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24.04.2014 - 22:30 Uhr


Das große Zittern: Wer bleibt drin?

München - Das große Finale rückt näher, die Entscheidungen im Abstiegskampf stehen unmittelbar bevor. Bei drei ausstehenden Spielen könnte es rechnerisch noch acht Mannschaften erwischen. Bei vier Teams ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie am nächsten Spieltag den Klassenerhalt feiern dürfen. Vier andere Clubs müssen noch bangen. bundesliga.de beleuchtet die Situation.

So gut wie gerettet

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Zum Endspurt in der Bundesliga werden noch neun Punkte vergeben. Das bedeutet, dass auch noch Werder Bremen theoretisch auf den Relegationsplatz rutschen könnte. Dafür müsste allerdings der HSV drei Siege in Serie einfahren. Das gelang zuletzt unter Armin Veh in der Saison 2010/11. Mit anderen Worten: Die Bremer sind so gut wie gerettet.

Auch Eintracht Frankfurt, der SC Freiburg und Hannover 96 werden nichts mehr mit dem Abstieg zu tun haben. Frankfurt punktete in der Rückrunde solide - im Schnitt holten die Hessen 1,4 Zähler. Zwei Pünktchen aus den nächsten drei Begegnungen reichen aus, um drin zu bleiben. Der Sport-Club ist sogar das beste Team aus den vergangenen sieben Spielen. Nur ein Einbruch der Freiburger würde die Erstklassigkeit in der nächsten Saison verhindern. Ähnlich steht es um Hannover. Die 96er spielen seit zwei Spielen wie ausgewechselt. Sowohl gegen den HSV als auch gegen Frankfurt stimmten Leidenschaft, Einsatz und Punkteausbeute. Diesen vier Teams wird aller Wahrscheinlichkeit nach nichts mehr passieren.

Stevens macht Mut

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Der klare 3:1-Sieg über den FC Schalke 04 lässt den VfB wieder mindestens eine Woche lang ruhig schlafen. Denn nun haben die Schwaben vier Punkte Vorsprung auf den Relegationsrang. Die Stuttgarter haben sich unter Huub Stevens stark verbessert. Stevens hat es verstanden, die Defensive zu festigen. In sieben Spielen unter ihm gab es nur acht Gegentore. Offensiv war Stuttgart bereits die ganze Saison über gut aufgestellt. Der VfB hat den besten Angriff der unteren Tabellenhälfte und erzielte bereits 48 Tore.

Der Aufschwung ist auch dem Formanstieg einiger Leistungsträger zu verdanken. So erzielte Martin Harnik in den vergangenen acht Partien sechs Treffer, Ibrahima Traore bereitete vier Tore vor und der wiedergenesene Daniel Didavi blüht auf. Der 21-Jährige ist der neue Taktgeber im Mittelfeld und war bereits an zwei Toren direkt beteiligt. Das Restprogramm der Stuttgarter ist zwar schwierig, aber in der derzeitigen Form nicht unmachbar. Die Schwaben reisen noch zu Hannover und zum FC Bayern. In der Mercedes-Benz Arena empfängt der VfB am vorletzten Spieltag den VfL Wolfsburg. Stuttgart hat es in der eigenen Hand, wahrscheinlich reicht ein Sieg, um die Klasse zu sichern.

Düstere Aussichten für den Dino

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Für den Hamburger SV wird es ein schwerer Kampf. Der Bundesliga-Dino, der vor seinem ersten Abstieg steht, hat ein hartes Restprogramm. Gegen Augsburg und den FC Bayern hat der HSV eine schlechte Bilanz. Zudem steht ein Auswärtsspiel in Mainz an. Zwar sind die Hanseaten dort seit sechs Partien ungeschlagen, aber in dieser Saison gelang ihnen in der Fremde wenig. In den vergangenen sieben Gastspielen kassierte Hamburg ausschließlich Niederlagen. Insgesamt hat der Traditionsverein erstmals über die Hälfte aller Saisonspiele verloren. Zudem präsentierte sich der HSV zuletzt in Hannover und in der ersten Halbzeit gegen Wolfsburg wie ein Absteiger (Schafft der HSV den Klassenerhalt?).

