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14.07.2013 - 14:58 Uhr


Drmic beim FCN: "Hauen und Stechen" um den Stammplatz

Neuzugang aus der Schweiz: Josip Drmic wechselte vom FC Zürich zum 1. FC Nürnberg (© Imago)

"Der Club hat sich intensiv um mich bemüht und mich in den Gesprächen absolut überzeugt", sagt der 20 Jahre alte Stürmer (© Imago)

Im Trikot der Eidgenossen: Drmic ist bereits zwei Mal für die Schweizer Nationalmannschaft aufgelaufen

München - Schweizer zu werden ist dieser Tage nicht das leichteste Unterfangen. Josip Drmic kann ein Liedchen davon singen. Der Angreifer mit kroatischen Wurzeln, dessen Wechsel vom FC Zürich zum 1. FC Nürnberg vor Wochenfrist festgezurrt wurde, benötigte drei Anläufe, um den Einbürgerungstest zu bestehen. Im Frühling 2010, nachdem ihm die lokale Behörde zuvor zwei Mal wegen unzureichenden Wissens über Land und Leute die Einbürgerung verweigert hatte, wurde Drmic endlich Eidgenosse.
"Ich bin seriös, pünktlich und sparsam, ein typischer Schweizer", verriet der 20-Jährige dem Züricher "Tagesanzeiger". Seit 2010 stehen Drmic also die Türen zur Schweizer Nationalmannschaft offen, für die er bis heute zwei Mal zum Einsatz kam.

Meier: "Großes Talent"



Bei seinem neuen Verein wünscht sich Drmic natürlich mehr Einsatzzeiten. Nicht unrealistisch, denn der 1,84 Meter große, wuchtige Stürmer wechselt mit einer Empfehlung von 13 Toren und sechs Vorlagen für den FC Zürich zum "Club". Sein ehemaliger Trainer Urs Meier bescheinigt ihm "großes Talent".

Doch der in Bäch am Zürichsee geborene Offensivmann muss sich im Nürnberger Sturmzentrum einer Fülle von Konkurrenten stellen. Nicht weniger als vier Stürmer verpflichteten die Franken bislang im Sommer. Neben Drmic wechseln Daniel Ginczek und Nick Weber von Borussia Dortmund an die Noris, Mariusz Stepinski kommt vom polnischen Erstligisten Widzew Lodz. Tomas Pekhart, der schon seit zwei Jahren für Nürnberg spielt, vervollständigt das Sturm-Quintett der "Cluberer".

Harter Konkurrenzkampf



"Das gibt ein Hauen und Stechen. Genau das wollten wir. So heben wir schon im Training das Niveau an", sagte Manager Martin Bader der "Bild". "Der interne Konkurrenzkampf war bei uns noch nie so stark. Wir sind von dieser Mannschaft überzeugt. Einige namhafte Spieler werden zukünftig bei schlechter Leistung auch mal auf der Tribüne sitzen."

Tribüne? Bank? Worte aus Baders Mund, die keinem der fünf Stürmer gefallen werden. Am wenigsten wohl Drmic. "Er wird richtig wütend, wenn er auf der Bank sitzt. Auf sich, den Trainer und die Mitspieler", sagt Zürichs langjähriger Sportchef Fredy Bickel. "Ich kann unbequem und schwierig sein, wenn mir etwas nicht passt", gesteht Drmic.

Viertschlechtester Sturm der Bundesliga



Beim FCN wird der schnelle und technisch starke Angreifer, der am vergangenen Sonntag beim 2:0-Testspielsieg gegen den SV Seligenporten debütierte, mit der Gefahr leben müssen, auf der Bank zu sitzen. "Wir haben immer gesagt, dass wir, wenn wir die Möglichkeit sehen, uns in der Offensive weiter verstärken wollen", erklärte Bader die Transferpolitik.

Allzu verständlich, denn der "Club" stellte in der vergangenen Saison mit 39 Toren den viertschlechtesten Sturm der Bundesliga. Gefährlichster Schütze der Elf von Trainer Michael Wiesinger war in Per Nilsson ein Innenverteidiger - bezeichnend. Einem ähnlichen Szenario will der Altmeister aus dem Weg gehen, deshalb hat er sich im Angriff üppig aufgestellt.

Einen Baderschen Mutmacher gibt es für den talentierten Schweizer aber doch noch: "Unser Ansinnen war es, mittelfristig einen hochtalentierten Spieler zu verpflichten, das ist uns mit Josip gelungen." Drmic, der beim FCN bis 2017 unterschrieben hat, wird sich einen Stammplatz im Nürnberger Angriff hart erarbeiten müssen. Ähnlich hart wie die Schweizer Staatsbürgerschaft.

David Schmidt
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