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08.11.2013 - 09:04 Uhr


Derbyzeit in Niedersachsen

Hannover 96 empfängt Eintracht Braunschweig - zum ersten Mal seit 37 Jahren treffen die Niedersachsen in der Bundesliga aufeinander

Mame Diouf (l.) erzielte in bisher sechs Saisonspielen zwei Treffer. Vergangene Saison netzte der Senegalese zwölfmal für Hannover ein

Erlebte das letzte Pflichtspiel zwischen Hannover und Braunschweig als Spieler: Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht

Hannover - Hannover 96 und Eintracht Braunschweig treffen nach 37 Jahren erstmals wieder in der Bundesliga aufeinander. Das Duell der beiden niedersächsischen Vereine (ab 20 Uhr im Live-Ticker) wird jedoch kein Spiel wie jedes andere. Das Derby wirft seine Schatten voraus: Zwischen Hannover und Braunschweig geht es um viel mehr als nur drei Punkte.
Vor dem Spiel der Spiele ist in Niedersachsen nichts normal. "Wichtig ist, dass das Ganze friedlich bleibt und die Leute nicht den Eindruck haben, dass wir uns im Mittelalter befinden. Es geht im Wesentlichen um Fußball", versuchte Braunschweigs Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt den Blick auf das Wesentliche zu lenken.

Braunschweig gestärkt nach Hannover



"Beide Mannschaften wollen in der Region die Nummer eins sein und die sportliche Rivalität auf dem Rasen voll ausleben", sagte Sportdirektor Dirk Dufner: "Ich hoffe aber inständig, dass es friedlich bleibt." Für seine Mannschaft geht es neben Prestige darum, die Negativserie von zuletzt nur einem Punkt aus fünf Bundesliga-Spielen zu beenden. "Wir brauchen diesen Sieg unbedingt", sagte Trainer Mirko Slomka: "Diese Woche hat schon deutlich gemacht, wie wichtig das Derby für unsere Anhänger ist. In diesem Fall ist es besonders, weil es nach so vielen Jahren für die meisten völlig neu ist."

Braunschweig geht dagegen mit dem Hochgefühl des 1:0-Sieges gegen Bayer Leverkusen in das wichtigste Spiel des Jahres - und mit der Kraft des 2:0-Erfolgs in der ersten Partie der inoffiziellen "Niedersachsen-Meisterschaft" in Wolfsburg. "Wichtig ist vor allem, dass meine Spieler einen kühlen Kopf bewahren", sagte Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht, der das letzte Aufeinandertreffen im DFB-Pokal im Oktober 2003 damals noch als Löwen-Spieler 2:0 gewann.

Ebel: "Derby kann Demonstration für Miteinander werden"



Die Rivalität zwischen den beiden größten Städten in Niedersachsen führen Historiker auf das 17. Jahrhundert zurück, als die "Löwen-Stadt" an Einfluss verlor und Hannovers Herrscher zu Kurfürsten wurden. Die Brisanz potenzierte sich, als Braunschweig 1963 Gründungsmitglied der Bundesliga wurde und Hannover außen vor blieb. "Die meisten wissen weder das eine noch das andere", sagte Fanforscher Gunter A. Pilz: "Es ist ganz einfach ein Lokalderby."

Dass die beiden Clubs seit 1976 nicht mehr in der Bundesliga aufeinandergetroffen sind, hat die Rivalität keineswegs einschlafen lassen, sondern eher noch befeuert. "Ich glaube, das Derby kann auch eine machtvolle Demonstration für ein faires Miteinander werden", hofft Braunschweigs Präsident Sebastian Ebel. Die Verantwortlichen werben seit Wochen für eine rein sportliche Auseinandersetzung, Braunschweig schaltete für den Freitag eine ganzseitige Anzeige in der lokalen Presse.

Lieberknecht mit Personalproblemen



Lieberknecht plagen vor der Partie in Hannover Personalprobleme. Neben Außenverteidiger Ken Reichel (Innenbandverletzung) fällt auch Mittelfeldspieler Kevin Kratz aus. Der 26-Jährige hat sich im Training eine Kapselverletzung im Knie zugezogen. Dazu gesellen sich Marjan Petkovic (Aufbautraining), Marcel Correia (Trainingsrückstand) und Jan Hochscheidt (Reha).

Dennoch ist Lieberknecht vor dem Prestige-Duell optimistisch. "Wenn wir unsere Leistung im Vergleich zum Leverkusen-Spiel noch einmal steigern können, werden wir nicht mit leeren Händen nach Hause fahren", sagte der 40-Jährige: "Ich habe im Training eine konzentrierte, fokussierte, aber auch sehr angespannte Mannschaft gesehen."

Slomka: "Alles tun für einen Sieg"



Hannovers Chefcoach Slomka unterstrich, dass sein Team den Derbysieg ohne Wenn und Aber anstrebt: "Es ist ein besonderes Spiel, und wir werden alles dafür tun, dass wir das Spiel gewinnen." Er wolle die Partie mit seinem Team dominieren.

Dabei kann der 46-Jährige wohl auf die zuletzt angeschlagenen Christian Schulz (Zehenverletzung) und Artur Sobiech (Achillessehnenverletzung) setzen. Topstürmer Mame Diouf kehrt nach seiner Gelb-Roten Karte zurück auf den Rasen. Sane hingegen ist wegen seiner fünften Gelben Karte und Marcelo Rot-gesperrt. Auch Steven Cherundolo (Knieprobleme), Felipe (Hüftoperation), Didier Ya Konan (Knöcheloperation) und Christian Pander (Aufbautraining) fallen im Derby aus.


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