Trotzdem gibt es Hoffnungsschimmer. Erstens ist der HSV noch nie abgestiegen und zweitens werden in den letzten drei Spielen wichtige Stützen zurückkehren. Milan Badelj (die meisten Ballkontakte beim HSV), Johan Djourou (Abwehrchef), Marcell Jansen (zweikampfstärkster Außenverteidiger der Hamburger), Rafael van der Vaart (Topscorer des HSV) und eventuell Pierre-Michel Lasogga (Top-Torschütze) werden im Saisonfinale wieder in das Geschehen eingreifen. Sie könnten der Mannschaft die notwendige Stabilität verleihen. Ein weiterer Trumpf für den HSV: Sie nutzen am besten ihre Großchancen und brauchen nicht unzählige Möglichkeiten, um zu treffen. Trotzdem braucht der HSV Schützenhilfe, um noch den direkten Ligaverbleib zu sichern.

Nürnberg in der Formkrise

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Acht Niederlagen aus den vergangenen neun Partien: So lautet die niederschmetternde Bilanz für den 1. FC Nürnberg im Abstiegskampf. In der Rückrunde feierte der "Club" zwar deutlich mehr Siege als noch in der Hinrunde, hat aber auch mit 29 Gegentreffern die anfälligste Defensive. In den letzten drei Spielen müssen die Franken noch in Mainz und auf Schalke ran. Beides Gegner, die zumindest Stand jetzt noch um ihre Saisonziele kämpfen. Zuhause trifft der FCN noch auf Hannover. Eine weitere Zahl, die wenig Gutes verheißt: In 45 der 50 Bundesliga-Spielzeiten ist das schlechteste Heimteam am Saisonende abgestiegen.

Retten könnten den "Club" aber einige verletzte Spieler. Von der langen Liste der ausfallenden Akteure könnten Petrak, Hlousek, Feulner und vielleicht sogar Chandler noch eingreifen. Durch die kurzfristige Entlassung von Gertjan Verbeek weht zudem ein frischer Wind durch die Kabine. Roger Prinzen und Marek Mintal übernehmen für die letzten drei Partien und werden wie schon Verbeek auf Josip Drmic setzen. Der torgefährliche Schweizer war schon zu Beginn des Jahres mit seinen Treffern die Nürnberger Lebensversicherung. Drmic könnte mit seinen Toren  zum Helden der Franken werden.

Hoffnung stirbt zuletzt

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Die nackten Zahlen sprechen gegen Eintracht Braunschweig: In 32 der 50 Bundesliga-Spielzeiten ist die Mannschaft mit den wenigsten Toren am Saisonende abgestiegen. Eintracht stellt mit 28 Toren die harmloseste Offensive. Zum Vergleich: Nürnberg traf 36 Mal. Mit Domi Kumbela fehlt dem Aufsteiger zudem der beste Torjäger. Der Kongolese fällt mit einem Muskelfaserriss wahrscheinlich bis zum Saisonende aus. Die letzten beiden Spiele ohne den Stürmer verlor die Eintracht jeweils zu Null.

Eine weitere Statistik, die wenig Mut macht: In 76 Prozent der Fälle stieg die auswärtsschwächste Mannschaft ab. Das Problem für die Löwen: Zwei Mal müssen sie noch auswärts ran. In der Fremde gelang der Eintracht aber bislang erst ein einziger Sieg - im Derby beim VfL Wolfsburg. Allerdings - sieht man von den Partien gegen die übermächtigen Bayern und dieformstarken Freiburgern ab - sind die Niedersachsen gut in Form. Zuvor verlor Braunschweig nur eine von sieben Begegnungen. Zudem geht es im Schlussspurt ausschließlich gegen Teams, die im Tabellenmittelfeld stehen und für die es nur noch um die berühmte Goldene Ananas geht. Den Braunschweigern könnte die große Überraschung gelingen. Platz 16 und damit die Relegation liegt mit zwei Punkten in Reichweite. Patzen die beiden Konkurrenten, könnte die Eintracht der lachende Dritte sein.

Michael Sapper

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