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07.04.2014 - 12:04 Uhr


Casteels' Beinbruch schockt Hoffenheim

Die Szene des Spiels: Hoffenheims Koen Casteels (l.) fliegt nach einem Duell mit Adrian Ramos (r.) unkontrolliert durch die Luft... (© Imago)

und zieht sich bei der Landung einen Schienbeinbruch zu. Bitter für den belgischen Keeper

Dass sich 1899 durch Eugen Polanski (l.) noch einen Punkt in Berlin sicherte, verkam da zur Nebensache

Berlin - Es läuft die 69. Minute im Sonntagspiel zwischen Hertha BSC und 1899 Hoffenheim im Berliner Olympiastadion. Stürmer Adrian Ramos versucht, einen langen Ball zu ersprinten, Gästekeeper Koen Casteels will weit vor seinen Kasten klären. Die beiden prallen unglücklich zusammen und gehen zu Boden. Doch während der Hertha-Angreifer nach kurzer Behandlung weiterspielen kann, hat es den Hoffenheim-Torwart ganz übel erwischt: Offenbar beim unkontrollierten Fall aus großer Höhe bricht sich der Belgier das Schienbein.

Der Berliner Fans pfeifen zunächst lautstark, doch wohl weniger aus Unsportlichkeit als vielmehr aus Verärgerung darüber, dass Schiedsrichter Felix Brych direkt nach dem unglücklichen Zusammenprall auf Freistoß für die TSG entscheidet. Dass Casteels sich schlimm verletzt hat, wird erst durch die minutenlange Behandlungspause klar, die damit endet, dass der 21-Jährige mit einer Trage abtransportiert werden muss.

"Schwer, über Fußball zu sprechen"

"Für mich ist es gerade schwer, über Fußball zu sprechen", zeigte sich Hoffenheim-Coach Markus Gisdol nach der Partie sichtlich schockiert. "Das Spiel wird von der Verletzung von Koen überschattet." Seine Mannschaft sei "nach der Situation etwas angeknackst" gewesen, so der TSG-Trainer. Doch auch Ramos, dem in der Szene kein Vorwurf zu machen ist, war geschockt. "Adrian war nach dem Spiel mitgenommen, als er erfuhr, das Casteels wohl schwer verletzt ist", berichtete Hertha-Trainer Jos Luhukay und wünschte dem Gästetorwart im Namen von Hertha BSC gute Besserung.

Die Befürchtung, es könne sich um einen Beinbruch handeln, wurde später zur traurigen Gewissheit: Noch am Sonntagabend wurde bei Casteels im Berliner Martin-Luther-Krankenhaus eine Fraktur des Schienbeins diagnostiziert und der Bruch operiert. Damit dürften auch die Hoffnungen des belgischen U21-Keepers, mit der A-Mannschaft zur WM nach Brasilien zu fahren, ausgeträumt sein.

Hoffenheim und seine Torhüter - das ist schon länger eine schwierige Geschichte. Casteels wurde vor genau einem Jahr zum Stammkeeper, als sich die damalige Nummer Eins Heurelho Gomes im Spiel gegen Fortuna Düsseldorf die Hand brach. Casteels selbst war gerade erst nach einer Infektion wieder zurückgekehrt - die er sich durch einen Insektenstich zugezogen hatte. Sein Vertreter Jens Grahl hatte in den vergangenen Partien durch gute Leistungen Ansprüche auf den Platz im TSG-Kasten angemeldet, fiel in Berlin aber aufgrund von Oberschenkelproblemen aus. Die unglückliche Liaison zwischen Hoffenheim und Ex-Nationaltorwart Tim Wiese ist ohnehin hinlänglich bekannt.

Stolz mit gutem Debüt

Beruhigend für Markus Gisdol, dass sich der für Casteels eingewechselte Alexander Stolz als höchst verlässlich erwies. "Wir hatten einen guten Ersatztorhüter", sagte der 1899-Coach. "Er hat den entscheidenden Ball gehalten", verwies Gisdol auf ein gewonnenes Eins-gegen-Eins-Duell mit Ramos. Zudem lenkte Stolz noch einen gefährlichen Freistoß von Ronny über die Latte. Der frühere Stuttgarter erlebte durch die Einwechslung sein Bundesliga-Debüt - im zarten Alter von 30 Jahren.

Trotzdem dürfte am nächsten Spieltag Grahl zwischen den Pfosten der TSG stehen. Dann empfängt die Gisdol-Elf in Sinsheim den Bayern-Bezwinger FC Augsburg. Eugen Polanski, der seinem Team mit dem Ausgleichstreffer zum 1:1 einen Punkt sicherte, weiß, wie schwer das wird: "Augsburg ist eine sehr unangenehme Mannschaft. Die wissen, was sie tun und sind immer sehr gut auf den Gegner eingestellt."

Doch andererseits strotzt Polanski gerade selber vor Selbstvertrauen. Nach 33 Ligaspielen für die TSG ohne Tor, traf der defensive Mittelfeldmann in den vergangenen fünf Partien gleich drei Mal. Folgerichtig verkündet der 28-Jährige: "Wir spielen zu Hause und da wollen wir immer gewinnen!"

Aus Berlin berichtet Andre Anchuelo

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