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05.07.2013 - 14:54 Uhr


Chancen auf eine bessere Bildung

Sprache und Fußball gehen beim Projekt

Sprache und Fußball gehen beim Projekt "Fußball trifft Kultur" Hand in Hand

Köln - Die Bundesliga ist ein gutes Beispiel dafür, wie der Fußball die Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund unterstützen kann. Spieler wie Lukas Podolski, Mesut Özil oder Sami Khedira sind längst zu festen Größen in der Nationalmannschaft geworden und dienen als positive Vorbilder.
Seit 2007 nutzt das von der "Frankfurt Book Fair Literacy Campaign" (LitCam) ins Leben gerufene Projekt "Fußball trifft Kultur" die Strahlkraft des Fußballs, um Sprachbarrieren von benachteiligten Kindern und Kindern mit Migrationshintergrund zu überwinden. "Fußball trifft Kultur" fördert mittlerweile in Stuttgart, Frankfurt, Berlin, Gelsenkirchen, Hamburg und Nürnberg die sprachliche Entwicklung von Kindern.

Zwei Trainingseinheiten in der Woche



Zwei Mal die Woche absolvieren die Teilnehmer eine 90-minütige Trainingseinheit. In den ersten 45 Minuten wird unter professioneller Anleitung gekickt. Anschließend stehen 45 Minuten Sprachunterricht auf dem Programm. "Unser erstes Ziel war es, die Kinder durch Fußball zum Lernen zu motivieren. Im Laufe der Zeit haben wir festgestellt, dass sich durch die Bewegung auch die Konzentration der Kinder erhöht. Fußball dient uns deshalb nicht mehr nur als Motivationsargument, sondern wir versuchen, Bewegungsabläufe und Unterricht zu verbinden", beschreibt Karin Plötz von LitCam die Entwicklung der letzten Jahre.

Barbara Dilk begleitet "Fußball trifft Kultur" als Deutschlehrerin in Frankfurt. Ihre Erfahrungen sind positiv: "Das Konzept ist sehr reizvoll für die Kinder. Sie entdecken so ihren Spaß am Fußball, aber auch an der Sprache." Die sportlichen Einheiten übernehmen jeweils Jugendtrainer der ansässigen Proficlubs. In Stuttgart unterstützen der VfB und die Kickers gemeinsam das Projekt.

Für Stuttgarts sportlichen Leiter Fredi Bobic ist die Zusammenarbeit mit "Fußball trifft Kultur" eine Herzensangelegenheit. Auch, weil er selbst ein "Kind mit Migrationshintergrund" war, wie er betont. "Es ist eine große Ehre für den VfB, Partner für dieses tolle Projekt zu sein", fügt der ehemalige Nationalstürmer an.

Bundestreffen mit 250 Kids in Stuttgart



In Stuttgart fand auch das Bundestreffen des Projekts statt. Um die 250 Kinder im Alter von acht bis 13 Jahren kamen Mitte Juni im ADM-Park im Degerloch zusammen, um gemeinsam Fußball zu spielen. Ohne finanzielle Unterstützung wäre die Erfolgsgeschichte von Fußball trifft Kultur nicht möglich. Einer der Partner von LitCam ist die Bundesliga-Stiftung. Seit 2012 sorgt die im Januar 2009 ins Leben gerufene Stiftung als nationaler Partner gemeinsam mit lokalen Unterstützern dafür, dass die etwa 1.000 Euro, die das Programm pro Kind im Jahr kostet, auch zukünftig zur Verfügung stehen.

Spielerisch werden förderungsbedürftigen Kindern Chancen auf eine bessere Bildung ermöglicht. Völlig unabhängig davon, ob das sportliche Talent für eine spätere Bundesliga-Karriere ausreicht. Fußball verbindet - unabhängig von der Spielklasse.

Florian Reinecke
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