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12.05.2014 - 09:00 Uhr


Ende gut, alles gut

Im letzten Heimspiel gegen Schalke feiert der Sport-Club ausgelassen den bereits feststehenden Klassenerhalt

Admir Mehmedi (r.) war mit seinen zwölf Saisontoren Freiburgs bester Torjäger (© imago)

Für Kapitän Julian Schuster (M.) war der Zusammenhalt im Team der Schlüssel für den Klassenerhalt

Freiburg - Nach dem sensationellen 5. Platz in der Vorsaison hat der SC Freiburg die erwartet schwere Saison erfolgreich zu Ende gebracht - mit dem Klassenerhalt, der schon drei Spieltage vor Schluss feststand. Mehr war nicht drin, zu schwer wogen die Abgänge von fünf Leistungsträgern.

Wenn es beim SC Freiburg ums Große und Ganze geht, tritt oft Julian Schuster vor die Mikrofone. Der Kapitän der Freiburger war es dann auch, der am 26. April, nach dem 2:2 in Wolfsburg, das glückliche Ende einer Saison verkündete, die für den SC von der ersten Minute an Schwerstarbeit war: "Wir haben schon im Sommer gesagt, dass wir bis zum letzten Spieltag gegen den Abstieg kämpfen müssen. Dass wir jetzt schon zwei Runden vor Schluss gerettet sind, ist sensationell."

Holprige Vorrunde

Wohl wahr, zumal der SC schon zu Saisonbeginn die befürchteten Schwierigkeiten hatte - die Abgänge von gleich fünf Stammspielern (Max Kruse, Johannes Flum, Jan Rosenthal, Daniel Caligiuri, Cedrick Makiadi) waren nur äußerst schwer zu kompensieren. Schon in den ersten beiden Saisonspielen setze es deshalb Niederlagen gegen Leverkusen und Mainz, nach zehn Partien hatte der Sport-Club gerade einmal fünf Punkte auf dem Konto. Der erste Sieg am 11. Spieltag in Nürnberg - ein 3:0, bei dem allerdings nicht nur die "Club"-Fans der Ansicht waren, dass das bessere Team verloren hatte - war dann auch mental ungeheuer wichtig für eine Mannschaft, die auch in den verlorenen Spielen immer wieder starke Momente hatte, insgesamt aber anfällig wirkte.

Umso erfreulicher, dass kurz vor Weihnachten mit dem 2:1-Heimsieg gegen Hannover, dem dritten Sieg in der Vorrunde, immerhin noch ein Resultat gelang, das die Hoffnung am Leben hielt. Das sah man intern schon als Erfolg - Trainer Christian Streich hatte schließlich immer wieder über die Doppel- und Dreifachbelastung gestöhnt und wirkte nicht (nur) traurig, als die 0:2-Niederlage gegen Sevilla am 12. Dezember Freiburgs internationalen Auftritt beendete.

Durchwachsene Bilanz in der Europa League

Insgesamt hatte der SC die Gruppenphase in der Europa League als Dritter beendet und war damit mit erhobenem Haupt ausgeschieden. Nur gegen den späteren Sieger FC Sevilla war man in beiden Spielen chancenlos. Gegen Liberec holte man hingegen einen Punkt zuhause und einen Auswärtssieg in Tschechien.

Für die Freiburger Fans war das europäische Abenteuer sowieso das erwartete Highlight. Über 1000 Fans begleiteten das Team mitten in der Woche zu Estoril Praia nach Portugal, nach Sevilla und nach Liberec. Doch auch sie sahen das Ausscheiden aus dem internationalen Wettbewerb nur mit einem weinenden Auge: Zu offensichtlich war es, dass Christian Streich Recht hatte, wenn er die wacklige Hinrunde auch mit den durchlöcherten Trainingswochen begründete: "Unsere Gegner können sich zum Teil von Sonntag bis Freitag auf die Spiele gegen uns vorbereiten. Uns bleibt manchmal nur eine Einheit dafür." Ab Dezember sollten es wieder mehr werden. Und prompt kam der Erfolg nach Südbaden zurück.

Unterm Strich gute Transferbilanz

Angesichts der vielen schmerzhaften Abgänge kann sich die Transferbilanz des SC durchaus sehen lassen. Der tschechische Nationalspieler Vladimir Darida spielte nach seiner langen Verletzungspause eine ordentliche Saison und deutete sein Können mehrfach an, im kreativen Bereich ist er sowieso über jeden Zweifel erhaben.

Admir Mehmedi überragte, Felix Klaus kämpfte sich nach einigen Anlaufschwierigkeiten in die erste Elf. Und Gelson Fernandez ist eine wichtige Stütze im defensiven Mittelfeld, die dem jungen Ensemble Halt gibt. Weniger zufrieden dürften Francis Coquelin oder gar Mike Hanke sein, die nie zu Stammkräften wurden. Vaclav Pilar, der aus Wolfsburg ausgeliehen war, deutete bei seien wenigen Einsätzen sein Können an, war aber ebenfalls zu lange verletzt, um nachhaltig helfen zu können.

Team der Rückrunde

Schon Ende Januar, im ersten Spiel der Rückrunde, gelang dem SC ein vielumjubelter 3:2-Sieg gegen Bayer Leverkusen, das den SC Anfang Dezember an gleicher Stelle aus dem DFB-Pokal geworfen hatte. Das wiederum war umso ärgerlicher, als der SC auch nach Auskunft des damaligen Bayer-Coachs Sami Hyypiä ("Fußball ist nicht gerecht") eine starke Partie gezeigt hatte und im Wettbewerb zuvor den VfB Stuttgart herausgeworfen hatte.

Doch der Sieg gegen die Rheinländer in der Liga entschädigte für das Aus im Pokal. Schließlich sollte er der Startschuss zu einer spektakulären Aufholjagd mit Siegen gegen Frankfurt, Bremen, Braunschweig, Nürnberg und Mönchengladbach werden. Zudem gelangen Punktgewinne in Hamburg und Wolfsburg (Ergebnisse).

"Jeder in der Mannschaft hat verstanden, dass wir alle für einander arbeiten müssen", sagt Julian Schuster, der im Freiburger Kollektivgedanken den entscheidenden Vorteil im Abstiegskampf sieht. "Wenn wir nur einen Millimeter nachgelassen hätten, wären wir abgestiegen. Das hatte jeder verinnerlicht."

Christoph Ruf

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