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23.10.2013 - 11:33 Uhr


Drei Teams - drei Problemzonen

München - Werder ist in Sturm-, Gladbach in Abwehrnot. Hannover hingegen scheint sein Innenverteidiger-Puzzle gelöst zu haben. bundesliga.de analysiert die Problemzonen der drei Clubs.
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Werder: Falsche Neun - oder ein Nobody

Wo es hakt: Zwei zentrale Stürmer fehlen verletzt. Wie reagiert Robin Dutt auf den Ausfall von Nils Petersen (sechs Wochen Pause), nachdem auch Franco Di Santo weiterhin passen muss?

Mögliche Lösung: Setzt er auf eine falsche Neun, hat Dutt gleich mehrere Kandidaten zur Verfügung. Aaron Hunt, Eljero Elia, Zlatko Junuzovic, Felix Kroos, Mehmet Ekici und Özcan Yildirim heißen die Optionen für die vorderste Front beim Match in Wolfsburg. Der bislang torlose Hunt versuchte sich bereits an den ersten drei Spieltagen als Neuner, schoss in 270 Minuten aber nur vier Mal auf den Kasten. Elia ist trotz seines Doppelpacks gegen Nürnberg alles andere als ein Knipser. Kroos ist eher defensiv veranlagt. Junuzovic kennt die Position immerhin aus der Nationalelf (für die er gegen Deutschland traf) und stürmte auch bei Werder schon ganz vorne - beim 0:1 in Dortmund etwa ab der 66. Minute. Die Techniker Ekici und Yildirim wären die spielerisch stärkste Variante, Flügelspiel ist dann aber kaum denkbar. Oder zieht Dutt seinen Joker aus dem Ärmel? Der 18-Jährige Melvyn Lorenzen durfte zuletzt zwei Mal Bundesliga-Luft schnuppern, wäre ein "echter" Neuner und traf für Werder II in sieben Spielen immerhin drei Mal.

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96: Marcelo, Schulz, Sane - oder alle drei?

Wo es hakt: Vor allem auswärts gehen die Niedersachsen regelmäßig baden. Die Bilanz: null Punkte, 0:8 Tore. Ein Grund dafür dürften auch die häufigen Wechsel in der zentralen Defensive sein.

Mögliche Lösung: Christian Schulz und Marcelo verteidigten beim respektablen 0:1 in Dortmund sehr ordentlich. Bislang hatte Coach Mirko Slomka drei verschiedene Innenverteidiger-Paare aufs Feld geschickt: Ein Mal hieß das Duo Salif Sane und Karim Haggui, der Tunesier spielt mittlerweile beim VfB. Sechs Mal verteidigten Sane und Marcelo - und zwei Mal Marcelo und Schulz, beim BVB reichte es mit den beiden fast zum Punktgewinn. Ein Pärchen für die Zukunft? Marcelo scheint ohnehin gesetzt, der Brasilianer hat solide Zweikampfwerte (61 Prozent gewonnen) und sorgt auch offensiv bei Standards für Betrieb (bereits sieben Torschüsse). Allrounder Schulz, der auch im Mittelfeld oder außen verteidigen kann, ist in den direkten Duellen sogar noch stärker (71 Prozent). Sanes Werte sind - trotz seiner bulligen Statur - für einen Verteidiger dagegen nicht einmal Durchschnitt (57 Prozent). Zumal Slomka ohnehin einen besseren Platz für ihn gefunden hat: Im defensiven Mittelfeld hielt er beim BVB Leon Andreasen den Rücken frei. Das sah richtig gut aus - gut vorstellbar, dass der Coach den dreien in dieser Kombination erneut das Vertrauen schenkt.

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Gladbach: 66-jährige Innenverteidigung?

Wo es hakt: Trainer Lucien Favre muss gegen Frankfurt auf seine angestammte Innenverteidigung verzichten. Alvaro Dominguez fehlt nach seinem Schlüsselbeinbruch noch bis Jahresende, Martin Stranzl ist für eine Partie gesperrt. Auch Havard Nordtveit fällt aus.

Mögliche Lösung: Der Schweizer Coach dürfte auf ein Duo zurückgreifen, das der Borussia bereits vor sechs Jahren zum Aufstieg in die Bundesliga verhalf. Neben Roel Brouwers, der bereits bei der 0:1-Niederlage in Berlin auflief, steht Kapitän Filip Daems parat. Der Belgier, der seit einigen Jahren ausschließlich die linke Abwehrseite beackert, war zuletzt ebenfalls angeschlagen, steht nun aber wieder bereit. "Natürlich spiele ich hauptsächlich auf der linken Seite. Aber ich habe bewiesen, dass ich auch als Innenverteidiger ordentliche Partien abliefern kann", sagt Gladbachs Kapitän. Das belegt auch die Statistik: Der 34-Jährige agierte in der Bundesliga insgesamt 25 Mal als Innenverteidiger und gab mit 60 Prozent gewonnenen Duellen eine gute Figur ab. Zusammen mit Brouwers bringt es Daems auf 66 Jahre - geballte Routine also gegen Frankfurts Himmelsstürmer.


Johannes Fischer / Christoph Gschoßmann

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