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18.02.2014 - 18:21 Uhr


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Max Kruse hat in der Rückrunde noch keinen Treffer erzielt

Oscar Wendt wird der Borussia verletzungsbedingt in den kommenden Wochen fehlen

Gladbach ist seit sechs Spielen ohne Sieg - eine solche Negativserie gab es unter Lucien Favre noch nie

München - Sie waren das gefeierte Team der Hinrunde. Mit dominantem Ballbesitzfußball, herrlichen Ballstaffetten und eiskalten Torabschlüssen spielten sich die Fohlen in die Herzen vieler Bundesligafans. Eine Erfolgsserie von sechs Siegen, eine schier uneinnehmbare Festung namens Borussia-Park und am Ende Platz 3 waren das Ergebnis von Gladbachs erster Saisonhälfte. 

Trotz des schweren Rückrundenstarts mit Heimspielen gegen den FC Bayern und Bayer Leverkusen sprach nur wenig dagegen, dass der Lauf von Lucien Favres Team ins Stocken geraten könnte - doch dies erwies sich als Trugschluss (Gladbachs Ergebnisse). Nach den ersten vier Spieltagen, in denen man nur einen Punkt sammelte, ist die Ernüchterung groß - und am Niederrhein rätseln sie jetzt über die Gründe des Fehlstarts. 

Kruse als Sinnbild für Gladbachs Durchhänger

"In den vergangenen vier Spielen haben wir nur zwei Tore erzielt. Wir müssen wieder besser nach vorne spielen“, sagte Innenverteidiger Alvaro Dominguez, der beim 1:1 in Bremen (Nachbericht) zur Halbzeit für den verletzten Tony Jantschke eingewechselt wurde. Dabei hatten die Borussen im Weser-Stadion erstmals in der Rückrunde wieder Zug zum Tor entwickelt, blieben im Abschluss jedoch fahrlässig. 

"Ein Punkt aus den ersten vier Spielen ist zu wenig", gestand Max Kruse nach der neuerlichen Enttäuschung. Der Nationalspieler, der im ersten Saisondrittel so aufdrehte, ist das Sinnbild für Gladbachs Durchhänger. Nur einen Treffer per Elfmeter erzielte Kruse an den vergangenen zehn Spieltagen, zu wenig für den Stürmer, der noch auf den WM-Zug aufspringen will. 

"Die Mannschaft ist in einer Phase, in der sie sich alles hart erarbeiten muss", sagt Sportdirektor Max Eberl. "Da gibt es einige Dinge, die man besser machen kann. Aber es ist auch nicht alles schlecht". In der Tat spielen beim Abwärtstrend der Fohlen nur Details eine Rolle: Schon in der Hinrunde hatte Mönchengladbach zwar unterdurchschnittlich viele Torschüsse abgegeben (im Schnitt 13 pro Spiel), dabei jedoch eine der besten Trefferquoten der Liga (keine sieben Versuche für ein Tor). In den vier Rückrundenspielen gab die Favre-Elf ebenfalls im Schnitt 13 Torschüsse pro Partie ab, doch nur zwei der 53 Abschlussaktionen waren von Erfolg gekrönt.

"Wieder Kleinigkeiten falsch gemacht"

Bis zum gegnerischen Strafraum kombinieren sich die Borussen immer noch, allein die "Tiefe", von der Favre gerne spricht, ist abhanden gekommen. Die Folge: In Ermangelung wirklich guter Torchancen weist der VfL in der Rückrunde die schwächste Trefferquote der Liga auf: Während man sich im Jahr 2014 lediglich vier Großchancen herausspielte,  (Ligaschnitt: sechs), waren es in der Hinrunde noch die viertmeisten.

Vorne hakt es also - und auch hinten blieb man nicht fehlerlos. "Wir haben wieder Kleinigkeiten falsch gemacht. Wenn man oben dabei sein will, sollten solche Sachen nicht passieren", sagte Abwehrchef Martin Stranzl nach dem unglücklichen Remis in Bremen. So vertändelte Filip Daems vor dem Gegentor einen Einwurf, Christoph Kramer ließ sich zu einem taktischen Foul hinreißen und Keeper Marc-Andre ter Stegen musste zum ersten Mal in seiner Bundesliga-Karriere nach einem direkt ausgeführten Freistoß hinter sich greifen.  

Wendt-Ausfall reißt die nächste Lücke

Ein Grund für die defensiven Unsicherheiten könnten die erzwungenen Wechsel in der Viererkette sein: Nachdem man in den letzten sieben Hinrundenpartien stets mit derselben Formation auflaufen konnte, musste Favre in allen vier Rückrundenpartien die Abwehr umbauen. Der Ausfall von Oscar Wendt reißt nun die nächste Lücke in den Defensivverbund.  

Trotz des Fehlstarts in die Rückrunde sind die Borussen allerdings weit davon entfernt, die Saisonziele zu revidieren und an ihren Qualitäten zu zweifeln. "Ich habe keine Angst, dass wir Europa verspielen. Es gibt noch viele Spiele, alles ist möglich. Unsere Zeit wird kommen", verspricht Raffael. Mit seinem Tor in Bremen, das zumindest den ersten Punkt der Rückrunde sicherte, hat der Brasilianer den Anfang gemacht. Und am Samstag soll gegen Hoffenheim auch wieder der Ballbesitzfußball mit Torabschlüssen gekrönt werden.

Johannes Fischer

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