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07.03.2014 - 09:26 Uhr


Acht Clubs, acht Trümpfe

Acht Teams, achtmal lebt die Hoffnung: Hannover, Frankfurt, Nürnberg, Bremen, Stuttgart, Hamburg, Freiburg und Braunschweig (© Imago)

So sieht die Lage im Tabellenkeller aktuell aus

München - "Der Pessimist sieht in jeder Chance eine Bedrohung. Der Optimist in jeder Bedrohung eine Chance." Das besagt ein chinesisches Sprichwort. Für die Kandidaten im Abstiegskampf der Bundesliga kann daher nur eines gelten: Positiv denken!

Viele Gegentore, kaum Torgefahr, kein Selbstbewusstsein: Dass Braunschweig, Freiburg, Hamburg und Co. Probleme haben, ist logisch - sonst würden sie nicht im Tabellenkeller stecken. Aber vielleicht ist genau das das Problem: Den Schwächen wird zu viel Aufmerksamkeit geschenkt. Damit soll nun Schluss sein - die großen Stärken, das, was hoffen lässt bei den Teams von Hannover bis Schlusslicht Braunschweig, rückt in den Fokus. bundesliga.de nennt den größten Trumpf jedes Teams im Schlussspurt.

Hannovers Festung, Frankfurts Entscheider

Besonders auf seine Heimstärke setzen kann zum Beispiel 96, das die drei Teams mit je 25 Punkten und etwas Abstand nach unten anführt. Im eigenen Stadion hat das Team einen Punkteschnitt von 1,9. Hält es diesen, sollte es - auch mit null Punkten aus den letzten Auswärtsspielen - mit insgesamt 36 Zählern am Ende reichen. Zuhause empfängt das Team außerdem noch die direkten Konkurrenten Bremen, Hamburg, Stuttgart und Freiburg (Restprogramm).

Frankfurts großes Faustpfand ist nicht etwa die weggefallene Dreifachbelastung. Nein, das große Plus der Eintracht heißt Alex Meier. Der wichtigste Offensivmann verpasste in der Hinrunde zu viele Spiele verletzungsbedingt und ist rechtzeitig zum Schlussspurt wieder in blendender Verfassung. In der Rückrunde traf er bereits drei Mal, genauso oft wie in der gesamten Hinrunde. Zuletzt sicherte er der SGE einen späten Dreier gegen Stuttgart.

Bremens Nerven, Nürnbergs Endspurt

Werder Bremen liegt mit Hannover und den Hessen gleichauf mit 25 Zählern. Der große Trumpf im Kampf um die Bundesliga ist aus Bremer Sicht die Nervenstärke in engen Spielen. Werder ist die einzige Bundesliga-Mannschaft, die in dieser Saison bereits vier Siege mit nur einem Tor Unterschied einfuhr. Und das gerade auch in "Sechs-Punkte-Spielen", wie zuletzt gegen den HSV (Spielbericht). Teams mit guten Nerven steigen selten ab.

Auf dieses Trio hat Nürnberg zwei Punkte Rückstand. In der gesamten Hinrunde sieglos, sah es für die Franken düster aus, doch Vorstand Martin Bader wurde nicht müde, gebetsmühlenartig auf die traditionell starke Rückrunde der Franken zu verweisen. Dieser Optimismus hat sich bislang bewahrheitet, der FCN hat sich aus dem Gröbsten befreit, wie schon so oft: In 21 ihrer 31 Spielzeiten holte Nürnberg in der Rückrunde mehr Punkte als in den ersten Saisonhälfte, darunter auch in den letzten sieben Spielzeiten. Kein Team weiß besser, was es auf der Zielgeraden zu tun hat, als der "Club".

Stuttgarts Gegner, Hamburgs Coolness

Vier Punkte dahinter liegt das stark gefährdete Trio um Stuttgart, Hamburg und Freiburg. Der VfB musste zuletzt acht (!) Niederlagen am Stück einstecken - doch man betrachte die Gegner! Stuttgart darf noch ohne Ausnahme gegen alle Teams ab dem 13. Platz spielen. In der Hinrunde blieb das Team gegen die ärgsten Konkurrenten im Abstiegskampf ungeschlagen. Dass die Truppe Potenzial hat, hat sie schon oft bewiesen, nicht zuletzt gegen Bayern im Nachholspiel des 17. Spieltags. Jetzt folgen für den VfB die Gegner, gegen die es darauf ankommt (Restprogramm).

Hamburg kann sich auf seine Coolness verlassen. Nicht nur temperaturtechnisch gilt dies für die Nordlichter, sondern vor allem vor dem gegnerischen Tor: Der größte Trumpf des HSV ist die Kaltschnäuzigkeit, denn 60 Prozent der Großchancen werden von Hakan Calhanoglu und Co. verwertet. Das ist der Wert eines Topteams und in der Liga macht nur Schalke vor dem Kasten eine noch bessere Figur (65 Prozent). Egal, wie es läuft - für ein Tor ist der HSV immer gut.

Freiburgs Streich, Braunschweigs Psyche

Freiburgs großes Plus heißt Christian Streich. Vor zwei Jahren rettete er das Team sensationell vor dem Abstieg und wurde am Jahresende vom "Kicker" zum "Trainer des Jahres" gekürt. Damals hatte der SC fünf Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz. Die Lage im Moment ist wesentlich komfortabler - Streichs Team wirkt nach den vielen Transfers und der Doppelbelastung in der Europa League nun immer stabiler. Beim SCF ist definitiv der richtige Mann am Ruder.

Ganz unten ist schließlich der große Außenseiter platziert: Eintracht Braunschweig fehlen allerdings auch nur drei Punkte auf Platz 15, auf dem der VfB derzeit rangiert. Der psychologische Vorteil ist bei der Eintracht kaum in Worte zu fassen. Andere Vereine, besonders Traditionsclubs, wollen die "Katastrophe Abstieg", den "Super-GAU 2. Liga" mit aller Macht verhindern. Für Braunschweig hingegen wäre der Klassenerhalt der größte Triumph seit dem Meistertitel 1967. Niemand hat dem Team vor oder während der Saison wirklich etwas zugetraut, wohingegen sich bei den Löwen jeder seit der ersten Minute der Situation bewusst war. Das zeigt auch die Vertragsverlängerung von Torsten Lieberknecht - als Schlusslicht.

Man darf also optimistisch sein, egal, mit wem man es hält. Hoffnung gibt es bei allen acht Abstiegskandidaten. Und, wie ein anderes chinesisches Sprichwort besagt: "Hoffnung ist wie der Zucker im Tee: Auch wenn sie klein ist, versüßt sie alles."

Christoph Gschoßmann

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