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30.08.2013 - 16:50 Uhr


Die Alm macht Schule

Presseraum statt Klassenzimmer: Seit 2008 unterstützt die Stadionschule Jugendliche beim Übergang zwischen Schule und Beruf (Foto: Stadionschule)

Neben dem Unterricht kommen die Teilnehmer auch immer in den Genuss einer ausführlichen Stadiontour (Foto: Stadionschule)

Selbst auf dem Dach der Schüco Arena gibt es für die Jugendlichen viel zu entdecken (Foto: Stadionschule)

Auch im Bauch der Arena haben viele Menschen ihren Arbeitsplatz. Die vielfältigen Berufe im Umfeld eines Bundesliga-Clubs überraschen die meisten Schüler (Foto: Stadionschule)

Bei den Kletterübungen ist viel Mut und Vertrauen in die Mitschüler gefragt (Foto: Stadionschule)

Bei Teambuilding-Maßnahmen lernen die Schüler, dass es im Leben Aufgaben gibt, die nur gemeinschaftlich bewältigt werden können (Foto: Stadionschule)

Köln - Jahrzehntelang war die heutige Schüco Arena als die Bielefelder Alm bekannt. 1926 wurde die heutige Heimstätte von Arminia Bielefeld eingeweiht. 87 Jahre später hat sich das Stadion zu einer modernen Arena entwickelt, die kaum Wünsche offen lässt. Auf dem Rasen gehen die Profis der Arminia ihrer Arbeit nach, aber auch wenn gerade kein Spiel stattfindet, ist die Spielstätte alles andere als ausgestorben.
Seit 2008 wird die Schüco Arena regelmäßig von Gruppen junger Menschen besucht, die im Bauch des Stadions viele Dinge erfahren, die über den Tellerrand des Fußballs hinausgehen. Die Bielefelder Stadionschule macht es möglich. Initiiert und organisiert wird das Lernprojekt vom Fan-Projekt Bielefeld. Die Grundidee war, die Strahlkraft des Fußballs und den besonderen Ort des Stadions zu nutzen, um Jugendliche für den Übergang zwischen Schule und Beruf zu motivieren und zu begeistern.

Unterricht im Presseraum der Schüco Arena



Es sind größtenteils die neunten Klassen von Haupt- und Förderschulen, die das Angebot der Stadionschule nutzen. Statt im Klassenzimmer nehmen die Jugendlichen im Presseraum der Arena Platz. "Dieser besondere Ort erzeugt automatisch eine höhere Aufmerksamkeit. Er ist für die Jugendlichen nicht alltäglich", beschreibt Jörg Hansmeier vom Bielefelder Fan-Projekt. So stoßen die Vorträge der jeweiligen Referenten zumeist auf offene Ohren.

In der Anfangszeit wurde den Schülern schwerpunktmäßig Berufe rund ums Stadion - jenseits von Fußballprofi, Trainer oder Manager - vorgestellt. Dass nicht nur die Stars aus dem Fernsehen, sondern auch Handwerker, Gärtner, Servicekräfte, Sicherheitspersonal und viele weitere Berufsgruppen von und mit dem Fußball leben, ist vielen gar nicht richtig bewusst. "Ich bin ganz erstaunt, denn ich hätte niemals gedacht, dass man hier so viele Berufe erlernen kann" schildert eine Schülerin ihre Eindrücke. Genau mit diesem Gefühl möchte die Stadionschule seine Besucher wieder nach Hause schicken. "Wir möchten den Schülern vermitteln, wie wichtig es ist, im Schulendspurt bei der Stange zu bleiben", führt Hansmeier aus.

Bundesliga-Stiftung unterstützt die Stadionschule



Die regionalen Partner REGE, eine Personalentwicklungsgesellschaft, sowie die Von Laer Stiftung machten den Start des Projekts möglich. Seit 2010 sind auch die Bundesliga-Stiftung und die Robert Bosch Stiftung mit im Boot und ermöglichten es der Stadionschule, ihre Bildungsangebote zu erweitern. Neben dem Übergang von Schule und Beruf ist mittlerweile der Aspekt der Persönlichkeitsentwicklung hinzugekommen. Diese umfasst viele Komponenten. So erfahren die Jugendlichen bei Teambuilding-Maßnahmen hautnah, dass es im Leben Probleme gibt, die nur als Gemeinschaft gelöst werden können. Sie lernen Vertrauen zu ihren Mitschülern auf- und Vorurteile abzubauen. Auch politische Bildung steht auf dem Stundenplan.

Alle Lernmodule werden von externen Experten durchgeführt. Die Polizei klärt beispielsweise über Internetkriminalität auf, während Theaterpädagogen im Theaterprojekt der Stadionschule dafür sorgen, dass die Jugendlichen auch ihre künstlerische Seite entdecken können. Drei Tage verbringt eine Klasse in der Stadionschule, bis sie alle Module absolviert hat. 20 dieser Durchläufe gibt es pro Jahr. Und die Nachfrage ist groß: "Wir sind immer ausgebucht. Die meisten Schulen, die einmal hier waren, wollen auch im folgenden Jahr wieder kommen", beschreibt Hansmeier den Erfolg des Projekts.

Viele interessante Berufe abseits des Rasens



Und das Ergebnis gibt ihm Recht: Die Stadionschule ist zwar keine Ausbildungsbörse, aber viele Schüler absolvieren ihr Berufspraktikum später bei einem der Betriebe, die in der Stadionschule vorgestellt wurden. Ein wichtiger Schritt für den Start der beruflichen Karriere. Denn selbst, wenn das sportliche Talent vielleicht nicht für die große Karriere auf dem Rasen ausreicht: Auch neben dem Rasen gibt es viele interessante Berufe. Dank der Stadionschule ist das in Bielefeld mittlerweile bekannt.

Florian Reinecke
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