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18.04.2014 - 15:04 Uhr


Die Renaissance des deutschen Clasico

Griechischer Fingerzeig: Borussia Dortmund um Innenverteidiger Sokratis (r.) duelliert sich im DFB-Pokal-Finale mit dem FC Bayern, für den Mario Mandzukic (l.) stürmen wird

Die Schwarz-Gelben mit den gut aufgelegten Offensivkräften Marco Reus (l.) und Henrikh Mkhitaryan (r.) wollen mit schnellem Umschaltspiel zum Erfolg kommen

"Wir freuen uns alle wie Bolle auf Berlin", sagt BVB-Trainer Jürgen Klopp (r., neben Kevin Großkreutz)

München - Der deutsche Clasico erlebt in diesen Tagen eine Renaissance, wie sie prächtiger nicht sein könnte. Nachdem die Leistungskurven von Bayern München und Borussia Dortmund seit Sommer letzten Jahres auseinanderdrifteten und die Dominanz der Münchner erdrückend zu werden schien, wurde der beinahe antike deutsche Klassiker vor dem DFB-Pokal-Finale in Berlin wieder geboren.

Der BVB hat mit zwei beeindruckenden Siegen gegen die beiden besten Vereinsmannschaften der Welt aufhorchen lassen und hat den Über-Bayern im direkten Duell wieder einmal die Grenzen aufgezeigt. Plötzlich scheinen die Schwarz-Gelben, die vor Monatsfrist wegen schwankender Leistungen noch eher als Sparringspartner der Bayern gehandelt wurden, wieder auf Augenhöhe mit dem Rekordmeister.

Klopps Matchplan

Zumindest in einem Spiel können Mats Hummels und Co. die Bayern immer schlagen. Egal wann, egal wo. Aber nicht egal wie. Jürgen Klopp hat seinen Borussen in der Allianz Arena einen ganz klaren Plan mit den auf den Weg gegeben. Und der funktionierte.

Dortmund attackierte früh und im Verbund, stellte sämtliche Anspielstationen zu und isolierte die beiden Innenverteidiger Dante und Javier Martinez, die spielerisch völlig überfordert waren und sich nur mit Fehlpässen zu helfen wussten.

Schnelle Konter als Schlüssel

"Unsere Defensive hat super funktioniert. Wir waren immer nah an den Bayern dran, so dass sie teilweise nicht wussten, wohin sie spielen sollten", fasste BVB-Linksverteidiger Erik Durm zusammen, der in Gareth Bale und Arjen Robben zwei Weltstars innerhalb von vier Tagen kaltstellte. Und auch Jonas Hofmann befand, dass "der Schlüssel war, dass wir die Bayern hoch angelaufen haben".

Unmittelbar nach Balleroberung zündete die Offensive um die glänzend aufgelegten Marco Reus und Henrikh Mkhitaryan dann den Turbo und spielte ihre brutale Stärke im Umschaltspiel aus. Der BVB erzielte in der laufenden Saison bereits 15 Kontertore - das ist Ligaspitze und wird auch in Berlin ein Erfolgsrezept sein, um den Guardiola-Code zu entschlüsseln.

Im Zweifelsfall könnte in Berlin auch ein Standard herhalten. Dortmund traf in der Bundesliga schon 22 Mal nach ruhenden Bällen.  

Lewandowski: "Wir haben nur noch den Pokal"

Und im Olympiastadion der Hauptstadt wird auch noch der im Sommer nach München abwandernde Torjäger Robert Lewandowski stürmen, der in München nur der Joker war. Die Startelf-Rückkehr des Polen macht die schwarz-gelbe Offensive, für die in der Liga 15 unterschiedliche Akteure Tore machten, noch schwerer ausrechenbar. "Wir haben nur noch den Pokal. Es wäre gut, wenn wir den gewinnen", sagt Lewandowski.

Die Chancen für die Dortmunder stehen jedenfalls nicht schlecht, die bestimmt nicht wieder über ein "Herzlich Willkommen beim Deutschen Meister"-Plakat stolpern werden. Treffender wäre da ein "Herzlich Willkommen zum deutschen Clasico"-Banner.

David Schmidt

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