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16.12.2013 - 17:12 Uhr


Enormer Druck auf der Mannschaft

Freude kam bei 96-Coach Mirko Slomka nicht auf: "Unter dem Strich war es kein toller Tag, auch wenn man mit einem guten Gefühl vom Platz geht"

Mame Diouf hatte die Hannoveraner mit einem Doppelpack in der Schlussphase noch zum Ausgleich geschossen...

ließ nach dem Abpfiff aber trotzdem den Kopf hängen. Vom eigentlichen Saisonziel Europapokal ist Hannover weit entfernt

Hannover - Vom Saisonziel Europapokal ist in Hannover schon seit Wochen nicht mehr die Rede. Nur einen Dreier konnten die Roten in den neun Spielen vor dem Duell gegen den 1. FC Nürnberg einfahren. Von Auswärtsreisen konnte noch nicht ein Punkt mit zurück an die Leine gebracht werden.

Entsprechend wurde das Ziel nach unten korrigiert. 20 Punkte sollen zur  Winterpause auf der Habenseite stehen. Dabei bauen die Niedersachsen wie schon in den vergangenen Spielzeiten auf ihre Heimstärke.

Zieler hat Verständnis für Pfiffe

Doch selbst gegen den in dieser Saison noch sieglosen "Club" taten sich die Gastgeber schwer. 0:3 stand es zur Halbzeit, ein Pfeifkonzert begleitete die Mannschaft auf dem Weg  zum Pausentee. Selbst Dauergäste in der HDI-Arena konnten sich nicht erinnern, wann es das zuletzt gegeben hatte.

"Ich kann die Pfiffe der Fans verstehen. Unsere erste Halbzeit war katastrophal", gab 96-Keeper Ron-Robert Zieler zu. "Wichtig war das 1:3. Damit haben wir den Fans gezeigt, dass wir uns nicht hängen lassen. Und die haben uns dann gut unterstützt."

In der Tat waren spätestens nachdem Mame Diouf mit seinem Doppelpack in der Schlussphase den Drei-Tore-Rückstand egalisiert hatte auch für den letzten Zweifler in der Arena die Pfiffe zur Pause vergessen. Spieler und Fans feierten ausgelassen den schon nicht mehr für möglich gehaltenen Punktgewinn.

"Nach vorne geht immer was"

"Nach dem Tor habe ich gespürt, dass es noch klappen kann, denn nach Vorne geht bei uns immer was", sagte der zur Pause eingewechselte Leonardo Bittencourt, der mit seinem Treffer zum 1:3 nach einer Stunde die Aufholjagd einleitete. "Natürlich wollten wir gewinnen, aber nach dem 0:3 müssen wir mit dem Unentschieden wohl zufrieden sein."

Mirko Slomka zeigte sich von der Euphorie nach der Aufholjagd allerdings unbeeindruckt. Zwar lobte er die "Charakterstärke der Mannschaft", die "nie aufgehört hat, an sich zu glauben", aber "unter dem Strich war es kein toller Tag, auch wenn man mit einem guten Gefühl vom Platz geht."

"Sind nicht blauäugig"

"Wir sind nicht blauäugig. Wir haben viel zu viele Fehler gemacht. Nach dem 0:1 sind bei uns alle Dämme gebrochen", analysierte der 96-Trainer und beschrieb die Leistung vor der Pause als "finster".

"Wir haben deutlich gespürt, welcher Druck auf der Mannschaft liegt, jedes Heimspiel gewinnen zu müssen", so der 46-Jährige nach dem 17. Heimspiel im Kalenderjahr 2013, von denen die Roten nur zwei verloren haben.

Nicht nur um den Druck, von dem Slomka gesprochen hat, von der Mannschaft zu nehmen, sondern auch das Minimalziel von 20 Punkten zur Winterpause zu erreichen, muss Hannover am kommenden Samstag das zweite Duell gegen einen Abstiegskandidaten innerhalb einer Woche gewinnen. Und mit einem Sieg in Freiburg würde man den Fans nebenbei ein schönes Weihnachtsgeschenk machen.

Aus Hannover berichtet Jürgen Blöhs

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