. Und die "Torfabrik" wird ihrem Namen auch künftig alle Ehre machen, selbst wenn der ein oder andere Keeper den Torhunger der Bundesligateams vielleicht verfluchen wird.

Johannes Fischer
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