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Bundesliga

16.08.2013 - 16:50 Uhr


Die Ursachen der Torflut

Heung Min Son erzielte gegen Freiburg sein erstes Bundesligator für seinen neuen Club

Die offensiv ausgerichteten Freiburger um Mike Hanke fingen sich zwei Kontergegentore

Aufsteiger Hertha BSC präsentierte sich gegen Frankfurt in Torlaune. Adrian Ramos traf beim 6:1 doppelt

Köln - Zum Bundesliga-Auftakt 2013/14 fielen 37 Tore. Am 1. Spieltag einer Saison gab es in 50 Jahren Bundesliga zuvor nur zweimal mehr Treffer zu bejubeln. Der Rekord stammt aus der Spielzeit 1986/87, als 42 Tore gezählt wurden, 1993/94 waren es immerhin 39 Buden.
Was die Torflut zu Beginn der neuen Saison über die offensive Ausrichtung der Bundesligisten aussagt, verraten interessante Fakten, die die bundesliga.de-Datenbank zusammengestellt hat.

Systeme am 1. Spieltag



Am 1. Spieltag praktizierten die Bayern und der FC Augsburg ein 4-1-4-1-System. Braunschweig, Bremen und Leverkusen vertrauten auf ein 4-3-3. Elf Clubs (Dortmund, HSV, Hannover, Hertha, Hoffenheim, Mönchengladbach, Mainz, Nürnberg, Schalke, Stuttgart und Wolfsburg) bevorzugten die 4-2-3-1-Variante.

Nur die Eintracht aus Frankfurt versuchte sich im 4-4-2 mit Mittelfeldraute. Der SC Freiburg probierte dagegen das 4-4-2 mit zwei Sechsern und zwei Außenbahnspielern im Mittelfeld aus.

Offensive Ausrichtung macht konteranfällig



Die elf Teams, die am 1. Spieltag auf ein 4-2-3-1 setzten, fuhren ganz unterschiedliche Ergebnisse ein (vier Siege, vier Remis, drei Niederlagen). Die Mannschaften, die im 4-4-2 spielten (Frankfurt und Freiburg) verloren deutlich und kassierten insgesamt neun Gegentore.

Diese beiden Clubs waren auch die einzigen, die am 1. Spieltag jeweils mehr als ein Kontergegentor kassierten (jeweils zwei; und dies in einem Auswärtsspiel). Frankfurt und Freiburg fingen am 1. Spieltag zusammen vier der ligaweit insgesamt acht Kontergegentore. Dies am System festzumachen, ginge aber zu weit.

Generell sind die meisten Mannschaften sehr offensiv ausgerichtet, die Viererkette rückt sehr weit auf. Dies macht naturgemäß anfällig für Konter, bei Frankfurt und Freiburg fiel dies besonders eklatant auf. Auch die spielerische Komponente steht meist im Vordergrund. Am 1. Spieltag gab es insgesamt nur wenige Fouls (261; im Schnitt beging jedes Team 14,5 Fouls).

Gute Kombinationen, weil der Platz vorhanden ist



35 der 37 Tore am 1. Spieltag fielen von innerhalb des Strafraums. Auch dies spricht dafür, dass die Mannschaften über ein gutes spielerisches Vermögen verfügen und sich durch die gegnerische Abwehrreihe kombinieren können.

Dies liegt wiederum auch daran, dass nicht so konsequent und aggressiv verteidigt wird, wie es vielleicht möglich oder nötig wäre. Borussia Mönchengladbach etwa beging beim Auswärtsspiel beim Triple-Sieger Bayern München nur neun Fouls. Selbst die Borussen setzten beim vermeintlich übermächtigen FCB also eher auf die spielerische Variante.

22 der 37 Tore am 1. Spieltag fielen nach einem Pass. Das entspricht einem Anteil von 59 Prozent. Dieser lag in der kompletten Vorsaison lediglich bei 48 Prozent. Auch hier wird ersichtlich, dass viel kombiniert wurde und der Gegner dies auch zuließ.

Chance und Risiko des Pressings



Am 1. Spieltag erzielten die Teams gleich elf Treffer nach einem Ballverlust des Gegners (davon die Hertha gleich vier). Mittlerweile üben alle Mannschaften ein aggressives Pressing aus und versuchen, den Gegner möglichst weit entfernt vom eigenen Tor unter Druck zu setzen, um so früh den Ball zu erobern.

Gelingt der Ballgewinn, wird schnell auf Offensive umgeschaltet und die Chancen auf einen Torerfolg gegen einen ungeordneten Gegner stehen gut. Dieses Pressing birgt aber auch seine Risiken. Wird kein früher Ballgewinn geschafft und kombiniert sich der Gegner durch das erste "Abfangnetz", ist die pressende Mannschaft schnell selbst ungeordnet in der Defensive. In der kompletten letzten Saison fielen insgesamt 221 Tore nach einem Ballverlust des Gegners, pro Schnitt an einem Spieltag also nur 6,5.

Tobias Gonscherowski
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