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Bundesliga

26.10.2013 - 22:21 Uhr


BVB vertreibt Schatten der Vergangenheit

Roman Weidenfeller lässt sich nach seinem gehaltenen Elfmeter im Revier-Derby feiern

Mario Götze (r.) erzielte gegen Hertha sein erstes Bundesligator für den FC Bayern

Auch Leverkusen hält Schritt und setzt sich nach dem Sieg gegen Augsburg zusammen mit Bayern und Dortmund vom Rest der Liga ab

München - Das Spitzentrio enteilt dem Rest der Liga. Bayern bleibt auf Rekordjagd, Leverkusen beendet eine turbulente Woche mit einem Pflichtsieg und Borussia Dortmund vertreibt mit einem Derbysieg die dunklen Schatten der vergangenen Saison. Die Highlights des 10. Spieltags.
Zwei Vereine haben bekanntlich 32 Bundesligaspiele und zwei Derbys. Für die Fans aus beiden Lagern ist ein Sieg gegen den Ruhrpott-Rivalen fast wichtiger als die gesamte Saison. Schlaflose Nächte und zittrige Hände allenthalben im Vorfeld des 143. Duells zwischen Schalke und dem BVB. In diesen Spielen werden Helden geboren - auch tragische.

Elfmeter-Killer Weidenfeller



Wer weiß, wie die Partie verlaufen wäre, hätte Kevin-Prince Boateng in der 30. Minute vor der Schalker Kurve den Elfmeter zum 1:1 verwandelt. "In einem Derby kann man unsterblich werden", hatte er vor dem Vergleich mit seinem Ex-Club noch gesagt. Doch sein alter Kumpel Roman Weidenfeller hatte wohl Ähnliches im Sinn und wehrte den Strafstoß seines früheren Kollegen ab. "Es ist immer schwer für einen Spieler, mit dem man auch zusammen gespielt hat. Man weiß nie genau, was einem ehemaligen Mitspieler durch den Kopf geht", so der "Elfmeter-Killer", der vier der letzten acht Strafstöße gegen sich entschärfen konnte.

Erstmals vergab in einem Revier-Derby ein Schalker einen Elfmeter (Topdaten). "Ich wollte Verantwortung übernehmen und war sicher, dass ich treffe. Ich kenne die Bedeutung des Spiels für die Fans und bin entsprechend sauer über die Niederlage", sagte Boateng.

Sahin trifft im 23. Versuch



Ausgerechnet der bis dato erfolgloseste Schütze der Liga erhöhte nach der Pause zum 2:0 für Schwarz-Gelb. Sein 23. Torschuss der Saison zappelte letztlich im Netz. Einen besseren Zeitpunkt für seinen traumhaften Distanzknaller in den rechten Winkel hätte sich Nuri Sahin wohl kaum aussuchen können. "Nach den beiden Niederlagen in der vergangenen Saison gegen Schalke tut der Sieg unheimlich gut. Es ist für uns alle ein schöner Tag", sagte der Deutsch-Türke.

Zwar kam Schalke durch den kurz zuvor eingewechselten Youngster Max Meyer (traf im dritten Spiel in Folge) in der 63. Minute noch einmal heran, doch zehn Minuten später leitete der überragende Henrikh Mkhitaryan, der an allen drei Toren beteiligt und mit 12,1 Kilometern der laufstärkste Spieler auf dem Platz war, den Schalker Knockout durch Jakub Blaszczykowski ein.

Fünf Kilometer mehr gelaufen



Auch wenn die Statistik von 58 Prozent Ballbesitz und 54 Prozent gewonnener Zweikämpfe für S04 sprach, hatten die "Knappen" dem schnellen Umschaltspiel der Dortmunder kaum etwas entgegenzusetzen. Der BVB spulte zudem mit 115,3 Kilometern satte 5,4 Kilometer mehr ab als die Gastgeber.

"Das war ein super-intensives Spiel. Roman hält glücklicherweise den Elfmeter und wir machen direkt nach der Pause das 2:0 mit einem Supertor. Danach hat Max Meyer noch mal richtig Betrieb gemacht. Es wurde hektisch und noch intensiver, aber so muss ein Derby sein. Wir setzen dann am Ende einen Sensationskonter", analysierte BVB-Trainer Jürgen Klopp seinen vierten Sieg im elften Derby (Trainerstimmen).

"Wir sind momentan leider nicht in der Verfassung, um solche Mannschaften zu schlagen", meinte Julian Draxler, der mit einem Ballverlust quasi das 1:3 einleitete. Schalke, das mit 22 Gegentoren nun die drittschlechteste Abwehr der Liga stellt, liegt nun schon elf Punkte hinter einem direkten Champions-League-Platz. "Die oberen Drei sind uns enteilt. Wir spielen nur noch um Platz vier. Um alles andere müssen wir uns keine Gedanken machen", gibt sich Manager Horst Heldt realistisch.

Rekord-Bayern mit Mühe



"Business as usual" in Bayern. Der Rekordmeister hat seit nunmehr einem Jahr kein Bundesligaspiel mehr verloren. Sollte der FCB kommende Woche bei 1899 Hoffenheim erneut ungeschlagen bleiben, würde der er die Bestmarke des Hamburger SV von 36 Spielen in Serie ohne Niederlage einstellen.

Gegen Hertha BSC mühte sich der Tabellenführer derweil zu einem glanzlosen Pflichtsieg. Bereits im zweiten Bundesliga-Spiel in Folge geriet das Team von Trainer Pep Guardiola in Rückstand. Trotz späterer 3:1-Führung wurde es nach dem Anschlusstreffer der Berliner, die mit 121,2 Kilometern eine starke Laufleistung boten, noch einmal spannend. Kein Grund zur Sorge allerdings, solange Franck Ribery am Start ist. Der Franzose hat keines seiner letzten 39 Bundesliga-Spiele verloren und stellte damit einen historischen Rekord auf (Topdaten).

"Meine Spieler wollten, konnten aber nicht so, wie sie wollten. Wir haben viel gespielt in letzter Zeit und sind etwas müde", erklärte Trainer Pep Guardiola den teils schwerfälligen Auftritt seines Teams.

Schon zehn Punkte auf Platz vier



Dennoch bescherten die Bayern ihrem Coach eine weitere Bestmarke. Der Spanier verlor keines seiner ersten zehn Bundesliga-Spiele. Damit stellte er den Uralt-Startrekord von Branko Zebec aus dem Jahr 1968 ein. Mario Götze erzielte gegen Hertha zudem sein erstes 1. Bundesliga-Tor im Bayern-Dress, per Kopf wohlgemerkt.

Am Ende einer turbulenten Woche mit dem kuriosen Treffer in Hoffenheim und 4:0-Sieg gegen Donetsk setzte sich Bayer Leverkusen mit 2:1 gegen Augsburg durch und hat nun schon zehn Punkten Vorsprung auf Platz vier. Zusammen mit Dortmund und Bayern setzt sich auch "Werkself" weiter vom Rest der Liga ab (Tabelle).

Markus Hoffmann
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