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17.01.2014 - 20:00 Uhr


Die Rekordmänner vom Neckar

Der Schweizer Christian Gross (l., mit Zdravko Kuzmanovic) übernimmt im Dezember 2009 den Trainerposten beim VfB Stuttgart

Unter seiner Regie entwickeln sich Ciprian Marica (l.) und Pavel Pogrebnyak zum erfolgreichen Sturm-Duo

Mit Lehmann-Vertreter Sven Ulreich im Tor holte der VfB im Januar und Februar in drei Spielen drei Siege

Stuttgart - Viele Punkte in der Vorrunde, in der  Winterpause neue Kraft tanken: Der Idealfall  jedes Bundesligaclubs. 2009/10 geht dieser  Wunsch beim VfB Stuttgart nicht in Erfüllung. In der Hinrunde reicht es nur zu 16 Punkten und Platz 15. Am Saisonende stehen die Schwaben dennoch nach 39 Rückrunden-Punkten auf Rang 6 und ziehen sogar in die Europa League ein. Diese Steigerung um 23 Zähler ist einmalig in der Bundesliga-Geschichte (Infografik).

Solche Jobs empfindet kein Trainer als Traumjob. Manchmal aber sind Fußball-Lehrer als "Feuerwehrmann" gefragt. Ihr Auftrag: Den neuen Club retten. Das bedeutet:  Kader und Mannschaft im Eiltempo neu ordnen - und eine Perspektive schaffen. Spieler, Club und Umfeld brauchen neuen Mut - und starke Nerven. Als Christian Gross am 9. Dezember 2009 seine heikle Mission beginnt, sind die Stuttgarter genau so ein Fall - und sie nutzen ihre Chance.

Gross' Mission startet schleppend

Dabei beginnt es für Gross mit einem weiteren Rückschlag, als es eigentlich aufwärts gehen soll. Torwart Jens Lehmann sieht am 16. Spieltag beim 1:1 in Mainz die Rote Karte. Der junge Sven Ulreich muss einspringen. Ulreich avanciert bis zu Lehmanns Rückkehr zum sicheren Rückhalt. Der erste Mosaikstein für die erfolgreiche Rückrunde.

Den "Rest" leitet der Schweizer Christian Gross ein. Kernpunkte seiner Maßnahmen: Neue Hierarchie im Team und neue Freiheit für die VfB-Stürmer. Matthieu Delpierre steigt zum Führungsspieler und "Chef" auf. Die Angreifer Pavel Pogrebnyak  und Ciprian Marica werden von Abwehraufgaben weitgehend befreit.

Marica wird zum Toptorjäger

Gross will ihre Strafraumstärken "freilegen". Die Folge: Sie schießen Tore. Vier Tore, vier Vorlagen für Pogrebnyak. Marica trifft zehn Mal (bei drei Vorlagen).  Der VfB schafft das Fundament zur Rekordfahrt. "Das Wichtigste ist, dass die Spieler an dich und deine Pläne glauben und alle in eine Richtung marschieren", sagte Gross.

Nicht nur Stürmer Marica spürt nach der konzentrierten Arbeit in der Winterpause "neues Vertrauen" vom Trainer. Gross-Vorgänger Markus Babbel verliert zuvor den "Draht" zu seinem Team als er gleichzeitig zum Trainerjob in Stuttgart in Köln die Schulbank drückt, um die Lizenz zum Fußball-Lehrer zu absolvieren.

Am Ende geht es nach Europa

Dazu findet der VfB im Winter 2009/2010 seinen Wunschspieler für die Position des linken Verteidigers: Cristian Molinaro von Juventus Turin. Der Italiener erweist sich als Volltreffer und gibt  dem Team zusätzlich Schwung und Stabilität. Pogrebnyak und Marica werden über die Flügel mit Vorlagen gefüttert.  

Den drei Siegen in der Vorrunde stehen in  der  Stuttgarter Rückrunde 12 Siege, drei Unentschieden gegenüber. Der VfB muss sich nur zwei Mal geschlagen geben und schießt 35 Tore. In der Tabelle folgt ein Riesensprung: Sechster statt 15. Der VfB erreicht nach der perfekten Rückrunde die Europa League über die Playoffs.

Oliver Trust

 

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