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Bundesliga

18.04.2014 - 10:00 Uhr


"Keine Zeit, zu grübeln"

Christian Gentner hofft mit dem VfB Stuttgart auf den Klassenerhalt. Der Mittelfeldspieler erzielte in dieser Saison drei Tore für den VfB

Gentner (r.) verkörpert die Tugenden, die man im Abstiegskampf braucht: Leidenschaft und Einsatzwille

Der 28-Jährige (l.) musste mit dem VfB in dieser Saison schon viele Nackenschläge einstecken. 30 Punkte verspielten die Schwaben nach einer Führung

Stuttgart - Der VfB Stuttgart hat sich mit vier Punkten aus den vergangenen beiden Bundesliga-Spielen im Abstiegskampf etwas Luft verschafft. Die Schwaben rangieren mit einem Zähler Vorsprung auf den Relegationsplatz auf Platz 15 und können den Klassenerhalt aus eigener Kraft schaffen (zum Tabellenrechner).

Trotzdem überwog bei den Spielern die Enttäuschung über den kurz vor Schluss unglücklich verspielten möglichen Sieg in Mönchengladbach. bundesliga.de sprach mit Christian Gentner über die Chancen auf den Ligaverbleib und die Stehauf-Qualitäten des VfB.

bundesliga.de: Christian Gentner, der VfB hat im letzten Auswärtsspiel beim 1:1 einen Punkt in Mönchengladbach geholt. Wie schätzen Sie die Leistung ein?

Christian Gentner: Gut. Wir haben in Mönchengladbach genauso wie schon gegen Dortmund oder Freiburg gut gespielt. Die Attribute und Tugenden, die in unserer momentanen Situation gefragt sind, waren wieder zu einhundert Prozent vorhanden. Wenn wir diese Leistungen bis zum Saisonende durchhalten, werden wir unser Ziel Klassenerhalt auch schaffen. Aber klar ist auch, dass dies die Grundvoraussetzung ist.

bundesliga.de: Ist die Mannschaft in den vergangenen Spielen stabiler geworden?

Gentner: Mit dem Ausdruck tue ich mich ein bisschen schwer. Wir haben auf die Defensive in den letzten Wochen vermehrt unser Augenmerk gelegt. Daher bekommen wir weniger Gegentore. Aber mit dem späten Gegentreffer in Mönchengladbach haben wir auch wieder ein Gegenargument geliefert.

bundesliga.de: Warum gehen Sie vorsichtig mit dem Begriff "stabil" um?

Gentner: Wir müssen jetzt zeigen, dass uns ein so später Gegentreffer nicht umwirft. Das ist machbar, aber wir müssen es gegen Schalke erst beweisen, dass wir uns davon erholt haben. Wir haben aber auch keine Zeit, um großartig zu grübeln, sondern müssen direkt auf das kommende Spiel gegen Schalke fokussiert sein.

bundesliga.de: Der VfB hat in dieser Saison schon viele Punkte nach einer Führung noch eingebüßt. Wie schwer ist es, immer wieder diese Nackenschläge wie in Mönchengladbach wegzustecken?

Gentner: Es ist sicher nicht so einfach, weil es auch leider nicht das erste Mal in dieser Saison passiert ist. Wir haben nach Führungen 30 Punkte abgegeben. Wir hätten die Spiele zwar nicht alle gewinnen müssen. Aber es sind eine Menge Punkte, die fehlen. Das ist enttäuschend. Wichtig ist jetzt, dass wir trotzdem das Positive der letzten Spiele für die kommenden Aufgaben mitnehmen.

bundesliga.de: Im Mittelfeld gab es zuletzt eine taktische Umstellung. Wie ordnen Sie die neue Doppelsechs mit Carlos Gruezo und Ihnen ein?

Gentner: Ich sehe das gar nicht als Doppelsechs, sondern eher als Zentrale, zu der auch Daniel Didavi gehört. Jeder hat seinen Job, sowohl defensiv als auch offensiv. Es funktioniert gut, es hat aber auch noch viel Entwicklungspotenzial. Für den Moment ist es relativ stabil.

bundesliga.de: Wie schätzen Sie die Gesamtkonstellation am Tabellenende ein? Wie wichtig war der Punkt in Gladbach auch vor dem Hintergrund, dass alle hinter Stuttgart platzierten Konkurrenten verloren haben?

Gentner: Bei uns überwog schon die Enttäuschung darüber, dass wir in Gladbach vor allem nach diesem Spielverlauf nicht drei Punkte geholt haben. Von den Konkurrenten haben einige gegeneinander gespielt. Da war es klar, dass der eine oder andere vielleicht Punkte verlieren würde. Aber wir gucken auch nicht auf die Konkurrenz. Wir dürfen uns nur auf uns verlassen. Ich weiß nicht, ob wir wirklich einen Punkt gut gemacht haben, weil wir noch ein schweres Restprogramm haben. Vielleicht hätten wir in Gladbach drei Punkte holen müssen. Wir werden am Ende sehen was dieser Punkt wirklich wert war.

bundesliga.de: In den letzten Wochen hatte man den Eindruck, dass sich der VfB gegen die Topteams vielleicht sogar etwas leichter tut, weil diese Mannschaften auch mitspielen und nicht nur ihr Tor verteidigen. Was erwarten Sie jetzt gegen Schalke (am Sonntag ab 17 Uhr im Live-Ticker)?

Gentner: Es wird sehr schwer, aber mit den Leistungen der letzten Wochen ist gegen alle Gegner für uns etwas drin. Und wir spielen ja nicht nur gegen Schalke, sondern auch noch gegen Hannover, Wolfsburg und die Bayern. Wir haben leider gegen die unmittelbaren Konkurrenten einige Punkte unnötig liegen lassen. Ich denke an die Spiele gegen Braunschweig oder Bremen und vor allem Nürnberg. Diese Punktverluste müssen wir jetzt gegen besser platzierte Teams wieder gutmachen. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir das schaffen werden.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski

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