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27.09.2013 - 15:17 Uhr


BVB: Aus der Not eine Jugend gemacht

Marvin Duksch (r.) kam in der laufenden Bundesliga-Saison bislang zwei Mal zum Einsatz, beim 1:1 in Nürnberg sogar über 90 Minuten

Erik Durm (r.) ist ebenfalls schon mittendrin im Kampf um mehr Einsatzzeiten. Der 21 Jahre alte Rechtsverteidiger durfte in der aktuellen Saison bereits drei Mal in der Bundesliga ran

Der 19 Jahre alte Verteidiger Koray Günter wartet noch auf seinen ersten Bundesliga-Einsatz, ist aber bereits seit längerer Zeit Teil des Dortmunder Profikaders (© Imago)

Dortmund - Flanke Durm, Kopfball Ducksch - angesichts dieser Namen mag sich manch einer zuletzt verwundert die Augen gerieben haben. Doch Borussia Dortmund macht mit Beginn der englischen Wochen aus der Not wieder mal eine Tugend und setzt in Sachen Rotation auch auf seine jungen Eigengewächse. "Wir haben in unserem Kader ganz, ganz viel Talent", ist Jürgen Klopp überzeugt.
Am vergangenen Spieltag beorderte Klopp in Nürnberg Erik Durm und Marvin Ducksch in die Startelf. Erstmals in der Bundesliga. Natürlich waren einige Spieler verletzt, natürlich sollten andere angesichts der Dreifachbelastung mit Liga, Champions League und Pokal geschont werden. Aber es war auch ein Beleg für das Vertrauen, das der Cheftrainer in seine Youngster hat. In "hochbegabte Spieler, von denen wir uns eine Menge versprechen und bei denen wir viel Freude haben, sie weiterzuentwickeln", wie er es bundesliga.de schon im Sommer erklärt hatte.

Doch wer sind die jungen Kicker, die sich in diesen Tagen im schwarz-gelben Trikot ins Rampenlicht spielen? Neben Durm und Ducksch zählt dazu auch Koray Günther, der beim Champions League Spiel in Neapel zum Kader zählte. Andere hoffen im Laufe der Saison auf ihre Chance.

Erik Durm:
Auf der vereinseigenen Homepage wird Erik Durm immer noch als Angreifer geführt. Vor einem Jahr war der heute 21-Jährige als Stürmer vom FSV Mainz ins Ruhrgebiet gewechselt und hatte zunächst beim BVB II in der 3. Liga einen Stammplatz erobert. Im Sommer dann der Aufstieg in den Profi-Kader - und unter Jürgen Klopp die Umschulung zum Rechtsverteidiger. Einen Weg, den auch Lukasz Piszczek einst genommen hat. Der Trainer war schon nach den ersten Testspielen von Durm regelrecht begeistert: "Erik ist ein toller Junge, der das nach so kurzer Zeit auf der für ihn ungewohnten Position ganz großartig macht." Kein Wunder, dass Durm bisher in allen Bundesligaspielen zum Kader zählte und nach zwei Einwechslungen zuletzt in Nürnberg auch seine Startelf-Premiere feierte. Nur drei Tage später durfte der Rechtsfuß im Pokal nochmals 120 Minuten ran, dieses Mal auf der linken Abwehrseite, auf der es für Schmelzer keinen nominellen Back-up gibt. An das hohe BVB-Tempo hat sich Durm schon gewöhnt, bringt Laufstärke, Schnelligkeit und Dynamik mit. Gibt er weiter Gas, dürften sich weitere Einsätze anschließen.

Marvin Ducksch:
Er setzt die Reihe der echten "Dortmunder Jungs" im Stile eines Michael Zorc, Lars Ricken und Kevin Großkreutz fort. Marvin Ducksch ist in Dortmund geboren, kickt seit seinem 8. Lebensjahr für die Schwarz-Gelben und lebt mit dem Sprung zu den Profis seinen Traum: "Eines meiner Vorbilder ist Marcel Schmelzer, der auch aus der 2. Mannschaft nach oben gekommen ist." In der Vorsaison spielte der 19-Jährige für die U23, musste nach einem Mittelfußbruch aber mehrere Monate passen. Doch in der Vorbereitung auf diese Spielzeit ließ der Mittelstürmer dann bei den Profis aufhorchen. Mit sechs Toren avancierte Ducksch zum treffsichersten Angreifer und stellte seinen Torriecher auch in der 1. Rundes des DFB-Pokals in Wilhelmshaven unter Beweis. In Nürnberg entschied sich Klopp für den ebenso langen wie schnellen Schlaks als Lewandowski-Ersatz - und nicht für den erfahreneren Julian Schieber. Das sollte Ducksch für die Zukunft motivieren, auch wenn er läuferisch und körperlich noch zulegen muss.

Koray Günter:
Der Innenverteidiger ist ausgesprochen athletisch, schnell, beweglich - und besitzt Führungspotenzial. In der U19 der Borussia stieg er als Jüngster im Team zum Kapitän auf. Sein Vorbild in Sachen Spielstil ist Mats Hummels und damit kann Koray Günter sich im Training einiges von dem Nationalspieler abgucken. Seit dem 13. Lebensjahr spielt der Deutsch-Türke für den BVB. Ausgerechnet in der Vorbereitung auf die aktuelle Saison hatte den 19-Jährigen bei den Profis eine Muskelverletzung ausgebremst. Dass Günter aber hinter den etablierten Kräften Hummels, Subotic und Sokratis eine Option ist, verdeutlichte Jürgen Klopp mit seiner Berufung in den Kader beim Champions-League-Spiel in Neapel. Allerdings lauert mit Marian Sarr auch noch Konkurrenz im eigenen Haus.

Sarr und Bandowski überraschten positiv



Marian Sarr führt die Riege jener Nachwuchsspieler an, die ebenfalls beim BVB Profiluft schnuppern und sich für die Zukunft auch ihr Bundesligadebüt erhoffen. Dem 18-jährigen Innenverteidiger bescheinigte Jürgen Klopp nach dem Sommer-Trainingslager "wahnsinniges Talent". Er ist körperlich robust und zugleich spielstark - ein Mann mit Perspektive.

Sollte Marcel Schmelzer in dieser Saison länger ausfallen, könnte auch Jannick Bandowski noch ins Rampenlicht rücken. Der 19-Jährige entpuppte sich in der Vorbereitung als Überraschung des Trainingslagers. Der Weg des Linksverteidigers führt aber über die 3. Liga. Bandowski muss sein Stellungsspiel verbessern und körperlich robuster werden.

Die Liste der Talente zeigt, dass der BVB in der zweiten Reihe noch einiges an Potenzial bereit hält. Schritt für Schritt baut Jürgen Klopp seine hoffnungsvollen Youngster in die Profi-Mannschaft ein und folgt damit seiner eigenen Vorgabe, die er bundesliga.de beschrieben hat: "Wir wollen unsere Situation so regeln, dass wir die Gegenwart gut stemmen können und zugleich die Zukunft schon ein bisschen einleiten."

Aus Dortmund berichtet Dietmar Nolte
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