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14.04.2014 - 11:12 Uhr


Eintracht in der Warteschleife

Tranquillo Barnetta (M., mit Torwart Kevin Trapp) brachte es auf den Punkt: "Das war zu wenig von uns"

Martin Lanig (r.) und seine Frankfurter sind mit 35 Punkten noch nicht gerettet

Max Meyer (l., gegen Marco Russ) erzielte die Führung für Schalke

Gelsenkirchen - Auch wenn die Konkurrenz auf den letzten drei Plätzen punktlos geblieben ist - so richtig entspannt sieht man dem Saisonfinale bei Eintracht Frankfurt noch nicht entgegen. "Wir sind immer noch nicht safe, auch wenn 35 Punkte ganz gut aussehen", meint Kevin Trapp. Umso ärgerlicher war es nicht nur für den Torhüter, dass eine starke Halbzeit auf Schalke letztlich nicht hielt, was sie versprach (zum Spielbericht).

Als Trapp auf Schalke nach 66 Minuten den Elfmeter von Klaas-Jan Huntelaar pariert hatte, war kurzzeitig noch einmal die Hoffnung aufgekeimt, den 0:1-Rückstand drehen zu können. Letztlich aber blieb es ein frommer Wunsch, "weil wir nichts Zwingendes mehr nach vorne hatten", wie der Keeper eingestehen musste.

Barnetta: "Das war zu wenig von uns"

Auf der anderen Seite war die Frankfurter Kompaktheit aus Durchgang eins irgendwie in der Kabine geblieben. "In der Pause hat sich Schalke gut auf uns eingestellt. Wir kamen nicht mehr in die Zweikämpfe und haben selbst keine Löcher mehr gefunden, während Schalke genug Chancen zum Sieg hatte", kritisierte Marco Russ. Tranquillo Barnetta brachte es knapper auf den Punkt: "Das war zu wenig von uns."

Umso mehr dürfen und müssen die Frankfurter im Rückblick den ersten 45 Minuten hinterher trauern, als sie selbstbewusst an den Debysieg gegen Mainz angeknüpft hatten. "Da haben wir es super gemacht", meinte nicht nur Russ. Zwar nicht spektakulär, aber konzentriert hatten die Gäste das Spiel kontrolliert und die Heimmannschaft kaum zur Entfaltung kommen lassen. Genau eine echte Torszene verzeichnete Schalke bis zur Pause. Dass zudem am Ende 54 Prozent der gewonnenen Zweikämpfe an die Hessen gingen, hatte sich die Eintracht vor allem in der ersten Halbzeit verdient.

Auch Heribert Bruchhagen bescheinigte seinem Team am Ende insgesamt eine ordentliche Leistung. "Aber um zu punkten, musst du auch deine Chancen nutzen", ärgerte sich Frankfurts Vorstandschef. Die hatte Stefan Aigner nach 21 Minuten auf dem Fuß, als er nach schönem Steilpass von Alexander Madlung zwar noch den Fuß unter den Ball bekommen, den Heber aber zu hoch angesetzt hatte. "Das wäre es gewesen, den hätte er machen müssen", trauerte Bruchhagen nach dem Spiel der verpassten Chance und einem Punktgewinn nach - und damit auch der Möglichkeit, dem sicheren Klassenerhalt vier Spieltage vor Saisonende schon einen großen Schritt näher zu kommen.

Meier könnte in die Mitte zurückkehren

So aber bleibt Frankfurt in der Warteschleife - wenn auch in einer relativ komfortablen. Armin Veh hätte das ebenfalls gerne schon auf Schalke noch optimistischer gestaltet. Doch auch der Trainer musste nach der Partie eingestehen, "dass wir den Gegner letztlich  durch unsere Ungefährlichkeit aufgebaut haben".

Um der Torgefahr der Eintracht schon am kommenden Donnerstag gegen Hannover wieder auf die Sprünge zu helfen, dürfte Veh auch darüber nachdenken, Alexander Meier wieder auf seine angestammte Position hinter den Spitzen zu beordern. Auf Schalke hatte der 31-Jährige die linke Seite für den verletzten Johannes Flum übernommen und dort nicht überzeugt. Meier war zwar bemüht, fand aber keine rechte Orientierung und blieb nach vorne blass. Fragen nach seiner wenig adäquaten Rolle wich er selbst allerdings konsequent aus: "Ich spiele, wo ich gebraucht werde."

Entspannung nach dem Gründonnerstag?

Deutlichere Worte fand Frankfurts zweitbester Torschütze bei der Frage, wie sehr die Eintracht denn nun tatsächlich angesichts von 35 Punkten und den mageren Ergebnissen der Konkurrenz noch um den Klassenerhalt zittern müsse. "Wir müssen immer auf der Hut ein, solange wir rechnerisch noch nicht durch sind", erklärte Meier. Auch Marco Russ warnt vor vorzeitigem Jubel: "Wir haben uns in den letzten Wochen eine gute Ausgangsposition erarbeitet, die wir aber weiter hart verteidigen müssen. Der Trainer ermahnt uns immer zu Recht, dass wir noch nicht durch sind."

Das aber könnte sich schon ab Donnerstag nachhaltig ändern. Legt Frankfurt gegen Hannover vor, können die Eintracht-Fans entspannt auf die restlichen Partien des Wochenendes schauen, meint auch Kevin Trapp:  "Mit einem Sieg zuhause gegen Hannover sähe es wirklich richtig gut aus für uns!"

Aus Gelsenkirchen berichtet Dietmar Nolte

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