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22.11.2013 - 10:30 Uhr


BVB gegen FCB: In Europa ein Hit

Die Kontrahenten an der Seitenlinie: BVB-Trainer Jürgen Klopp (l.) und Bayern-Coach Pep Guardiola (© Imago)

Die Kontrahenten an der Seitenlinie: BVB-Trainer Jürgen Klopp (l.) und Bayern-Coach Pep Guardiola (© Imago)

München - Das Gipfeltreffen zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern (Sa., ab 18 Uhr im Live-Ticker) ist nicht nur hierzulande ein Hit - auch im Ausland registriert man das deutsche Topduell mit zunehmender Aufmerksamkeit. "Eine Menge Leute werden sich die Partie am Samstag live ansehen", sagt Alberto Cerruti, der Chefredakteur der italienischen Sport-Tageszeitung "Gazzetta dello Sport". bundesliga.de hat drei Fußball-Experten aus dem Ausland zum deutschen Klassiker befragt.

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Alberto Cerruti (Chefredakteur "Gazzetta dello Sport")

Bis vor gut zwei Jahren gab es relativ geringes Interesse in Italien an dem Duell Bayern gegen Dortmund. Mittlerweile hat es bei uns so gut wie das Niveau des spanischen Clasico erreicht. Eine Menge Leute werden sich die Partie am Samstag live ansehen. Zum einen wegen des berauschenden Fußballs des BVB, zum anderen erhöhen Figuren wie Pep Guardiola oder Franck Ribery freilich die Aufmerksamkeit. Für den Franzosen habe ich im Namen der Gazzetta meine Stimme bei der Wahl zum Goldenen Ball übrigens schon abgegeben - Riberys Mannschaftsspiel überzeugt mich derzeit mehr als der Individualismus von Cristiano Ronaldo. Zusätzlich sprechen die errungenen Titel für sich.

BVB gegen Bayern, das ist auch ein Messen zwischen Tradition und Erfahrung gegen Jugend und erquickende Frische. Die Münchner schätze ich noch stärker als im vergangenen Jahr ein, was natürlich auch am kitzelnden BVB liegt, der dem Rekordmeister als scharfe Konkurrenz jede Saison intensive Stimuli offeriert. Dortmund gefällt mir wegen seines unbekümmerten Stils, der jedes Team vor enorme Probleme stellt. Manchmal erinnert mich der BVB an das erste Milan unter Berlusconi Mitte der 1980er, als der AC mit jungen Spielern langsam wuchs und sich unter den stärksten Clubs weltweit etablierte. Problematisch nur, dass aktuell Dreiviertel der Defensive ausfällt, denn ohne eine prominente eingespielte Abwehr erreicht man keine Erfolge. Deshalb sehe ich den FCB am Samstag auch leicht im Vorteil.

Ich denke, dass beide Mannschaften in den kommenden Jahren die Bundesliga à la Primera Division dominieren werden. In Europa allerdings nicht. Im heutigen Fußball der häufigen Spielerwechsel halte ich einen Zyklus von mehreren Champions-League-Titeln hintereinander für unmöglich.

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John Cross (Fußball-Analyst "Daily Mirror")

Die Bundesliga war bei den englischen Fußballfans noch nie so populär wie im Moment und das hat verschiedene Gründe: Das Niveau ist vergleichbar groß mit dem in der Premier League, das Spiel ist sehr physisch und schnell. Wir mögen viele Spieler, die tolle Stimmung in den Stadien und als beim Champions-League-Finale in Wembley die beiden deutschen Teams auf dem Rasen standen, kann ich mich an keine vergleichbare Atmosphäre erinnern außerhalb eines Spiels mit englischer Beteiligung.

Ich liebe es, nach Deutschland zu kommen und mein letzter Besuch in Dortmund war so aufregend wie immer. Jürgen Klopp ist wie gemacht für ein Engagement in der Premier League - und seiner Mannschaft ist es zuzutrauen, dass sie dem FC Bayern Paroli bieten kann.

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Marcos Lopez (Fußball-Analyst "Marca")

Die Freude auf das Spiel ist groß. Sicherlich ist das Interesse etwas geringer als beim Champions-League-Endspiel, aber sowohl die Bayern als auch der BVB werden in Spanien als ganz große Mannschaften angesehen. Jürgen Klopp hat in Spanien ein enormes Interesse geweckt, auf der anderen Seite steht Pep Guardiola, dessen Schritte von Trainerkollegen und spanischen Medien ganz genau verfolgt werden. Dortmund und Bayern sind zwei spektakuläre Mannschaften, die Fußball auf Topniveau garantieren.

Klar, der BVB befindet sich in einer Notsituation. Dortmund liegt vier Punkte hinten und muss jetzt ausgerechnet gegen Bayern mit einer Viererkette spielen, die so noch nie zusammmengespielt hat. Der BVB ist eine Mannschaft, die sich von hinten aus organisiert und das Spiel aufzieht. Verunsicherungen in der Abwehr können sich auf das gesamte Team auswirken. Klopp muss sich darauf konzentrieren, selbst eine gute Elf aufzustellen und darf nicht darauf achten, mit welcher Mannschaft Bayern auftritt. Sollte Dortmund verlieren, wäre der Punkteabstand schon erheblich und ein psychologischer Vorsprung für die Bayern.
Hier finden Sie das ausführliche Interview mit Marcos Lopez!

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