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01.06.2014 - 10:12 Uhr


Turbo-Trio für die Fohlen

Dreimal Topspeed für Gladbach: Andre Hahn, Ibrahima Traore und Fabian Johnson (v.l.)

Mit der Verpflichtung von Shootingstar Hahn vom FC Augsburg ist den Fohlen ein echter Coup gelungen. Der Flügelspieler soll das Spiel noch schneller machen

Traore vom VfB Stuttgart sprintet in der kommenden Saison ebenfalls im Trikot der Gladbacher - muss aber erst einmal um einen Stammplatz kämpfen

Max Kruse (l.) und Johnson sind bald Mannschaftskollegen. Der Mann von 1899 Hoffenheim ist der dritte sprintstarke Neuzugang

Mönchengladbach - 35,4 Kilometer pro Stunde - so schnell lief der schnellste Spieler der vergangenen Bundesliga-Saison. Diesen Topspeed erreichte Andre Hahn vom FC Augsburg, der ebenso wie seine nicht viel weniger flinken Außenbahnkollegen Ibrahima Traore (VfB Stuttgart) und Fabian Johnson (1899 Hoffenheim) Gladbachs Flügel verstärkt. Doch welche Eigenschaften bringen die Neuen außer ihrer Geschwindigkeit noch mit? Wie passen sie in das System der Borussia?

In der vergangenen Saison fielen die Fohlen vor allem durch ihr schnörkelloses Kombinationsspiel auf, das sie größtenteils bis in den Strafraum des jeweiligen Gegners praktizierten. Ohne einen echten Stoßstürmer, sondern mit der spielstarken Doppelspitze Max Kruse und Raffael stellten die Gladbacher den siebtstärksten Angriff der Bundesliga. Kopfballtore blieben dabei jedoch Mangelware - gerade einmal sechs Treffer gelangen auf diese Art und Weise. 

Auf den ersten Blick sorgen die Neuzugänge daher für leichtes Stirnrunzeln. Sowohl Hahn als auch Traore bestachen in der vergangenen Spielzeit vor allem durch ihre zahlreichen Tempoläufe an die Grundlinie samt anschließenden Flanken. 118 Bälle schlug er für den FC Augsburg in der abgelaufenen Saison in den gegnerischen Strafraum - die meisten in der Liga. Bei Traore vom VfB Stuttgart standen 96 Hereingaben zu Buche. Selbst Johnson, der bei 1899 als rechter Außenverteidiger eingesetzt wurde, flankte öfter (30) als beispielsweise Gladbachs Rechtsaußen Patrick Herrmann (27).

Favre: Kein festes System

Dass die drei neuen Spieler ihre Stärken nun gar nicht mehr ausspielen sollen, ist unwahrscheinlich. Zumal Favre in der Vergangenheit immer wieder betont hat, dass er sich nicht auf ein System versteifen wolle. "Ich habe für alle Spielweisen etwas übrig", sagte der Schweizer Anfang Mai gegenüber dem "Spiegel" und schob nach: "Wir können heute nicht sagen, Gladbach ist kontergefährlich oder spielt einen Fußball, der auf Ballbesitz angelegt ist. Wir versuchen, all diese Elemente zu beherrschen und dann in den richtigen Spielsituationen das richtige Mittel zu wählen."

Zu diesen Mitteln könnte in Zukunft auch ein exzellentes Flankenspiel gehören. Mit Luuk de Jong haben die Fohlen eigentlich einen guten Kopfballspieler in ihren Reihen, allerdings ist der Niederländer, der zwischenzeitlich nach England ausgeliehen war, bisher noch nicht die erhoffte Verstärkung.  

Hahn muss am Passspiel arbeiten

Neben Geschwindigkeit fordert Favre von seinen Schützlingen vor allem Passsicherheit - und das in einem überdurchschnittlichem Maß. Die Gladbacher hatten in der vergangenen Saison eine Passgenauigkeit von 83 Prozent und damit nach dem FC Bayern München den zweitbesten Wert der Liga vorzuweisen. In diesem Punkt besteht bei den drei Tempo-Fußballern noch Nachholbedarf, insbesondere bei Hahn, dessen Fehlpassquote bei knapp 43 Prozent lag.

Dafür gehört der 23 Jahre alte Nationalspieler laut Sportdirektor Eberl zu den "torgefährlichsten Außenbahnspielern der Liga". Zwölf Tore und acht Vorlagen sind eine Hausnummer, an die die bisherige Gladbacher Flügelzange mit Juan Arango (acht Tore, fünf Vorlagen) und Herrmann (sechs Tore, acht Vorlagen) nicht heranreichte. 

Allrounder Johnson kann es vorne und hinten

Aller Voraussicht nach wird Hahn die Nachfolge von Arango, der die Borussia in Richtung Xolos Tijuana verlässt, antreten und damit der neue Flügel-Partner des gesetzten Herrmann werden. Das bedeutet im Umkehrschluss: Traore winkt zunächst nur ein Platz auf der Bank. Dennoch wird der guineische Nationalspieler seine Chancen bekommen, denn Herrmann absolvierte 2013/14 gerade einmal fünf seiner 34 Einsätze über die vollen 90 Minuten. Oftmals war zwischen der 60. und 75. Minute Feierabend für den 23-Jährigen.

Auf der Rechtsverteidiger-Position konkurrieren Neuzugang Johnson und Youngster Julian Korb um den Platz in der Startelf. Mit dem US-Nationalspieler (Portrait) kommt ein erfahrener Mann, der vor allem in der Vorwärtsbewegung Akzente setzen kann und soll. Der Hoffenheimer gab in der vergangenen Saison vier Torvorlagen, während Korb ohne Assist blieb. Johnson kann allerdings auch auf den offensiven Flügelpositionen wie als Linksverteidiger eingesetzt werden - er ist ein echter Allrounder.

Schon jetzt lässt sich sagen, dass in Gladbach die Weichen für eine ähnlich erfolgreiche Saison gestellt wurden. Sportdirektor Max Eberl, der in der vergangenen Saison mit Kruse und Raffael zwei absolute Glückstreffer landete, hat erneut ein gutes Händchen bewiesen. Übrigens: Kruse landete im Top-Speed-Ranking mit 35,0 Kilometer pro Stunde auf einem geteilten 4. Rang, also auf einem ähnlichen Platz wie die Endplatzierung (6.) der Borussia. Jezt hat er mit Hahn die Nummer 1 geholt - die Ansprüche steigen in Gladbach.

David Meininger

Video: Durchstarter Andre Hahn

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