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Bundesliga

30.03.2014 - 20:58 Uhr


Darüber spricht die Liga: Gute Zeiten, schlechte Zeiten

München - Dramatische Szenen, große Triumphe und bittere Niederlagen, aufstrebende Stars und alte Helden - das ist der Stoff, aus dem TV-Hits gemacht werden. Auch die Bundesliga liefert Woche für Woche Blockbuster-Material vom Allerfeinsten: Epische Eigentore, unschlagbare Eigengewächse, imaginäre Ehefrauen, ungeahnte Erfolgsgeschichten und ungewohnte Elferschwächen - darüber spricht die Liga am 28. Spieltag.

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Verstehen Sie Spaß?

Es war die 38. Minute des Duells der Europa-League-Anwärter zwischen dem 1. FSV Mainz 05 und dem FC Augsburg. Marwin Hitz (Bild: Imago) hatte gerade einen Schuss gegen den Pfosten gelenkt, als "Lockvogel" Matthias Ostrzolek den Schlussmann der Schwaben eiskalt erwischte: Bei seinem Rettungsversuch donnerte der Außenverteidiger den Ball erneut gegen das Aluminium, der Abpraller klatschte erst ins Gesicht des 26-jährigen Torhüters und kullerte von dort zum vorentscheidenden 2:0 für die Rheinhessen über die Linie (Spielbericht). Ein Eigentor der Marke Slapstick - Szenen wie aus dem Comedy-Lehrbuch. "Das war das erste Eigentor meiner Karriere. Wenn man den Ball aus zwei Metern ins Gesicht bekommt, braucht man zwei Minuten, bis man wieder klar ist", erklärte der Unglücksrabe, der dann erst merkte, was geschehen war: "Der Schmerz der jubelnden Fans war größer als der im Gesicht. Da wusste ich, dass der Ball im Tor ist."

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Schalke sucht den (nächsten) Superstar

Schalke 04 wird schon seit Wochen vom Verletzungspech verfolgt. Beim 2:0 gegen Hertha BSC mussten die Knappen am Freitagabend gleich auf elf Spieler verzichten, Trainer Jens Keller setzte daher einmal mehr auf die Jugend - und wurde nicht enttäuscht. Nach den ersten erfolgreichen Casting-Auftritten überzeugten Leon Goretzka, Kaan Ayhan und Co. im Recall gegen die Alte Dame erneut (Nachbericht) und haben nun die internationalen Mottoshows in der Königsklasse im Visier. "Mich freut es wahnsinnig für diese Mannschaft. Es ist sehr beeindruckend, wie sie trotz der vielen Ausfälle funktioniert. Unglaublich, auf der Bank saßen nur Amateur- und A-Jugend-Spieler", sagte der stolze Keller bei "sky". Die jugendliche Unbekümmertheit und der Elan der Eigengewächse scheint mittlerweile jedoch auch die alteingesessenen Profis angesteckt zu haben: "Wir haben viele gute junge Spieler im Kader. Ich persönlich fühle mich aber auch noch sehr jung", flachste Angreifer Klaas-Jan Huntelaar, der mit seinen 30 Jahren fast schon der Alterspräsident des Kaders ist. "Die gesamte Konstellation ist einfach sehr gut für den Verein, die Fans und das Team." Der königsblaue Jungbrunnen sprudelt und sprudelt...

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Mieten, kaufen, wohnen

Seit dem vergangenen Sommer spielt Josip Drmic (Bild: Imago) für den 1. FC Nürnberg und scheint sich im Frankenland rundum wohl zu fühlen. Immerhin hat er nicht nur gleich in der ersten Saison den Sprung zum Stammspieler geschafft. Mit 16 Treffern in 27 Spielen gehört der Stürmer aktuell auch noch zu den absoluten Top-Torjägern der Liga (Torjägerliste). Dass solch beeindruckende Werte bei einem Mann von gerade einmal 21 Jahren schnell die abenteuerlichsten Wechselgerüchte heraufbeschwören, gehört bekanntlich zum Fußballgeschäft. Das weiß auch Lothar Matthäus, der in seiner Funktion als TV-Experte aber scheinbar über brandheiße Insiderinformationen verfügt und daher nach dem Treffer des Schweizers beim SC Freiburg am Samstag (2:3) vorschnell dessen angeblich bevorstehenden Transfer nach London verkündete - seine Ehefrau sei sogar bereits in England auf Wohnungssuche. Das überraschte dann aber auch Drmic selbst, der via "Bild" klarstellte: "Im Moment bin ich solo. Es gibt auch niemanden, der in London auf Wohnungssuche ist." Der Teufel steckt bekanntlich im Detail, auch bei vermeintlichen Transferhämmern.

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Wetten, dass...???

Die Versuchsanordnung klingt verwegen: Ronaldo Aparecido Rodrigues, kurz Naldo, 31 Jahre alt, aus dem brasilianischen Londrina und angestellt als Abwehrspieler beim VfL Wolfsburg, wettet, dass er ein Spiel mit einem brachialen Sonntagsschuss aus knapp 35 Metern entscheiden kann. Top, die Wette gilt! Und so schnappt sich der weit in die gegnerische Hälfte aufgerückte Routinier am Samstag in der 89. Minute beim Stande von 1:1 gegen Eintracht Frankfurt das Spielgerät und nagelt das Ding beherzt zum 2:1-Erfolg für die Wölfe in die Maschen. Bevor es danach zum Jubeln in die Kurve geht, gibt es aber noch einen Fingerzeig an die Bank und in Richtung des Co-Trainers Dirk Bremser: "Gegen Augsburg habe ich den Ball auf die Tribüne geschossen, da hat 'Bremse' gesagt: 'Du schießt nicht mehr'. Ich bin gespannt, was er heute sagt", sagte ein strahlender Naldo nach seinem insgesamt achten Weitschusstor in der Bundesliga, das ihm auch eine Nominierung für die Wahl zum "Spieler des 28. Spieltags" einbrachte (hier abstimmen). 

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Punkt 12

Zwölf Mal ist Filip Daems für Borussia Mönchengladbach in der Bundesliga zum Strafstoß angetreten. Zwölf Mal hat der Routinier sicher verwandelt und somit eine Trefferquote von sagenhaften 100 Prozent erreicht. Eine Serie für die Ewigkeit. Bis zu diesem Sonntagnachmittag, als der Belgier gegen den Hamburger SV erst am Torhüter scheiterte - und dann den Nachschuss zu seinem ersten Tor aus dem Spiel heraus verwertete (Topdaten zum Spiel). "Der war richtig schlecht geschossen. Zum Glück ist mir der Ball dann wieder vor den Fuß gesprungen und ich habe ihn reingemacht", zeigte sich der 35-Jährige anschließend ebenso selbstkritisch wie erleichtert.

Stefan Missy

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